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Mandarine, Orange und Co.: Zitrusfrüchte unter der Lupe

ArtikelLesezeit: 4:00 min.
Geschälte Mandarine in einer Schüssel

Bildnachweis: © istockphoto.com / YelenaYemchuk

Mandarinen, Orangen oder Grapefruit: Zitrusfrüchte sind lecker und gesund. Unter anderem sind sie reich an Vitamin C. Das ist gerade in der Erkältungszeit wichtig für gute Abwehrkräfte. Wir stellen beliebte Zitrusfrüchte vor und haben Tipps zu Einkauf, Lagerung und Zubereitung.

Expertenbild

Die Expertin zum Thema

Bianca Mariano-Hetzel

Diätassistentin und Ernährungsberaterin/DGE

Was versteht man unter Zitrusfrüchten?

Es gibt eine ganze Reihe leckerer Zitrusfrüchte. Insgesamt zählen rund 60 Arten und unzählige Obstsorten dazu. Zitrusfrüchte gehören zur Familie der immergrünen Rautengewächse.

Charakteristisch für Zitrusfrüchte ist eine Schale, die wie wachsbedeckt wirkt. Darunter kommt eine gelb-weißliche Schicht zum Vorschein. Diese ist reich an ätherischen Ölen. Daher kommt der typische Geruch, wenn Sie beispielsweise in der Adventszeit eine Mandarine schälen. Außerdem ist darin Pektin enthalten. Das geliert leicht.

Das Fruchtfleisch hat mehrere Spalten, die wie um eine Achse angeordnet sind. Um zu reifen, brauchen es Zitrusfrüchte schön warm. Deshalb werden sie beispielsweise im Mittelmeerraum angebaut. Aber auch in vielen anderen Ländern wie den USA und Israel wachsen sie gut.

Was macht Zitrusfrüchte so gesund?

Generell gilt: Zitrusfrüchte sind Vitamin-Bomben. Vor allem mit dem hohen Gehalt an Vitamin C punkten sie. Das stärkt unser Immunsystem und ist wichtig für Knochen und Zähne. Auch Vitamin B ist enthalten. Das braucht der Körper unter anderem, um Blut zu bilden und für einen gesunden Stoffwechsel. Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium und Phosphor stecken ebenfalls in Zitrusfrüchten. Die weißliche Schicht über dem Fruchtfleisch ist reich an sekundären Pflanzenstoffen (Flavonoiden), die zum Beispiel Antioxidantien enthalten. Diese sollen unter anderem den Blutdruck sowie das Krebsrisiko senken.

Wie kann ich Zitrusfrüchte verarbeiten?

Zitrusfrüchte können Sie sehr vielseitig einsetzen und auf ganz unterschiedliche Weise verarbeiten. Die Früchte schmecken pur als Rohkost. Sie machen sich aber auch gut in einem Müsli oder Porridge. Auch in Kuchen und verschiedenen Dessertcremes schmecken sie fruchtig-frisch. Und Salaten verleihen Zitrusfrüchte eine sommerliche Note. Zudem können Sie daraus Marmelade und Gelees kochen oder leckere Säfte und Smoothies mixen. Geriebene Zitronen- oder Orangenschale verfeinert außerdem Backwaren, Soßen und andere Speisen.

Beliebte Zitrusfrüchte

Hier stellen wir Ihnen einige beliebte Zitrusfrüchte vor und beschreiben, was sie ausmacht.

Grapefruit

Rotes Fruchtfleisch und ein säuerlicher, leicht bitterer Geschmack. Das zeichnet eine Grapefruit aus. Sie entstand als Kreuzung von Pampelmuse und der Orange. Ihre Schale hat oft einen rötlichen Schimmer. Achtung: Sie kann Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten hervorrufen (siehe unten).

Limette

Limetten haben eine grüne Schale. Werden sie gelb, sind sie überreif. Die Früchte sind meist saftiger, aber kleiner als die einer Zitrone. Limettensaft ist herb, aber weniger sauer. Kerne haben Limetten in der Regel nicht.

Mandarine

Mandarinen gehören für viele einfach zur Winter- und Adventszeit dazu. Rund 132.000 Tonnen Mandarinen wurden 2020 nach Deutschland importiert. Schale und Fruchtfleisch sind orangefarben. Eine Mandarine ist leicht zu schälen und die handlichen Mandarinen-Stückchen machen sie zu einem leichten, gesunden Snack für zwischendurch. Je nach Sorte schmecken Mandarinen unterschiedlich süß beziehungsweise sauer.

Orange

Sie ist der Renner unter den Zitrusfrüchten. Über 500.000 Tonnen wurden vergangenes Jahr nach Deutschland importiert. Und rund 7,5 Liter Orangensaft pro Kopf haben die Deutschen getrunken.

Je nach Sorte haben Orangen eine unterschiedliche Größe und Farbe. Auch Geschmack und Saftgehalt sind individuell. Blutorangen etwa haben ein rotes Fruchtfleisch. Bitterorangen sind kleiner und werden meist zu Marmelade verkocht.

Pampelmuse

Eine Pampelmuse ist eine eigene Art der Zitrusfrüchte. Sie hat eine bittere Note. Ihr Aussehen ist leicht birnenförmig. Das Fruchtfleisch ist rötlich. Eine Pampelmuse wird größer und schwerer als eine Grapefruit. Auch ihre Schale ist deutlich dicker als die einer Grapefruit. Eine Kreuzung aus Grapefruit und Pampelmuse ist die Pomelo.

