Morbus Crohn – eine chronische Entzündung des Darms

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Bauch einer Frau.

Bildnachweis: © wdv / Frank Blümler

Lang anhaltender Durchfall, Bauchschmerzen – diese Symptome können auf die chronisch entzündliche Darmerkrankung Morbus Crohn hindeuten. Bisher ist die in Schüben auftretende Erkrankung nicht heilbar. Medikamente hemmen aber die Entzündungen. Zwischen den Schüben können die Patienten durchaus längere Zeit weitgehend beschwerdefrei leben.

Morbus Crohn ist eine chronisch entzündliche Erkrankung, die alle Abschnitte des Verdauungstraktes befallen kann und zur Fistelbildung neigt. Die Krankheit tritt bevorzugt am Ende des Dünndarmes und im Dickdarm im rechten Unterbauch auf. Gelenke, Augen und Haut können mitbeteiligt sein. In Westeuropa leiden rund 150 von 100.000 Menschen unter der Krankheit. Meist bricht sie zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr aus, manchmal trifft es bereits Kinder.

Ursachen

An den Ursachen für Morbus Crohn forschen Wissenschaftler noch heute. Wahrscheinlich besteht hier eine Kombination von genetischen und Umweltfaktoren. Auch das Rauchen ist ein Risikofaktor.

Symptome

Zu den Hauptsymptomen des Morbus Crohn gehören Durchfall, der über Wochen andauern kann, sowie Bauchkrämpfe, die vor allem im rechten Unterbauch auftreten.

Frau mit Headset am Computer.

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Medizinische Hilfe am Telefon.

Diagnose

Für die Diagnose werden Darmgewebeproben untersucht. Die Entzündungsaktivität kann mithilfe eines Stuhlwertes, dem sogenannten Calprotectin, ermittelt werden. Dabei ist es wichtig, zunächst eine andere chronische Dickdarmentzündung, die Colitis ulcerosa, auszuschließen.

Behandlung

Morbus Crohn tritt in Schüben auf, zwischen denen längere Phasen ohne Beschwerden liegen können. Die Behandlung richtet sich danach, wie stark die einzelnen Schübe sind. In erster Linie geht es darum, die Entzündungen einzudämmen. Anti-entzündliche Corticoide spielen bei der Behandlung eine große Rolle. Außerdem kommen manchmal Antibiotika und, in schweren Fällen, Immunsuppressiva – also Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken – oder Antikörper zum Einsatz. Kommt es zur Fistelbildung oder einer extremen Einengung des Darmes, kann auch eine Operation nötig werden.

Ernährungsberater können helfen, gewisse Unverträglichkeiten oder Mangelernährung zu verhindern. Unter Umständen müssen fettlösliche Vitamine ersetzt werden.

Letzte Änderung: 19.04.2017

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