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Essstörungen – ist mein Kind gefährdet?

ArtikelLesezeit: 4:00 min.
Magersüchtige junge Frau sitzt auf dem Bett

Bildnachweis: © istockphoto.com / KatarzynaBialasiewicz

Ob Magersucht, Bulimie oder „Fresssucht“ – Essstörungen äußern sich ganz vielfältig. Bei allen handelt es sich aber um ernstzunehmende seelische Krankheiten. Vor allem Jugendliche sind betroffen. Wie Eltern eine Essstörung bei ihrem Kind erkennen können und wo betroffene Familien Hilfe finden.

Expertenbild

Die Expertin zum Thema

Wibke Fishman

Examinierte Gesundheits- und Krankenschwester und Fach­kranken­schwester für Psychia­trie
ServiceCenter AOK-Clarimedis

Experten schätzen, dass jeder fünfte Jugendliche gefährdet ist, an einer Essstörung zu erkranken. Im Jahr 2019 gab es in Deutschland über 7.000 diagnostizierte Fälle von Magersucht (Anorexia nervosa). Die Dunkelziffer liegt aber vermutlich höher.

Eine Essstörung ist eine psychische Krankheit. Dabei geht es nur vordergründig um das Gewicht. Hinter der Krankheit stecken meistens tiefere seelische Probleme.

Eine Essstörung kann zum Beispiel Flucht vor verdrängten Gefühlen oder Ersatz für sie sein. Sie kann aber auch Protest gegen die Eltern ausdrücken. Die Ursachen sind vielfältig – entsprechend komplex ist die Behandlung.

Hinweis: Dieser Test kann weder eine ärztliche Diagnose ersetzen, noch den Besuch beim Arzt. Er klärt lediglich ab, ob ein erhöhtes Risiko für eine Esstörung besteht.

Essstörung: Ist mein Kind gefährdet?

Frage 1 von 10:

Beschäftigt sich Ihr Kind in letzter Zeit auffällig viel mit dem Thema Essen?

Bitte beantworten Sie die Frage, um fortzufahren.

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Frage 2 von 10:

Findet sich Ihr Kind zu dick oder ist es unzufrieden mit seinem Körper?

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Frage 3 von 10:

Verhält sich Ihr Kind beim Essen auffällig, zum Beispiel indem es zu den Mahlzeiten nichts oder wenig isst, lange kaut oder das Essen auf dem Teller hin- und herschiebt?

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Frage 4 von 10:

Erfindet Ihr Kind Ausreden, um nicht am gemeinsamen Essen teilnehmen zu müssen?

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Frage 5 von 10:

Isst Ihr Kind heimlich oder hat es Heißhungerattacken?

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Frage 6 von 10:

Hat Ihr Kind in den letzten drei Monaten mehr als fünf Kilogramm abgenommen?

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Frage 7 von 10:

Zieht sich Ihr Kind häufig – insbesondere nach dem Essen – ins Bad zurück? Haben Sie den Eindruck, dass es dabei manchmal erbricht?

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Frage 8 von 10:

Treibt Ihr Kind in letzter Zeit auffällig viel Sport, und zwar außerhalb von Schule und Verein, zum Beispiel indem es joggt, Fahrrad fährt oder Gymnastik macht?

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Frage 9 von 10:

Trifft eine der folgenden Aussagen zu? - Es verschwinden Lebensmittel aus dem Kühlschrank. - Mein Kind versteckt Lebensmittel in seinem Zimmer. - Es liegen häufig leere Lebensmittelpackungen herum.

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Frage 10 von 10:

Trifft eine der folgenden Aussagen zu? - Mein Kind isst nicht mehr lustvoll, sondern nur noch kontrolliert. - Mein Kind isst aus Frust bzw. tröstet sich mit dem Essen - Mein Kind teilt Lebensmittel in „gut“ und „schlecht“ ein.

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Normales Essverhalten

Das Essverhalten Ihres Kindes scheint normal zu sein. Achten Sie dennoch auf Anzeichen, die auf eine Essstörung hinweisen können und wiederholen Sie den Test gegebenenfalls in einigen Wochen. Bitte beachten Sie: Dieser Test ersetzt keine Diagnose. Nur ein Arzt oder eine Beratungsstelle für Essstörungen kann Magersucht oder Bulimie feststellen.

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Mögliche Essstörung

Es gibt Anzeichen dafür, dass Ihr Kind an einer Essstörung leiden könnte. Lassen Sie das Verhalten am besten mit einem Arzt oder bei einer Beratungsstelle für Essstörungen abklären. Bitte beachten Sie: Dieser Test ersetzt keine Diagnose. Nur ein Arzt oder eine Beratungsstelle für Essstörungen kann Magersucht oder Bulimie feststellen.

