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Leben mit Arthrose: Therapie und Tipps für den Alltag

ArtikelLesezeit: 2:00 min.
Physiotherapeut bei der Behandlung

Bildnachweis: © istockphoto.com / gradyreese

Arthrose ist nicht heilbar. Trotzdem haben Betroffene eine Reihe von Möglichkeiten, ein Fortschreiten der Krankheit zu verzögern.

Die Schmerzen bei einer Arthrose gehen nicht vom geschädigten Gelenkknorpel, sondern von der Knochenhaut und der Gelenkkapsel aus. Sie reagieren auf Entzündungen oder Knochenunebenheiten.

Je früher die Ursache für den Gelenkverschleiß erkannt wird, desto schneller und besser kann gegengesteuert werden. Es ist wichtig, die Beschwerden möglichst rasch und wirkungsvoll zu behandeln. Sonst kann sich die Arthrose verschlimmern und der Schmerz chronisch werden.

Ist der Knorpeldefekt schon zu weit fortgeschritten, kann ein künstliches Gelenk erforderlich werden.

Arthrose – Behandlungsmöglichkeiten

Die Arthrose-Therapie soll Schmerzen beseitigen und die Beweglichkeit der Gelenke erhalten oder diese sogar wieder verbessern. Dazu werden gegebenenfalls verschiedene Maßnahmen kombiniert.

Physikalische Therapien

Vor allem im Anfangsstadium der Arthrose können physikalische Therapien ausreichen, um die Schmerzen zu lindern. Dazu gehören Krankengymnastik und Ergotherapie. Das kräftigt die Muskulatur, verbessert Bewegungsabläufe und entlastet so die Gelenke. Kälte-/Wärmeanwendungen, Elektrotherapie, Bäder oder Massagen werden unterstützend eingesetzt. Kälte beispielsweise hilft vor allem bei entzündlichen Gelenkschwellungen.

Medikamente

Reicht die physikalische Therapie allein nicht aus, werden Medikamente nötig, um die Schmerzen in den Griff zu bekommen. Schmerzmedikamente über einen längeren Zeitraum sollten jedoch immer nur in Absprache mit dem Arzt eingenommen werden.

Einige schmerzlindernde Wirkstoffe können in Form von Salben direkt auf die Gelenke aufgetragen werden. Sie dringen aber höchstens zwei Zentimeter ein. Die Anwendung von Salben ist deshalb nur an Gelenken sinnvoll, die nicht tief unter der Haut liegen, z. B. Knie-, Hand- und Ellbogengelenk. Bei starken akuten Entzündungen kann der Arzt ein Kortisonpräparat direkt in das betroffene Gelenk spritzen.

Ergänzende Therapien

Bei Kniearthrose hat sich Akupunktur als wirksam erwiesen – dafür übernimmt die AOK Rheinland/Hamburg die Behandlungskosten. Es gibt aber noch zahlreiche weitere Mittel, die den Knorpel angeblich schützen oder wiederaufbauen sollen. Dazu gehören z. B. Gelatine, Glukosamin, Chondroitin und Hyaluronsäure. Die Wirksamkeit ist jedoch nicht wissenschaftlich belegt. Daher werden diese Behandlungskosten nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Frau mit Headset am Computer.

AOK-Clarimedis

Medizinische Hilfe am Telefon.

Leben mit Arthrose: Tipps für den Alltag

Mit einem bewussten Verhalten können Betroffene viel dafür tun, den Gelenkverschleiß aufzuhalten. Die Lebensgewohnheiten beeinflussen den Verlauf einer Arthrose entscheidend.

Die wichtigsten Tipps im Überblick:

  • Abnehmen: Bauen Sie Übergewicht ab! Unnötige Pfunde überlasten die Gelenke – das beschleunigt den Verschleiß.
  • Sport: Bewegen Sie sich regelmäßig! Setzen Sie dabei auf gelenkschonende Sportarten wie Radfahren, Schwimmen, Gymnastik oder Nordic Walking. Solche Bewegungen tun den Gelenken gut und halten Knorpelschäden auf. Sport kräftigt außerdem die Muskeln – und diese stützen wiederum die Gelenke. Wir haben ein paar Übungen für die Hüfte oder Übungen für die Knie für Sie zusammengestellt.
  • Entlastung: Im fortgeschrittenen Stadium können verschiedene orthopädischeHilfen wie ein Handstock oder ein Schuhhöhenausgleich hilfreich sein.
  • Apropos Schuhe: Ihren Gelenken zuliebe sollten Sie auf hohe Absätze verzichten.
  • Vermeiden Sie, wenn möglich, langes Stehen und schweres Tragen!

Letzte Änderung: 08.06.2021