Was passiert bei einem akuten Gichtanfall?

Frage der WocheLesezeit: 2:00 min.

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Diese Woche: Was passiert bei einem akuten Gichtanfall?

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Die Expertin zum Thema

Wibke Fishman

Examinierte Fach­kranken­schwester für Psychia­trie
ServiceCenter AOK-Clarimedis

Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, die zur Entzündung von Gelenken führt. Auslöser ist eine erhöhte Ansammlung von Harnsäure im Blut. Wird im Körper zu viel Harnsäure gebildet oder kann er sie nicht ausreichend ausscheiden, erhöht sich der Harnsäurespiegel und es bilden sich Harnsäurekristalle. Diese lagern sich in Gelenken, Sehnen und Schleimhäuten ab – es entstehen Entzündungen. Harnsäurekristalle können sich auch in inneren Organen absetzen und dort zu Funktionsstörungen führen.

Symptome des akuten Gichtanfalls

Bei einem akuten Gichtanfall ist das betroffene Gelenk geschwollen, erwärmt und rötlich bis bräunlich verfärbt. Typisch sind außerdem starke Schmerzen im entzündeten Gelenk. Auch ein Gelenkerguss und/oder Fieber können auftreten. In den meisten Fällen ist der große Zeh von einem akuten Gichtanfall betroffen.

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Ursachen

Man unterscheidet zwischen einer primären (angeborenen) und einer sekundären Gicht. Die sekundäre Gicht wird durch eine andere Erkrankung wie beispielsweise Diabetes mellitus, Nierenleiden oder Leukämie ausgelöst.

Auch purinreiche Kost kann Gichtanfälle begünstigen. Purine sind vor allem in Fleischprodukten (besonders in rotem Fleisch und Innereien), Hülsenfrüchten, Spinat, Spargel und fettigen bzw. geräucherten Fischsorten wie Hering, Barsch, Sardelle, Lachs, Matjes oder Miesmuscheln enthalten. Um einen Gichtanfall zu vermeiden, sollten Sie außerdem auf eine fettarme Ernährung achten. Fettige Kost kann nämlich die Ausscheidung von Harnsäure über die Niere hemmen. Auch Alkohol und Limonaden wirken sich ungünstig auf den Harnsäurespiegel aus und sollten deshalb gemieden werden.


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Letzte Änderung: 27.05.2018