Machen Deos krank?

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Eine Frau benutzt einen Deoroller.

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Immer wieder hört man, dass einige Inhaltsstoffe in den Deos ungesund seien und sogar Krebs verursachen können. Was ist dran an den Gerüchten?

Verstopfen Deoroller wirklich die Schweißdrüsen?

Dem Deoroller wird vorgeworfen, dass er die Schweißdrüsen verstopft und so den Körper daran hindert, Giftstoffe auszuschwemmen. Das ist aber Unsinn – zumindest, was das klassische geruchsüberdeckende Deo betrifft. Zum einen verhindert kein Deo das Schwitzen komplett. Zum anderen ist es die Aufgabe von Leber und Nieren – und nicht die der Schweißdrüsen –, Giftstoffe zu filtern.

Anders sieht es aus, wenn man zu schweißhemmenden Deos, den sogenannten Antitranspirantien, greift. Hier bewirken Aluminiumverbindungen, dass sich die Poren der Haut verengen. Die Folge: Der Körper produziert 20 bis 60 Prozent weniger Schweiß. Das klingt gut, doch aluminiumhaltige Deodorants sind umstritten. Die Auswirkungen einer übermäßigen Aluminium-Aufnahme (mehr als ein Milligramm Aluminium je Kilogramm Körpergewicht pro Woche) sind noch nicht ausreichend erforscht.

Erzeugen Deos Krebs?

Ein weiterer Vorwurf, der für Panik sorgt: Deos erzeugen Krebs. Schuld sollen Aluminiumverbindungen sein, die in schweißhemmenden Deorollern enthalten sind und vor allem mit der Entstehung von Brustkrebs in Verbindung gebracht werden. Da die Forschungslage diesbezüglich noch nicht geklärt ist, rät das Bundesinstitut für Risikobewertung deshalb zu der o. g. begrenzten Aufnahme von Aluminium.

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Duftstoffe können Allergien hervorrufen

Deos können in der Tat Allergien hervorrufen. Grund sind vor allem die Duftstoffe. Da Deos nach dem Reinigen aufgetragen werden, ist die Haut ungeschützt. Wasser und Seife haben ihren natürlichen Schutzfilm abgewaschen. Einziger Ausweg sind Produkte, die keine Parfüm- und Duftstoffe enthalten – und möglichst keinen Alkohol. Alkohol soll die Haut desinfizieren, dadurch wachsen Bakterien langsamer. Doch er entfettet auch stark, was die Haut reizen kann. Eine schonendere Alternative ist Isopropanol. Stoffe wie Panthenol, Bisabolol und Azulen beruhigen zusätzlich. Ein weiteres Problem stellen Deoroller dar, die Silberionen enthalten. Silber wird in der Medizin eingesetzt, um Bakterien zu bekämpfen. Wird es auch in alltäglichen Kosmetikprodukten verwendet, verliert es irgendwann seine Wirkung weil die Bakterien dagegen Resistenzen entwickeln. Mediziner haben dann keine effektiven Mittel mehr gegen sie. Das Gleiche gilt für Triclosan, das – jedenfalls im Moment noch – ein wirksames Desinfektionsmittel in Medizinbetrieben ist.

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Letzte Änderung: 21.05.2014