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Essstörung wahrscheinlich

Das Verhalten Ihres Kindes deutet auf eine Essstörung hin. Sie sollten dies dringend mit einem Arzt oder bei einer Beratungsstelle abklären. Bitte beachten Sie: Dieser Test ersetzt keine Diagnose. Ob Ihr Kind tatsächlich an einer Essstörung leidet, können nur Fachleute feststellen.

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Formen von Essstörungen

Experten unterscheiden drei Hauptformen von Essstörungen, neben denen es noch andere und Mischformen gibt: Magersucht (Anorexia nervosa), Bulimie (Bulimia nervosa) und Essattacken mit Kontrollverlust (Binge-Eating-Störung). Typisch für alle drei Krankheitsbilder ist, dass sich das Leben der Betroffenen fast ausschließlich um das Essen dreht.

Magersucht (Anorexia nervosa)

  • Betroffene haben große Angst davor, zuzunehmen, und essen deshalb immer weniger. Um Gewicht zu verlieren, hungern Magersüchtige oder treiben extrem viel Sport. Manche greifen auch zu Appetitzüglern oder Abführmitteln.
  • Diese Form der Essstörung beginnt bei den Betroffenen häufig mit scheinbar unauffälligem Diätverhalten: Sie lassen Süßes oder Fettiges weg. Letztlich mündet das Essverhalten in einer Art Zwang oder Sucht, das Gewicht mehr und mehr kontrollieren zu wollen. So kann es zu einer pathologischen Gewichtsabnahme kommen – bis hin zur Gefahr von lebensgefährlichem Untergewicht mit Multiorganversagen. Ein erstes Warnsignal dafür ist bei Mädchen häufig das Ausbleiben der Regelblutung.
  • Sie nehmen stark ab, sind auffallend dünn und finden sich trotzdem noch zu dick.
  • Magersucht kommt bei Mädchen häufiger vor als bei Jungen – meistens im Alter zwischen 14 und 18 Jahren.
  • Das starke Untergewicht kann zu lebensgefährlichen Mangelerscheinungen führen. Anorexia nervosa zählt zu den häufigsten Todesursachen bei jungen Frauen.

Bulimie (Bulimia nervosa)

  • Die Betroffenen sind normalgewichtig, aber meist schlank.
  • Kennzeichen der Bulimie sind Essattacken, bei denen in kurzer Zeit sehr viele Kalorien aufgenommen werden.
  • Um dadurch nicht an Gewicht zuzunehmen, kann es zu exzessiven sportlichen Aktivitäten, Erbrechen oder sogar zur Einnahme von Abführmitteln kommen.
  • Bulimie trifft überwiegend Mädchen, der Beginn der Erkrankung liegt häufig im Alter zwischen 18 und 20 Jahren.

Essattacken mit Kontrollverlust (Binge-Eating-Störung)

  • Bei der Binge-Eating-Störung kommt es wie bei Bulimie zu häufigen, unkontrollierten Essattacken.
  • Die Betroffenen haben das Gefühl, nicht mit dem Essen aufhören zu können. Gleichzeitig ist das übermäßige Essen häufig von Schamgefühlen begleitet, sodass Binge-Eater eher heimlich und alleine essen. Außerdem kommt es nach den Essattacken häufig zu depressiven Zuständen. Das Gefühl, sich selbst nicht regulieren zu können, ist ebenfalls häufig.
  • Viele Betroffene leiden unter Übergewicht (BMI 25–30) oder Adipositas (BMI > 30). Oft sind sie über 18 Jahre alt.

Ursachen von Essstörungen

In der Regel entwickelt sich eine Essstörung durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Sowohl entwicklungspsychologische als auch biologische und gesellschaftliche Faktoren werden als ursächlich beobachtet. Dazu zählen:

