Patientenrechte: Hilfe bei Behandlungsfehlern

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Paar bei einer Beratung bei einem Rechtsanwalt.

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Täglich werden in Deutschland Patienten ärztlich behandelt. Aber nicht immer bringt die Behandlung den gewünschten Erfolg. Von einem Behandlungsfehler spricht man, wenn Ärzte ihre Sorgfaltspflicht verletzen und dem Patienten so Schaden zufügen.

  • Zunächst sollten Sie das Gespräch mit dem behandelnden Arzt suchen. Sie können auch Kopien der Behandlungsunterlagen verlangen. Falls es Probleme während einer Behandlung im Krankenhaus gibt, haben Sie außerdem die Möglichkeit, sich an die Klinikleitung zu wenden. In vielen Krankenhäusern gibt es extra Patientenbeschwerdestellen.
  • Ihr Ansprechpartner für Beschwerden (z. B. unfreundliches Personal, schlechtes Essen, unsaubere Praxis o. ä.) ist Ihre AOK-Geschäftsstelle. Bei dem Verdacht einer fehlerhaften Behandlung, wenden Sie sich an das Serviceteam „Ärztliche Behandlungsfehler“ (Telefon (0211) 8791 - 1124).
  • Die AOK berät und unterstützt ihre Versicherten auf Wunsch dabei, mögliche Schadensersatzansprüche bei einem ärztlichen Behandlungsfehler zu klären. So holt sie zum Beispiel medizinische Sachverständigengutachten beim Medizinischen Dienst der Krankenkassen ein.
  • Für außergerichtliche Einigungen haben Ärzte- und Zahnärztekammern Gutachter- und Schlichtungsstellen eingerichtet.
  • In einigen Fällen kann es auch sinnvoll sein, sich von einem Rechtsanwalt beraten zu lassen. Die Anwaltskammern können Ihnen spezialisierte Juristen nennen.
  • Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, vor einem Zivilgericht eventuelle Ersatzansprüche einzuklagen. In einem Arzthaftungsprozess muss der Patient die ärztliche Pflichtverletzung, den eingetretenen Schaden, die Ursache des Fehlers sowie das Verschulden des Arztes darlegen und beweisen.

Die AOK Rheinland/Hamburg informiert und berät Sie zu den o. g. Fragestellungen. Mehr Informationen finden Sie hier.

Serviceteam „Ärztliche Behandlungsfehler"

Haben Sie den Verdacht, Opfer eines Behandlungsfehlers geworden zu sein? Das Experten-Team der AOK Rheinland/Hamburg berät und unterstützt Sie:

Telefon (0211) 8791 - 1124

Wenn Sie sich bei den Patientenberatungs- und Patientenbeschwerdestellen informieren, ist das in der Regel kostenlos. Ein Rechtsanwalt verlangt dagegen für seine Beratung Geld. Falls Sie die Kosten dafür nicht aufbringen können, haben Sie die Möglichkeit, beim zuständigen Amtsgericht Beratungshilfe zu beantragen. Auch die Rechtsverfolgung vor Zivilgerichten ist nicht umsonst. Wer nicht über die notwendigen finanziellen Mittel verfügt, kann Prozesskostenhilfe beanspruchen.

Letzte Änderung: 26.06.2016