Basische Ernährung: Macht saures Essen krank?

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Auf einem Holzbrett liegt eine in Scheiben geschnittene Salatgurke, eine Frau isst eine Scheibe davon.

Bildnachweis: © wdv / Jan Lauer

Essen, das fit macht und Krankheiten verhindert? Auch wenn die Basische Ernährungstheorie nicht modernen wissenschaftlichen Ansätzen entspricht, so können Sie sich damit ausgewogen und gesund ernähren. Lesen Sie, worauf Sie bei Basischer Ernährung achten sollten.

Bereits im 17. Jahrhundert formulierte der Arzt und Naturwissenschaftler Franciscus Sylvius die These, dass ein Ungleichgewicht von Säuren und Basen im Körper Krankheiten verursache. Diesem Ansatz folgen bis heute viele alternativmedizinische Ernährungslehren.

Die Theorie: Wenn der Körper durch (ungünstige) Lebensmittel krank werden kann, dann gibt es auch gute Nahrungsmittel, die den Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht – und uns gesund – halten.

Doch viele Experten sehen in der Basischen Ernährung keine nachweislich gesundheitlichen Vorteile. Denn für einen konstanten Säure-Basen-Spiegel sorgen beim gesunden Menschen unter anderem Nieren, Leber und Lunge. Zudem unterstützt körperliche Bewegung die Säureausscheidung. Und: Die heutige Medizin geht davon aus, dass eine Krankheit nicht allein auf eine falsche Ernährungsweise zurückzuführen ist.

Übersäuerung: Sind tierische Lebensmittel ungesund?

Verfechter der Basischen Ernährung sind davon überzeugt, dass Fleisch, Eier oder Brot zur Übersäuerung des Körpers führen und Krankheiten wie Rheuma, Gicht oder Krebs auslösen. Richtig ist, dass nach dem Verzehr eiweißreicher Lebensmittel im Stoffwechsel Säuren entstehen. Der Köper scheidet die überschüssigen Säuren auf verschiedenen Wegen wieder aus.

In der Frage, was optimale Lebensmittel sind, liegen Ernährungswissenschaft und Basische Lehre gar nicht so weit auseinander: Beide empfehlen viel Obst und Gemüse. Nur bei der Einschätzung, wie viel tierische Produkte uns guttun, scheiden sich die Geister.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung maximal 600 Gramm Fleisch und Wurst und ein bis zweimal Fisch pro Woche, sowie ab und zu ein Ei. Milch und Milchprodukte sollten täglich auf dem Speiseplan stehen. Außerdem wichtig: Trinken Sie täglich etwa zwei Liter Wasser oder ungesüßten Kräuter- oder Früchtetee.

Junge Frau hält einen Apfel in der Hand.

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Welche Lebensmittel erlaubt die Basische Ernährung?

  • Gemüse und Salate sind perfekt basisch: Auch Kartoffeln, Süßkartoffeln, frische Kräuter und Keimlinge sind die optimalen Bausteine der Basischen Ernährung.
  • Obst und Nüsse sind gut basisch:  Obst können Sie auch im getrockneten Zustand bedenkenlos essen. Verzichten Sie lieber auf geschwefelte Früchte.
  • Öle sind neutral: Bei Ölen achten Anhänger der Basischen Ernährung darauf, dass sie kaltgepresst sind.
  • Getreide und Hülsenfrüchte sind etwas sauer: Produkte aus Vollkorngetreide (Reis, Nudeln, Brot) sowie Linsen, Kichererbsen, Erbsen und Co. gelten zwar als grundsätzlich basisch, sind aber gute Säurebildner und damit „erlaubt“.
  • Tierisches Eiweiß ist sauer: Fleisch, Eier, Fisch, Käse und andere Produkte aus tierischem Eiweiß sind sogenannte „schlechte“ Säurebildner.
  • Süßes und Getränke sind sehr sauer: Limos, Süßkram, Kaffee, schwarzer Tee und Alkohol sind schlechte Säurebildner und rangieren ganz unten auf der Skala der Basischen Ernährung.

Letzte Änderung: 16.12.2019

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