  • familiäre Häufung (genetische Veranlagung)
  • hormonelle Veränderungen, die z. B. appetitanregend wirken
  • veränderte Botenstoffe der Nervenzellen, die das Hunger- und Sättigungsgefühl beeinflussen können
  • Vorhandensein weiterer seelischer Erkrankungen, wie Depressionen, Substanzabhängigkeit, Angsterkrankungen, posttraumatische Belastungsstörungen
  • geringes Selbstwertgefühl
  • hoher Leistungsanspruch
  • Schwierigkeiten, mit Stress und Konflikten umzugehen
  • Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper: etwa durch den Vergleich mit Models oder Influencern in sozialen Medien
  • negative Kommentare von Freunden (Bodyshaming) oder Mobbing
  • Bedürfnis nach Kontrolle: Essen zu verweigern, ist etwas, das Betroffene selbst bestimmen können, vor allem, wenn sie sich in anderen Bereichen fremdbestimmt fühlen (etwa durch Regeln zu Hause oder in der Schule)
  • traumatische Erlebnisse: zum Beispiel emotionale, körperliche oder sexuelle Gewalterlebnisse
  • Überforderungsereignisse wie Schwierigkeiten, sich vom Elternhaus abzulösen, Trennung der Eltern oder Verlust durch Tod einer wichtigen Bezugsperson
  • familiäre Ursachen: etwa hoher Leistungsdruck, problematisches Essverhalten der Eltern oder negative Kommentare über den Körper und das Gewicht der Kinder (Bodyshaming)

Tipps für Angehörige

Eltern, Freunde und Familie sind von einer Essstörung immer mit betroffen und oft unsicher, wie sie sich verhalten sollen. Folgende Tipps können helfen:

  • Schauen Sie nicht weg – eine Essstörung löst sich selten von alleine.
  • Machen Sie Ihrem Kind Mut, sich helfen zu lassen.
  • Teilen Sie Ihrem Kind mit, dass Sie sich Sorgen machen. Bieten Sie ihm Ihre Unterstützung an bei der Suche nach Hilfsmöglichkeiten.
  • Drängen Sie Ihr Kind nicht zum Essen – das hilft in der Regel nichts, sondern verstärkt häufig die Symptomatik.
  • Holen Sie sich Unterstützung: bei Beratungsstellen (Kontakte unter dem Beitrag), Kinder- und Jugendpsychiatern oder bei Psychotherapeuten. Auch den Kinder- und Jugendarzt oder Hausarzt können Sie ansprechen. Diese können eine Anamnese machen und erste Maßnahmen zur Diagnostik einleiten: zum Beispiel Blut abnehmen, um zu untersuchen, ob Mangelerscheinungen auftreten. Zudem können die Ärzte das weitere Vorgehen zusammen mit Ihnen planen, etwa Facharztbesuche oder eine Klinikbehandlung.

Behandlung von Essstörungen

Essstörungen sind schwerwiegende seelische Erkrankungen, die einer Behandlung bedürfen. Je eher eine Essstörung erkannt wird und die Behandlung beginnt, umso besser die Prognose.

Es gibt sowohl ambulante, teilstationäre (Tagesklinik) als auch stationäre Therapiemöglichkeiten. Welches Setting sinnvoll ist, hängt vom Schweregrad der Erkrankung ab. Auch Begleiterkrankungen oder Folgeerkrankungen durch die jeweilige Essstörung spielen eine Rolle. Wichtig bei der Auswahl des Therapiesettings ist auch, worauf der Betroffene sich hinsichtlich der Behandlung einlassen kann.

Junge Frau hält eine Salatschüssel im Arm.

Fragen zu Essstörungen?

AOK-Experten beraten Sie im Forum.

Essstörungen: Hier finden Sie Hilfe

Um aus dem Teufelskreis einer Essstörung auszubrechen, bedarf es meist professioneller Hilfe. Die erste Anlaufstelle für betroffene Familien sind Beratungsstellen. Hier finden sowohl Eltern als auch betroffene Kinder Unterstützung.

Beratungsstellen im Rheinland und in Hamburg:

Bonner Zentrum für Essstörungen (BZE)
Kaiserstr. 9
53113 Bonn
Tel.: 0228 / 210 126
www.b-z-e.de

Arbeitskreis Essstörungen Köln
www.stadt-koeln.de

Waage e. V. – Fachzentrum für Essstörungen in Hamburg
Eimsbütteler Straße 53
22769 Hamburg
Tel.: 040 / 491 49 41
www.waage-hh.de

Bundesweite Anlaufstellen und Hilfen 
www.bzga-essstoerungen.de

Bundesfachverband Essstörungen e. V.


Morphium & Ingwer: Essstörungen

Unsere Moderatoren Olli Briesch und Michael Imhof haben an ihrem Thema ganz schön zu knabbern – denn sie widmen sich den verschiedenen Formen von Essstörungen. Experte Prof. Dr. Thomas Huber erläutert den beiden, welche Faktoren viele Menschen zu Binge Eating, Bulimie oder Magersucht verleiten können. Außerdem berichten Betroffene, wie die Essstörung bei ihnen anfing, was diese für ihren Alltag bedeutet hat und wo sie Hilfe fanden. Eine Folge, die buchstäblich schwer im Magen liegt, sich aber auf jeden Fall lohnt – hören Sie rein.

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Letzte Änderung: 02.05.2022