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Deo selber machen – so geht’s

ArtikelLesezeit: 3:00 min.
Frau benutzt Deo

Bildnachweis: © istockphoto.com / CentralITAlliance

DIY – also do it yourself – liegt voll im Trend. Auch Deos lassen sich selbst herstellen. Das ist preiswert, nachhaltig und gesund, weil man Inhaltsstoffe, Duftstoffe und Verpackung selbst bestimmen kann. Wie es funktioniert und was es dabei zu beachten gibt.

Expertenbild

Die Expertin zum Thema

Birgit Kämmerer-Mroß

Apothekerin
ServiceCenter AOK-Clarimedis

Schwitzen ist ganz natürlich – wir regulieren so unsere Körpertemperatur. Trotzdem mag niemand Schweißflecken unter den Armen oder den typischen Schweißgeruch. Hilfe bringt dann ein Deo.

Die herkömmlichen Deos im Handel kommen in den verschiedensten Formen vor: am häufigsten sind Spray, Deoroller und Deostift. Aber es gibt auch Deocreme, Puder, Tücher oder Deoseife. Deos unterscheiden sich nicht nur in ihrer Form, sondern auch in ihrer Wirkungsweise.

Nachteile von Fertig-DEO

  • In gekauften Deos finden sich viele verschiedene Inhaltsstoffe. Einige davon können gerade bei sensibler Haut Irritationen auslösen.
  • Viele Deos enthalten außerdem Aluminiumverbindungen, die in den vergangenen Jahren immer wieder in der Kritik standen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung geht allerdings mittlerweile davon aus, dass eine gesundheitliche Beeinträchtigung durch Aluminium in Deos unwahrscheinlich ist.
  • Die Verpackung von Deos ist nicht immer nachhaltig oder umweltfreundlich. Es gibt derzeit noch viele Produkte in Plastikbehältern, die nur einmal verwendet werden können. Sprays arbeiten außerdem mit Flüssiggas als Treibmittel. Die Ozonschichtschädigenden Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) sind zwar seit vielen Jahren verboten. Aber auch Kohlenwasserstoffe sind klimaschädlich, wenn sie in die Luft gelangen.

Vorteile von DIY-Deo

Der Vorteil von selbst gemachten Deos: Sie können die Stoffe herauslassen, auf die Sie reagieren oder allergisch sind. Am besten testen Sie aus, was Sie gut vertragen und was bei Ihnen am effektivsten gegen Körpergeruch hilft. Außerdem verursachen Sie mit selbst gemachtem Deo weniger (Plastik-)Müll.

Zutaten für Deos zum Selbermachen

Für die Deo-Herstellung zu Hause können Sie verschiedene Stoffe verwenden.

Natron

Natron ist auch bekannt als Natriumhydrogencarbonat. Der Stoff ist seit dem Altertum bekannt und ein wahres Allroundtalent. Im alten Ägypten wurden unter anderem mit einem Gemisch aus Natron, Soda und Salz Pharaonen mumifiziert. Als Backnatron kommt es als Ersatz für Backpulver zum Einsatz.

Natron ist im Supermarkt, Drogerien oder online erhältlich. Es kann Hauptbestandteil eines Deos sein, es kann aber auch ganz allein als Puder verwendet werden. Hierzu das Natron beispielsweise mit einer Puderquaste nach dem Waschen auf die getrocknete Haut unter den Achseln auftragen. Vorsicht: Natron verursacht bei manchen Menschen leichte Hautreizungen. Testen Sie daher zunächst mit einer kleinen Menge aus, wie Sie darauf reagieren.

Rosenwasser

Rosenwasser kann auch als natürliches Deo verwendet werden. Es ist insbesondere bei sensibler Haut sehr zu empfehlen. Hierzu werden Rosenwasser (20 ml) und Wasserstoffperoxid 60 % (5 ml) gemischt. Es kann mehrfach täglich auf die trockene, gereinigte Haut aufgetragen werden.

Apfelessig

Apfelessig wirkt als mildes Deo. Es reduziert die Schweißbildung und hemmt durch seinen niedrigen pH-Wert gleichzeitig das Bakterienwachstum. Nach dem Waschen und Trocknen der Achselhöhlen Apfelessig (bei Bedarf 2:1 mit Wasser verdünnt) aufsprühen oder mit einem Wattepad auftupfen. Der Geruch nach Salatdressing verschwindet innerhalb von 5 Minuten.

Alkohol

Wer Natron nicht verträgt, kann sein Deo auch mit hochprozentigem Alkohol, Wasser, Glycerin und ätherischen Ölen ansetzen. Der Schutz vor üblen Gerüchen ist allerdings kürzer – unter Umständen muss an warmen Tagen nachgesprüht werden. Bei empfindlicher oder frisch rasierter Haut ist es allerdings ratsam, alkoholhaltige Deodorants zu meiden.

Ätherische Öle

Teebaumöl werden gleich mehrere positive Eigenschaften nachgesagt: so soll es Bakterien, Viren und Pilze abtöten können. Es kann zwar die Schweißbildung nicht hemmen, aber gut gegen die von Bakterien verursachte Geruchsbildung ankämpfen. Auch Salbei- oder Lavendelöl hat eine antibakterielle Wirkung und einen angenehmen Geruch.

Wichtig: Wegen der reizenden Wirkung sollten ätherische Öle nur verdünnt zur Anwendung kommen.

Kokosöl

Naturbelassenes Bio-Kokosöl aus erster Kaltpressung kann hier Abhilfe leisten, denn es enthält einen recht hohen Anteil an antibakteriell wirkender Laurinsäure, die Gerüche erst gar nicht entstehen lässt. Ein kleiner Tropfen flüssigen Kokosöls reicht für ein angenehmes Achselklima vollkommen aus. Einfach nach dem Duschen auf die getrockneten Achselhöhlen auftragen. Das Öl zieht schnell in die Haut ein und hinterlässt keinen Fettfilm auf der Kleidung.

Wer eine Deocreme herstellen möchte, kann Kokosöl mit Natron, etwas Stärke zum Andicken sowie ätherischen Ölen für einen guten Geruch vermischen.

Frau mit Headset am Computer.

AOK-Clarimedis

Medizinische Hilfe am Telefon.

Wie lange hält selbst gemachtes Deo?

Die Haltbarkeit liegt – je nach Zusammensetzung und Aufbewahrungsgefäß – bei ein bis acht Wochen. Rezepturen ohne Konservierungsmittel und Alkohol sind zwar gut verträglich, bleiben aber nur kurze Zeit mikrobiell einwandfrei. Sie halten sich etwa ein bis vier Wochen. Rezepturen mit Alkohol sind je nach Konzentration bis zu acht Wochen haltbar.

Rezept: Deo selbst machen

Das einfachste Deorezept besteht aus Wasser und Natron. Wer es gern etwas duftender hat, kann ätherische Öle zufügen.

 

Zutaten für ca. 100 ml Deo:

  • 100 ml Wasser
  • 2 Teelöffel Natron
  • 10 Tropfen ätherischer Öle (z. B. Limette, Salbei, Lavendel, Thymian, Minze, Teebaumöl)
  • Wiederverwendbare Sprühflasche oder Deoroller

Zubereitung:

Wasser abkochen und auf Handwärme abkühlen lassen. Das Natron darin auflösen. Das Gemisch in eine Sprühflasche oder Deoroller füllen. Je nach Vorlieben ätherische Öle hinzutropfen. Vor jedem Gebrauch die Flasche oder den Roller gut schütteln, damit die Öle sich mit dem Natron-Wasser-Gemisch verbinden.

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Letzte Änderung: 03.05.2021