Was taugen Obstsäfte aus dem Supermarkt?

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Die Verpackungen sind bunt und verführerisch. Die Aufschriften versprechen viel. Doch es lohnt sich, bei Obstsäften etwas genauer hinzuschauen. Denn nicht alle Varianten sind auch gesund.

Ernährungswissenschaftler sind sich einig: Der Verzehr von frischem Obst ist immer einen Tick gesünder als das Trinken von gekauften Säften. Doch ein guter Saft kann durchaus mal eine Portion Obst ersetzen.

Aber was ist ein guter Saft? Obst wird auf unterschiedliche Weise zu seiner flüssigen Alternative verarbeitet. vigo online erklärt Ihnen, was Sie über die verschiedenen Formen wissen müssen.

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Fruchtsäfte

Sie müssen einen Fruchtanteil von mind. 94 aufweisen. Fruchtsaft gibt es entweder als Direktsaft oder als Fruchtsaftkonzentrat.
Direktsaft oder Muttersaft nennt man Säfte, die direkt mit dem Auspressen abgefüllt werden. Der Fruchtanteil beträgt beim Direktsaft 100 Prozent. Um Fruchtsaftkonzentrat zu gewinnen, wird dagegen dem Direktsaft zunächst das Wasser entzogen, bis er auf zirka ein Sechstel seines Volumens verdichtet ist. Später entsteht durch Rückverdünnung mit Wasser wieder ein Fruchtsaft. Der Vorteil für den Hersteller liegt auf der Hand: Das Konzentrat kann preiswerter transportiert werden

Direktsaft oder Fruchtsaftkonzentrat – was ist für den Verbraucher besser?
Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in Bonn meint dazu: „Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist keiner der Säfte besser oder schlechter zu beurteilen. Die Unterschiede betreffen eher den Geschmack. Beim Direktsaft bleibt das typische Aroma der jeweiligen Frucht besser enthalten.“

Fruchtnektare

Der Fruchtsaftanteil ist eher niedrig und beträgt bei einem Fruchtnektar, je nach Fruchtart, zwischen 25 und 50 Prozent. Er muss auf dem Etikett deklariert sein. Außerdem darf der Fruchtnektar zur Geschmacksverbesserung bis zu 20 Prozent Zucker enthalten.

Fruchtsaftgetränke

Hierbei handelt es sich um Erfrischungsgetränke, die aus Fruchtsaft, Fruchtsaftaromen, Wasser und Zucker oder Süßstoff gemischt werden. Der Fruchtsaftanteil liegt, je nach Obstart, nur zwischen 6 und 30 Prozent. Der Zuckeranteil beträgt etwa 100 Gramm pro Liter.

Fazit:

Direktsäfte sind aufgrund ihres hohen Fruchtanteils von 100 Prozent und dem Verzicht auf zusätzlichen Zucker am gesündesten. Hier sind die meisten Vitamine enthalten. Fruchtnektare und Fruchtsaftgetränke enthalten meist zusätzlichen Zucker. Grundsätzlich sollten Fruchtsäfte nur in Maßen getrunken werden.

Letzte Änderung: 19.12.2017