In der Schmerzfalle: Kopfweh durch Medikamente

ArtikelLesezeit: 2:00 min.
Eine Medikamentenschachtel und einige einzelne Tabletten.

Bildnachweis: © wdv / Bernhard Rüttger

Wer ständig Schmerzmittel nimmt, um das Dröhnen im Kopf zu betäuben, riskiert im schlimmsten Fall Dauerkopfschmerzen.

Wenn der Schädel brummt, ist der schnelle Griff zur Tablette ohne ärztlichen Rat gang und gäbe. Im Prinzip spricht auch nichts gegen die Einnahme rezeptfreier Mittel, solange die Anwendung kurzfristig (maximal drei Tage hintereinander) stattfindet und man der Schmerzursache auf den Grund geht.

Ein Teufelskreis entsteht

Gefährlich wird es jedoch, wenn man regelmäßig Schmerzmittel schluckt. Denn dann gewöhnt sich das Gehirn an die Substanz in der Tablette und sie zeigt keine Wirkung mehr. Zudem können die Betroffenen einen sogenannten medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerz entwickeln – der wiederum zu einer noch häufigeren Medikamenteneinnahme führt. Aus diesem Teufelskreis kommt man nur schwer wieder heraus.

Frau mit Headset am Computer.

Fragen zu Medikamenten?

AOK-Clarimedis hilft Ihnen weiter.

Experten zufolge sind besonders jene Patienten gefährdet, die häufig an Migräne- oder Spannungskopfschmerzen leiden und an mehr als 10 Tagen im Monat Schmerz- beziehungsweise Migränemittel einnehmen. Etwa zwei Prozent aller Bundesbürger und 15 Prozent aller deutschen Kopfschmerzpatienten sind von diesen durch Schmerzmittel verursachten Dauerkopfschmerzen betroffen.

Eine Lösung: Entzug

Einen Weg aus dieser Spirale bietet nur der Entzug. Dabei müssen die Schmerzmedikamente unter ärztlicher Aufsicht oder in einem Krankenhaus radikal abgesetzt werden. Wenn Sie vermuten, dass Sie zu dieser Gruppe gehören, sollten Sie das dringend mit Ihrem Hausarzt besprechen.


Letzte Änderung: 18.05.2014