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Seine Suppe mag es nicht? So klappt’s! Gesunde Ernährung durch gutes Essverhalten

ArtikelLesezeit: 3:00 min.
Mädchen genießt ihr Essen

Bildnachweis: © stock.adobe.com / Seventyfour

Manche Kinder zeigen ein sehr wählerisches Essverhalten. Das kann nicht nur ungesund sein, sondern macht Eltern auch Sorgen – gerade im Hinblick auf die Schulzeit. Wir erklären, wie Sie Ihr Kind allmählich an mehr Vielfalt gewöhnen und positive Essgewohnheiten fördern.

Gemüse? Nein danke!

Sie kennen es vielleicht auch: Ihr Kind isst nur wenige Lebensmittel und verschmäht alle anderen. Dr. Anne Neuhausen, Programmkoordinatorin von Gesund macht Schule, einem langjährigen gemeinsamen Kooperationsprojekt der AOK Rheinland/Hamburg und der Ärztekammer Nordrhein, sagt: „Beim Essen hält sich die Entdeckungslust von Kindern mitunter in Grenzen. Pilze, manche Gemüsesorten oder Salat gehören zu den Klassikern, die unberührt auf dem Teller liegenbleiben. Für Eltern kann es mitunter eine Herausforderung sein, wenn sich ihr Kind beim Essen in Zeitlupe mit der Gabel eine winzige Kostprobe in den Mund schiebt, das Gesicht verzieht und verkündet: ‚Nicht so mein Ding.‘ Oder tagelang nur Nudeln mit Soße essen möchte und alles andere nicht anrührt.“

Das Kind isst nicht? Daran kann es liegen

Ein eingeschränktes Essverhalten bei Kindern kann verschiedene Ursachen haben. Vielleicht reagiert es empfindlich auf unbekannte Geschmacksrichtungen oder Konsistenzen. Wer etwas Neues probiert, ist oft erst einmal skeptisch.

Manchmal steckt auch Appetitlosigkeit dahinter. Wie viel Appetit ein Kind hat, hängt damit zusammen, wie aktiv es an dem Tag war, ob es vielleicht gerade in einer Wachstumsphase steckt und ob es über den Tag hinweg bereits Snacks oder Getränke mit hohem Kaloriengehalt zu sich genommen hat. Auch Krankheiten, Magen-Darm-Probleme oder Zahnschmerzen beeinträchtigen Hunger und Appetit und sorgen dafür, dass Kinder – genau wie Erwachsene – Lebensmittel ablehnen, die sie eigentlich mögen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, wie es ihm gerade geht. So können Sie emotionale Belastungen, Stress oder Ängste als Gründe für ein verändertes Essverhalten ausschließen.

Während Ihr Kind Selbstständigkeit erlernt, bieten Mahlzeiten eine Gelegenheit, diese zu erproben, Entscheidungen zu treffen und Kontrolle auszuüben. Allgemein gilt: Hin und wieder ist es ganz normal, dass Ihr Kind etwas nicht isst. Sie sollten dies jedoch gut beobachten, um sicherzugehen, dass zum Beispiel keine Essstörung dahintersteckt. Sollte Ihr Kind über einen längeren Zeitraum eine stark eingeschränkte Ernährungsweise haben oder Sie Bedenken bezüglich seiner Gesundheit haben, wenden Sie sich an die Kinderärztin oder den Kinderarzt.

Warum ist ein gutes Essverhalten wichtig?

Eine ausgewogene Ernährung ist essenziell für die körperliche und psychische Gesundheit. Nicht zuletzt im Hinblick auf die Schulzeit ist es ratsam, Kindern schon früh gesunde Essgewohnheiten nahezubringen. Im betreuten Ganztag oder in Ganztagsschulen wird häufig gemeinsam zu Mittag gegessen – mit vorgegebenen Gerichten. Sind dies Dinge, die Ihr Kind nicht mag, führt das womöglich dazu, dass es den ganzen Tag nichts oder zu wenig oder ungesunde Alternativen isst.

So entgehen ihm wichtige Nährstoffe, die für Wachstum und Entwicklung entscheidend sind. Dies könnte Mangelerscheinungen und gesundheitliche Probleme mit sich bringen. Eine unzureichende Nahrungsaufnahme sorgt zudem für ein geringes Energielevel. Darunter leiden Konzentration und Leistungsfähigkeit, nicht nur in der Schule.

Sie als Eltern sollten also versuchen, eine positive Einstellung zum Essen zu vermitteln und Geschmacksvielfalt zu fördern. Denn etablieren Kinder erst einmal schlechte Essgewohnheiten, fällt es mit dem Alter immer schwerer, diese wieder loszuwerden und langfristig einen gesunden Lebensstil zu pflegen.

