Woher kommen Albträume?

InterviewLesezeit: 3:00 min.

Alle Menschen träumen. Allerdings erinnern sie sich mal mehr und mal weniger an ihre nächtlichen Fantasieerlebnisse. Dabei ist nicht jeder Traum positiv – sogenannte Albträume können einem den gesunden Schlaf rauben. vigo hat Dr. Johanna Thünker, Diplom-Psychologin und Mitglied des Teams „Albtraumcoach“ der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, zu den Ursachen von Träumen befragt.

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Die Expertin zum Thema

Dr. Johanna Thünker

Diplom-Psychologin und Mitglied des Teams „Albtraumcoach“
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Warum träumen wir?

Unser Redakteur

vigo Redaktion

Das ist wissenschaftlich noch nicht genau erforscht. Man weiß aber, dass in Träumen häufig das auftaucht, was wir im Alltag erleben oder was uns auch am Tag beschäftigt. Das können aktuelle Erlebnisse des Tages sein oder auch zukünftige Ereignisse wie zum Beispiel eine bevorstehende Prüfung, die einem Angst bereitet.

Dr. Johanna Thünker

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Was wollen uns Träume sagen?

Unser Redakteur

vigo Redaktion

Träume können nicht 1:1 übersetzt werden. Es gibt keine Symbole für einen Traum. Insofern sind allgemeine Traumdeutungen schwierig bis unmöglich. Träume haben aber individuell für die träumende Person durchaus häufig eine Bedeutung: Meist träumt man von Sachen oder Ereignissen, die einem wichtig sind oder vor denen man Angst hat.

Dr. Johanna Thünker

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Und ist letzteres der Fall, kann ein Traum durchaus negativ sein. Was sind die gängigsten Albtraum-Motive?

Unser Redakteur

vigo Redaktion

Albträume sind mit sehr negativen Gefühlen besetzt und haben meistens etwas mit Angst, Wut, Ekel oder Scham zu tun. Das häufigste Albtraum-Motiv ist die „Verfolgung“. In einer dunklen einsamen Umgebung wird man von unbekannten Menschen verfolgt. Man spürt, wie jemand hinter einem ist und immer näher kommt. Panik entsteht. Versagensträume sind ebenfalls häufig. Man träumt etwa, dass man eine Prüfung nicht besteht. Es können auch vergangene Prüfungen sein, die man längst geschafft hat. Ein Professor von uns träumt immer wieder, dass er durchs Abitur fällt.

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Wann sind Albträume behandlungsbedürftig?

Unser Redakteur

vigo Redaktion

Wenn sie das Wohlbefinden stark beeinträchtigen, man sich tagsüber immer wieder an den Albtraum erinnert und sich damit in Gedanken oft beschäftigt. Oft lässt dann die Leistungsfähigkeit nach, man fühlt sich müde und ausgebrannt. Eine Zahl, wie oft man den Albtraum haben muss, damit er behandlungsbedürftig ist, gibt es nicht. Es geht nur um das eigene Empfinden. Schlafforscher an der Universitäten Düsseldorf und Utrecht (Niederlande) haben ein Internet-basiertes Selbsthilfe-Training für Personen entwickelt, die unter Albträumen leiden. Jeder kann daran teilnehmen.

Dr. Johanna Thünker

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Letzte Änderung: 24.01.2013