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Pilzvergiftung – was sind die Symptome?

Frage der WocheLesezeit: 1:30 min.
Pilze auf einem Holzbrett.

Bildnachweis: © wdv / Olaf Hermann

Unsere Clarimedis-Experten nehmen jedes Jahr bis zu einer halben Million Anrufe entgegen. Häufig gestellte Gesundheitsfragen beantwortet das Expertenteam in unserer Rubrik „Frage der Woche“.

Diese Woche: Pilzvergiftung – was sind die Symptome?

Expertenbild

Die Expertin zum Thema

Anja Schaal

Fachärztin für Anästhesie im ServiceCenter AOK-Clarimedis
ServiceCenter AOK-Clarimedis

Herbstzeit ist Pilzzeit! Auf der Suche nach den kleinen Kappen zieht es nun wieder viele Sammler in die Wälder. Doch Vorsicht, nicht jeder Pilz ist genießbar! Oberstes Gebot bei der Pilzsuche: Sammeln Sie nur Exemplare, die Sie zweifelsfrei erkennen und von giftigen Arten unterscheiden können! Wir haben Ihnen hier Tipps zum Pilzesammeln zusammengestellt.

Doch was ist zu tun, wenn einem bei der Pilzsuche dennoch ein Fehler unterläuft? An welchen Symptomen erkennt man eine Pilzvergiftung? Diese Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten, denn die Anzeichen einer Vergiftung, ihre Intensität und der Zeitpunkt ihres Auftretens hängen von der Pilzart ab, die verzehrt wurde.

Mögliche Symptome einer Pilzvergiftung

Bei einer Pilzvergiftung, auch Myzetismus, kann es zu folgenden Symptomen kommen:

  • Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder kolikartige Schmerzen
  • Massives Durstgefühl
  • Muskelschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Schweißausbrüche
  • Unruhe oder Müdigkeit/Abgeschlagenheit
  • Herzrasen oder eine Verlangsamung des Pulses
  • Atembeschwerden
  • Panikattacken
  • Sinnestäuschungen
  • Speichel- oder Tränenfluss
  • Pupillenverengungen oder -erweiterungen

Diese lange nicht vollständige Auflistung zeigt: Das Spektrum möglicher Anzeichen ist breit. Sie können bereits Minuten nach dem Verzehr des giftigen Pilzes aber auch erst Tage später auftreten und dann bereits zu irreversiblen Organschäden geführt haben.

Frau mit Headset am Computer.

AOK-Clarimedis

Medizinische Hilfe am Telefon.

Pilzvergiftung – das sollten Sie tun

Deshalb gilt: Wenn Sie befürchten, eine Pilzvergiftung erlitten zu haben, suchen Sie unverzüglich einen Arzt auf oder rufen Sie den Giftnotruf an:

Wenn möglich, geben Sie Ihr Alter, Gewicht, den Einnahmezeitpunkt und die Menge an. Für die Behandlung ist es hilfreich, wenn Sie einen Rest des Gerichts, Abfälle vom Schälen oder auch Erbrochenes mitnehmen. Haben Sie lebensbedrohliche Beschwerden wie etwa Atemnot, rufen Sie den Rettungsdienst.

Neben der sorgfältigen Auswahl der Pilze beim Sammeln sollten Sie aber auch bei der Lagerung und Zubereitung von Speisepilzen einige Regeln beachten. Lagern Sie sie stets luftig und nicht zu lange. Außerdem müssen Pilzgerichte durchgegart werden. Der Grund: Auch einige genießbare Pilze sind roh oder nicht ganz durchgegart für den Menschen unverträglich.


AOK-Clarimedis – kompetente Informationen am Telefon: 0800 0 326 326

Das telefonische ServiceCenter AOK-Clarimedis ist für Versicherte der AOK Rheinland/Hamburg an 365 Tagen im Jahr erreichbar. Ein Team aus Fachärzten, Krankenschwestern und -pflegern, Ernährungsberatern und Versicherungsexperten gibt kompetente Auskünfte zu den Themen Medizin und Versicherung.

Sie erreichen AOK-Clarimedis rund um die Uhr unter der kostenfreien Rufnummer 0800 0 326 326.

Letzte Änderung: 15.09.2020