Ernährung von morgen: Was wir in Zukunft essen

„Die gute Nachricht: Es gibt viele Wege, ohne Tricks, Überreden und schon gar nicht mit Druck die Probierlust der Kinder anzuregen“, sagt Dr. Neuhausen. „Die große Vielfalt an Lebensmitteln und Zubereitungsarten ist ein prima Experimentierfeld, um den Nachwuchs auf den Geschmack zu bringen.“ Kinder lernen viel durch Nachahmung und übernehmen schnell die Essgewohnheiten ihrer Eltern. Seien Sie sich deshalb Ihrer Vorbildfunktion bewusst.

  • Achten Sie schon beim gemeinsamen Einkaufen auf gesunde Lebensmittel und besprechen Sie diese mit Ihrem Kind.
  • Essen Sie zusammen und zeigen Sie, dass Sie Freude daran haben. Schaffen Sie Routinen, auf die sich Ihr Kind freuen kann, und sprechen Sie über Essen immer auf eine positive Weise.
  • Lassen Sie Ihr Kind auch mal beim Kochen helfen. Das macht Spaß und motiviert das Kind, selbst neue Lebensmittel zu probieren.
  • Bieten Sie eine breite Palette von Lebensmitteln an, einschließlich Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, komplexen Kohlenhydraten wie etwa in Vollkornprodukten, gesunden Fetten und Proteinen. Dadurch gewöhnt sich Ihr Kind an verschiedene Geschmacksrichtungen und lernt, wie vielfältig Nahrung sein kann.
  • Führen Sie nach und nach neue Lebensmittel ein und kombinieren Sie sie mit solchen, die das Kind gern mag. „Das kann eine nicht so hoch im Kurs stehende Speise attraktiver machen“, so Dr. Neuhausen. Und es erleichtert es Ihrem Kind, sich an neue Geschmacksrichtungen zu gewöhnen. Lassen Sie es verschiedene Aromen und Konsistenzen, Gewürze und Zutaten ausprobieren, um seinen Geschmackssinn zu entwickeln.
  • Variieren Sie immer mal den Speiseplan und bereiten Sie einzelne Lebensmittel unterschiedlich zu. Die Expertin erklärt: „Gemüse können Sie zum Beispiel als Rohkost gerieben oder in kleine Stückchen geschnitten anbieten, gekocht oder gebraten, püriert als Suppe oder im Smoothie.“
  • Wenn Sie Zeit haben, werden Sie kreativ: Machen Sie das Essen spannender, indem Sie es in lustige Formen schneiden oder bunt auf dem Teller anrichten. Kinder neigen dazu, Lebensmittel eher zu probieren, wenn sie optisch ansprechend sind.
  • Schon ab dem Grundschulalter können Sie Ihrem Kind altersgerecht die Bedeutung von gesunden Nahrungsmitteln und Nährstoffen erklären und so sein Bewusstsein für die eigene Gesundheit schärfen.
  • Dr. Neuhausen rät außerdem, von Ihren eigenen Erfahrungen zu erzählen: „Kinder finden es interessant, zu erfahren, wie und was ihre Eltern in ihrer Kindheit gern gegessen haben oder vielleicht partout nicht mochten, wie ihre heutigen Vorlieben entstanden sind und was sie gerne einmal probieren würden. Wer weiß, vielleicht erwächst aus Gesprächen darüber sogar der Plan, gemeinsam ein neues Rezept auszuprobieren?“

Viele weitere kreative Ideen, wie Sie gemeinsam mit Ihrem Kind gesunde Lebensmittel entdecken, lesen Sie hier.

Junge und Mädchen mit Schulranzen

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Gesunde Gewohnheiten – aber ohne erhobenen Zeigefinger

Ihr Kind an eine vielfältigere Ernährung heranzuführen, wird sicher etwas Zeit erfordern. Haben Sie Geduld, nehmen Sie es mit seinen Sorgen und Wünschen ernst und versuchen Sie, es nicht zu etwas zu zwingen. Schaffen Sie stattdessen spielerische Anreize und loben Sie es, wenn es sich traut, etwas Neues zu probieren. Drängen Sie es nicht zum Essen, wenn es keinen Hunger hat, oder dazu, seinen Teller leer zu essen. So lernt es, die Nahrungsaufnahme als etwas Positives zu betrachten und auf seine Körpersignale zu hören – und schließlich ein gesundes Verhältnis zu Nahrung, Sättigungs- und Körpergefühl zu entwickeln.

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Letzte Änderung: 20.03.2024