Was ist Rheuma?

ArtikelLesezeit: 3:00 min.
Arzt untersucht die Fingergelenke eines älteren Mannes.

Bildnachweis: © wdv / Olaf Hermann

Millionen Menschen leiden in Deutschland an Rheuma. Meist ist ein ziehender, reißender Schmerz in den Gelenken charakteristisch für die Krankheit. Allerdings ist Rheuma sehr vielfältig und ein Sammelbegriff für über 300 Erkrankungsformen wie entzündliche Gelenkerkrankungen, Fibromyalgie, Arthrose oder auch Gicht. vigo Online stellt hier die häufigsten rheumatischen Erkrankungsformen vor.

Noch vor 20 Jahren galt Rheuma als eine Krankheit, die vor allem alte Menschen betrifft. Heute wissen wir, dass beispielsweise eine rheumatoide Arthritis, kurz RA oder auch chronische Polyarthritis genannt, in nahezu jeder Altersgruppe vorkommen kann und darüber hinaus sehr vielfältig ist.

Unter dem Sammelbegriff Rheuma werden vier Krankheitsgruppen zusammengefasst:

1. Rheumatische nicht entzündliche Erkrankung der Weichteile (Weichteilrheuma)

Zu dieser Gruppe zählt etwa die Fibromyalgie. Bei diesem Syndrom, das zu 90 Prozent Frauen betrifft, leiden die Patienten unter chronischen Schmerzen im Bewegungsapparat.
 

2. Stoffwechselstörungen mit rheumatischen Beschwerden

Ein typisches Beispiel für diese Gruppe ist die Gicht, bei der starke Schmerzen und Schwellungen der Gelenke auftreten.
 

Frau mit Headset am Computer.

AOK-Clarimedis

Medizinische Hilfe am Telefon.

3. Degenerative rheumatische Erkrankungen

Sie sind verschleißbedingt. Hierzu gehört die Arthrose. Diese nichtentzündliche Erkrankung des Knorpels führt ebenfalls zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.
 

4. Entzündlich-rheumatische Erkrankungen

Darunter fällt die häufigste entzündliche Gelenkerkrankung, die rheumatoide Arthritis. Frauen sind drei Mal öfter davon betroffen als Männer. Die rheumatoide Arthritis kann in jedem Alter vorkommen, wobei sie bei den meisten Patienten zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr ausbricht. Die Ursachen der Krankheit sind noch nicht abschließend geklärt. Mediziner gehen davon aus, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt, bei der das Abwehrsystem die eigenen Gelenke attackiert und so einen Entzündungsprozess hervorruft.

Die meisten Patienten haben Beschwerden an den Hand-, Finger und Zehengelenken: Sie schwellen an und werden steif. Viele klagen über grippeähnliche Symptome, wie Müdigkeit und Erschöpfung. Die chronische Entzündung führt unbehandelt dazu, dass sich der Knorpel, der Knochen und die Bänder des betroffenen Gelenks mit der Zeit verformen und zunehmend versteifen. Nur eine frühe Diagnose mit sofortigem Therapiebeginn kann die Entzündungen stillen und weitere Schäden abwenden.

Letzte Änderung: 14.02.2016