Schwere Last: die Folgen von Übergewicht und Adipositas

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Als wären die überschüssigen Pfunde nicht schon genug: Übergewicht und Fettleibigkeit erhöhen darüber hinaus das Risiko für viele andere Krankheiten. So zählen Bluthochdruck, Herzleiden und Diabetes zu den häufigsten Begleiterkrankungen.

Zu viele Pfunde belasten Herz und Kreislauf enorm. Der Grund: Die Blutmenge ist bei dicken Menschen größer als bei Normalgewichtigen. Für das Herz bedeutet das deutlich mehr Arbeit, weil es stärker schlagen muss, um das Blut in Bewegung zu halten. Ein höherer Blutdruck ist die Folge.

Adipositas schädigt außerdem langfristig die Blutgefäße im gesamten Körper, da sie Ablagerungen begünstigt, was schließlich zur Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) führt. Auch das Risiko für Diabetes ist erhöht. Denn bei stetig zunehmendem Körpergewicht wird mehr Insulin benötigt. Bei entsprechender Veranlagung schafft es die Bauchspeicheldrüse nicht, immer mehr von diesem wichtigen Hormon zu produzieren. Hinzu kommt, dass der Körper das Insulin nicht richtig verwerten kann. Die Folge: Relativer Insulinmangel. Glukose gelangt nicht mehr zu den Zellen, sondern staut sich im Blut an. Der Blutzuckerwert steigt.

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Doch damit ist die Liste der Folgeerkrankungen noch nicht am Ende: Die wachsende Patientenzahl mit Gelenkerkrankungen und Rückenschmerzen steht ebenfalls in Zusammenhang mit der steigenden Zahl der Übergewichtigen. Denn jedes Kilo zu viel belastet die Gelenke.

Hinzu kommen allgemeine Beschwerden wie verstärktes Schwitzen und Kurzatmigkeit. Oft sind bei stark übergewichtigen Menschen auch die Aktivitäten des täglichen Lebens eingeschränkt: Ob Einkaufen oder ein Friseurbesuch – alles ist anstrengend und wird auf ein Mindestmaß reduziert. Viele Betroffene leiden besonders unter den Reaktionen ihrer Umwelt. Kein Wunder also, dass bei Adipositas-Patienten die Rate an Depressionen und Angststörungen ebenfalls erhöht ist.

Höhere Sterberate bei Fettleibigkeit

Eine neue Studie aus Oxford zeigt, dass nicht nur zahlreiche Krankheiten durch die überflüssigen Pfunde entstehen, sondern auch das Sterberisiko stark erhöht ist. Ein Drittel mehr Gewicht als das Optimum verkürzt die Lebenserwartung um drei Jahre. Schwer adipöse Patienten verlieren sogar bis zu zehn Jahre Lebenszeit.

Bei Dickleibigen ist die Sterberate durch Gefäßerkrankungen um 40 Prozent erhöht. Für Diabetes, Leber- oder Nierenerkrankungen ist sie sogar um 60 bis 120 Prozent höher, jeweils im Vergleich zu Personen mit einem BMI von 22,5 bis 25 kg/m2. Und schließlich steigt sogar das Risiko für bösartige Tumore um zehn Prozent, wie Forscher herausfanden.

Letzte Änderung: 18.05.2017