Übergewicht und Adipositas: die neuen Volkskrankheiten

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Frauenfüße auf einer Waage.

Bildnachweis: © wdv / Tim Thiel

Die Zahlen sind erschreckend: Zwei Drittel der Männer (67 Prozent) und die Hälfte der Frauen (53 Prozent) in Deutschland sind übergewichtig. Ein Viertel aller Erwachsenen ist sogar stark übergewichtig, also adipös bzw. fettleibig. Diese Zahlen ermittelte das Robert-Koch-Institut (RKI) im Rahmen eines regelmäßigen Gesundheitsmonitorings. vigo Online hat die wichtigsten Punkte der Volkskrankheit für Sie zusammengefasst.

Der Unterschied

Übergewicht und Adipositas sind nicht dasselbe. Übergewicht bedeutet, dass der Betroffene über seinem Normalgewicht liegt. Es handelt sich dabei um den Übergang vom Normalgewicht zur Adipositas. Der Begriff Adipositas bedeutet, dass jemand sehr starkes Übergewicht und dadurch einen krankhaft erhöhten Körperfettanteil hat. Daher wird Adipositas auch Fettleibigkeit oder Fettsucht genannt.

Die Definition

Es ist genau festgelegt, ab wann jemand Übergewicht hat oder sogar unter Adipositas leidet. Zur Definition dient der so genannte Body-Mass-Index (BMI). Diese Kennzahl für die Körpermasse ergibt sich aus dem Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße in Meter zum Quadrat. Ein BMI ab 25 kg/m2 gilt per Definition als Übergewicht, ein BMI von 30 kg/m2 und höher als Adipositas.

Eine Frau steht in der Küche an der Arbeitsplatte und schneidet Gemüse klein.

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Die Verbreitung

Schwacher Trost für die Deutschen – in anderen Nationen sieht die Situation nicht besser aus. Emmanuela Gakidou von der University of Washington und ihre Kollegen haben die Daten zu Übergewicht und Fettleibigkeit aus 188 Ländern zusammengetragen. Das Ergebnis ist alarmierend: Wogen 1980 noch 857 Millionen Menschen weltweit zu viel, waren es 2013 bereits 2,1 Milliarden. 671 Millionen Menschen wurden sogar als fettleibig eingestuft. Mehr als die Hälfte der besonders stark übergewichtigen Menschen weltweit lebt in zehn Ländern. Dazu gehören auch die USA, China, Indien und Deutschland.

Die Kosten

Die sozialen und wirtschaftlichen Kosten, die durch falsche Ernährung entstehen – durch Übergewicht ebenso wie durch Mangelernährung – belaufen sich nach Angaben der UNO-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft auf dreieinhalb Billionen Dollar pro Jahr.

Letzte Änderung: 18.05.2017