Den Reizdarm behandeln

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Frau sitzt auf der Toilette mit einer Rolle Toilettenpapier in der Hand, Ausschnit Beine.

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Zur Behandlung des Reizdarmsyndroms kommen unterschiedliche Ansätze infrage: Medikamente, Stressvermeidung, Entspannungsübungen oder auch pflanzliche Heilmittel. Dr. Thomas Wollersheim vom ServiceCenter AOK-Clarimedis erklärt, welche Behandlungsmethoden wann sinnvoll sind und wie Betroffene mit der richtigen Ernährungsstrategie ihre Verdauung positiv beeinflussen.

Das Reizdarmsyndrom kann unterschiedliche Ursachen haben und sich in verschiedenen Symptomen äußern. Ärzte stehen deshalb vor einer besonderen Herausforderung: „Da es keine allgemeingültige Therapie gibt, muss man für jeden Patienten eine individuelle Behandlung finden“, so Dr. Wollersheim.

Menschen, bei denen sich die Symptome durch Stress verschlimmern, lernen in der Entspannungstherapie, besser mit Stresssituationen umzugehen. Dabei helfen ihnen Entspannungsübungen wie Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung oder Yoga.

Auch Heilpflanzen können bei Darmproblemen helfen: Es gibt Patienten, denen eine Tasse Anis-Kümmel-Fenchel-Tee nach dem Essen gut tut. Andere entspannen lieber in einem Bad mit Lavendel- oder Melissenöl. Im Ernstfall steht darüber hinaus eine Reihe gut verträglicher Medikamenten zur Verfügung. „Sie sind insbesondere in akuten Situationen hilfreich oder als Mittel der Reserve, wenn andere Maßnahmen nicht greifen“, weiß der Mediziner.

Das Ernährungstagebuch

Reagiert der Darm auf Nahrungsmittel gereizt, kann sich die Suche nach den auslösenden Stoffen als schwierig erweisen. „Ein Ernährungstagebuch hilft Betroffenen, einen Überblick über ihre Speisen und Getränke zu behalten“, sagt der AOK-Clarimedis-Experte. „Hier werden auch die negativen Reaktionen des Darms erfasst. Das zeigt Zusammenhänge zwischen Nährstoff und Reiz.“ Betroffene reagieren oft auf fettes, scharf gewürztes und reichhaltiges Essen. Kaffee und Zigaretten können ebenfalls vermehrt zu Beschwerden führen.

Der Magen-Darm-Experte rät, sich beim Essen Zeit zu lassen: „Hastiges Essen führt dazu, dass die Speisen für den Magen nicht genug vorgekaut sind. Zudem gelangt beim Schlingen Luft in den Verdauungstrakt.“

Doch auch wenn die Diagnose für viele Patienten mit einer Ernährungsumstellung verbunden ist, lohnt sich der Einsatz. „Wer seine Therapie konsequent durchführt und auf eine vollwertige, reizarme Nahrung achtet, hat langfristig gute Chancen auf eine Linderung“, so Dr. Wollersheim.

Frau mit Headset am Computer.

AOK-Clarimedis

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Letzte Änderung: 02.12.2015