Zitrone

In Zitronen steckt jede Menge Vitamin C. 100 Gramm Zitrone würden schon etwa die Hälfte des Tagesbedarfs eines Erwachsenen decken. Außerdem punkten Zitronen mit Kalium und dem hohen Gehalt an Antioxidantien.

Mit Schale oder Saft lassen sich herzhafte Gerichte und Desserts würzen. Zitronensaft ist sehr sauer. Er eignet sich, um Fleisch und Fisch zu marinieren. Aufgegossen mit heißem Wasser und etwas Honig ist er ein guter Helfer bei Erkältungen.

Mandarine oder Clementine?

Die Clementine ist eine Mandarinen-Sorte. Denn die Früchte lassen sich relativ leicht mit anderen Früchten kreuzen. Die Clementine entstand aus einer Kreuzung von Mandarine und Bitterorange. Die Schale von Clementinen ist meist dicker als die der Mandarinen. Außerdem haben Clementinen in der Regel weniger Kerne. Sie sind außerdem kleiner und süßer als ursprüngliche Mandarinen. Diese sind aber ohnehin kaum mehr im Supermarkt zu finden.

Was muss ich beim Kauf von Zitrusfrüchten beachten?

  • Kaufen Sie nur Früchte mit unverletzter Schale. Diese bleiben länger frisch.
  • Wenn möglich, riechen Sie an den Früchten. Sie sollten nicht moderig riechen. Das deutet auf Schimmel unter der Schale hin.
  • Achten Sie auf die Farbe. Eine blasse Schale deutet auf noch unreife Früchte hin.
  • Überprüfen Sie, wie fest die Zitrusfrucht ist. Weiche Früchte sind meist süßer. Bei Grapefruits etwa sind weiche Früchte oft saftiger als harte.
  • Setzen Sie auf kleine bis mittelgroße Früchte. Die haben meist einen intensiveren Geschmack.
  • Die Schale von Zitrusfrüchten kann mit Pflanzenschutzmitteln belastet sein. Daher gilt: Nach dem Schälen und vor dem Verzehr unbedingt Hände waschen! Wenn Sie die Schale verarbeiten wollen, greifen Sie am besten zu Zitrusfrüchten in Bio-Qualität.
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Wie lagere ich Zitrusfrüchte am besten?

Die Lagerung von Zitrusfrüchten hängt auch davon ab, um welche Frucht es geht. Mit diesen Hinweisen bleiben die Früchte möglichst lange frisch und lecker:

  • Lagern Sie Zitrusfrüchte am besten trocken.
  • Die meisten Zitrusfrüchte gehören nicht in den Kühlschrank, da verlieren sie schnell an Aroma. Zitronen aber vertragen Kälte.
  • Welche Temperaturen zur Lagerung der einzelnen Früchte ideal sind, hängt von der Sorte ab. Mandarinen fühlen sich beispielsweise zwischen etwa einem bis fünf Grad wohl, Grapefruits und Zitronen bei Temperaturen zwischen zehn und 15 Grad.
  • Prüfen Sie regelmäßig, ob sich Schimmel an den Früchten gebildet hat.
  • Zitrusfrüchte sind meist vier bis acht Wochen haltbar.

3 Tipps zur Zubereitung von Zitrusfrüchten

  • Um Zitrusfrüchte leichter zu schälen, tauchen Sie Mandarinen, Orangen und Co. einfach kurz in heißes Wasser.
  • Sie wollen Saft auspressen? Rollen Sie die Zitrusfrucht auf einem Tisch hin und her. Drücken Sie dabei sanft mit der flachen Hand auf die Frucht.
  • Insbesondere wenn Sie die Schale verarbeiten wollen, sollten Sie auf Bio-Qualität achten. Denn solche Zitrusfrüchte sind weniger mit Schadstoffen und Pestiziden belastet.

Tipp: Zitronensaft sorgt dafür, dass aufgeschnittenes Obst nicht so schnell braun wird – zum Beispiel bei Birnen oder Äpfeln.

Zitrusfrüchte beeinflussen Medikamentenwirkung

Wer regelmäßig bestimmte Medikamente einnimmt, sollte bei manchen Zitrusfrüchten vorsichtig sein. Insbesondere Grapefruit und ihren Saft sollten Sie, wenn überhaupt, nur in sehr geringen Maßen genießen. Denn die darin enthaltenen Furanocumarine beeinflussen die Wirkung verschiedener Medikamente. Die Wirkung kann dabei je nach Medikament entweder verstärkt oder abgeschwächt sein.

Wechselwirkungen gibt es beispielsweise bei:

  • Cholesterinsenkern
  • Blutdrucksenkern
  • Blutgerinnungshemmern
  • Krebsmedikamenten
  • manchen Antibiotika
  • manchen Schmerzmitteln
  • Immunsupressiva
  • Psychopharmaka
  • Benzodiazepine
  • Antihistaminika
  • Antibabypille
  • Schilddrüsenhormone

Sprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt darüber, ob Wechselwirkungen zu erwarten sind, wenn Sie viele Zitrusfrüchte zu sich nehmen.

Letzte Änderung: 14.12.2021