So entsteht Muskelkater

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Gruppe im Fitnessstudio beim Step Aerobic, Ausschnitt Beine.

Bildnachweis: © wdv / Jan Lauer

Wer kennt das nicht? Die Bewegungen erinnern an einen Roboter, es schmerzt und brennt – ein klarer Fall von Muskelkater. Doch wie kommt es zu dieser lästigen Nebenerscheinung von sportlicher Aktivität? Dass die Muskeln aufgrund verstärkter Milchsäurebildung übersäuert sind, ist falsch – auch wenn sich diese Behauptung hartnäckig in vielen Köpfen festgesetzt hat.

Risse in der Faser

Tatsächlich sind winzige Verletzungen der Muskelfasern der wahre Grund für den Muskelkater. Zu diesen Mikroverletzungen kommt es, wenn Muskelzellen durch ungewohnte Belastung überbeansprucht werden. Die Risse entstehen vor allem bei großer Kraftbelastung, die das Muskelgewebe einer hohen Spannung aussetzt.

Größte Belastung für den Muskel

Die höchste Belastung im Muskel entsteht dann, wenn die Muskelfaser durch starke äußere Kräfte gedehnt wird. Beispiel dafür ist das bergab laufen. Dabei bremsen die Muskeln ständig eine Beschleunigung des Körpers ab, indem sie sich zusammenziehen. Nach einer Weile ermüden die Muskeln aber und können die einwirkenden Kräfte nicht mehr genug abfedern. Die Fasern werden verletzt.

Zwei Menschen beim Nordic Walking auf einem Schotterweg, Ausschnitt Füße mit Wanderschuhen.

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Flüssigkeit im Gewebe

Daraufhin setzt der Körper Entzündungsstoffe frei, die ins Gewebe fließen. Die Folge: Die Muskelfasern schwellen an. Erfolgt dann eine Dehnung, zum Beispiel im Wadenbereich durch normales Gehen, so schmerzen diese geschwollenen Fasern.

Schlechte Koordination

Dass Muskelkater vor allem dann auftritt, wenn man eine längere Sportpause eingelegt hat, liegt daran, dass die Muskulatur auf die extreme Belastung nicht vorbereitet ist. Sie muss sich erst wieder an diese Bewegungen gewöhnen. Die Muskeln können im untrainierten Zustand die Dehnungskräfte nicht mehr genügend abfangen, denn ihre Fasern sind aufgrund der mangelnden Übung schlecht koordiniert.

Fazit:

Muskelkater ist das Ergebnis einer Überbelastung der Muskulatur. Manche sind der Meinung, dass das Training erst dann effektiv war, wenn der Kater einen richtig quält. Das ist aber ein Trugschluss.


Letzte Änderung: 13.03.2017