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Was sagt der BMI aus?

ArtikelLesezeit: 2:30 min.
Frau hält einen grünen Smoothie in der Hand.

Bildnachweis: © wdv / Jan Lauer

Ob unser Körpergewicht im grünen Bereich liegt, finden wir mit dem Body-Mass-Index heraus. Er berücksichtigt aber weder das Alter noch die Verteilung von Körperfett und Muskelmasse. Deswegen ist der BMI nur eingeschränkt aussagekräftig.

Der Body-Mass-Index ist eine einfache Formel, um unser Gewicht einzuordnen. Dafür wird das Körpergewicht (kg) durch die Körpergröße (cm) geteilt. Je nach Ergebnis unterscheidet man zwischen Untergewicht, Normalgewicht, Übergewicht, extremen Übergewicht (Adipositas) und massiver Adipositas.

Mit zahlreichen BMI-Rechnern im Internet können Sie den Wert schnell ermitteln. Er gibt Ihnen eine erste Orientierung, ob Sie normalgewichtig sind oder nicht. Das ist wichtig, denn Übergewicht kann Bluthochdruck, Diabetes, Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen.

Was sagt der BMI aus?

Trotzdem sollte der BMI nicht das alleinige Kriterium sein, nachdem Sie Ihr Gewicht bewerten. Denn bei der Berechnung werden wichtige Faktoren nicht berücksichtigt:

  • Alter: Einige BMI-Rechner fragen diesen Wert ab, aber nicht alle. Da sich ab 40 Stoffwechsel und Körperfettanteil ändern und wir eher an Gewicht zulegen, müsste der BMI entsprechend angepasst werden. Für Kinder ist er gar nicht geeignet, da sich ihr Körperfettanteil ständig ändert. Auch bei älteren Menschen ist der BMI ohne Altersberücksichtigung wenig aussagekräftig, weil sie häufig an Muskelmasse und damit an Gewicht verlieren.
  • Muskelmasse: Bei der Berechnung wird die reine Körpermasse zugrunde gelegt. Ob es sich dabei um Muskeln oder Fett handelt, spielt keine Rolle. Sind Sie sehr muskulös, können Sie so fälschlicherweise als übergewichtig eingestuft werden.
  • Fettverteilung: Ob das Körperfett am Bauch oder an den Oberschenkeln haftet, macht für Ihre Gesundheit einen Unterschied. Bauchfett erhöht das Risiko für Diabetes Typ 2 und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sitzt es an den Oberschenkeln, schadet es nicht.

 

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Alternativen zum Body-Mass-Index

Bauchumfang
Experten raten, zusätzlich zum BMI auch den Bauchumfang zu messen. Ist er zu hoch, schadet das Ihrer Gesundheit. Die idealen Maße liegen bei Frauen zwischen 80 und 88 cm, bei Männern zwischen 94 und 102 cm.

Waist to height Ratio (WtHR)
Dabei teilen Sie den Taillenumfang (cm) durch die Körpergröße (cm). Diese Methode berücksichtigt im Gegensatz zum BMI die Fettverteilung. Unter 40 Jahre liegt der Idealwert bei max. 0,5, zwischen 40 und 50 Jahren bei 0,5 bis 0,6, über 50 Jahre bei maximal 0,6.

Taille-Hüft-Verhältnis (THV)
Bei dieser Formel bleibt das Gewicht komplett außen vor. Gemessen wird die Verteilung des Bauchfetts, indem Sie den Taillenumfang (cm) durch den Hüftumfang (cm) teilen. Ideal für Frauen sind Werte unter 0,8, für Männer unter 0,9.

ABSI (A Body Shape Index)
Hier wird neben Größe und Gewicht auch der Taillenumfang (cm) eingerechnet. Den Wert können Sie über kostenfreie Rechner im Netz leicht ermitteln. Bei der Auswertung spielen auch Alter und Geschlecht eine Rolle. Nachteile der Methode sind, dass die Formel sehr kompliziert und die Werte schwer zu interpretieren sind.

Braucht man den BMI?

Wichtig ist, dass Sie Ihren Körper nicht auf einzelne Werte reduzieren. Alle Berechnungen des Normalgewichts einschließlich des BMI weisen Schwächen auf. Sie geben eine Richtung vor, erfassen aber bei weitem nicht alle Faktoren, die für Ihre Gesundheit von Bedeutung sind.

Statt auf Zahlen und Formeln zu achten, sollten Sie Wert darauf legen, Sport zu treiben, gesund zu essen und sich insgesamt wohlzufühlen. Einig sind sich Experten außerdem, dass Übergewicht und zu viel Bauchfett der Gesundheit schaden. Wenn Sie diese einfachen Dinge beachten, können Sie den Taschenrechner getrost zur Seite legen.

Letzte Änderung: 17.12.2019