Akupunktur

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Eine Akupunkturnadel wird an der Stirn einer Frau gesetzt.

Bildnachweis: © wdv / Frank Blümler

Nur wenn die Lebensenergie ungehindert durch den Körper strömt, haben Krankheiten keine Chance - so sieht es die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM). Und genau da setzen die kleinen Akupunktur-Nadeln an: Sie sollen Energiestaus aus dem Weg räumen.

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Die Expertin zum Thema

Dr. Ellen Fuchs

Fachärztin für Allgemeinmedizin und Anästhesie
ServiceCenter AOK-Clarimedis

Akupunktur ist die älteste Heilmethode der Menschheit. Seit rund 5.000 Jahren bringen chinesische Naturheilkundler mit ihren Nadeln Energien zum Fließen. Gemeint ist die Lebensenergie, von den Chinesen Qi genannt (sprich: Tschi), die den Körper laut TCM durchdringt. Dabei weisen Kanäle (Meridiane oder Leitbahnen) dem Energiefluss von der Kopfmitte bis zu Fingern und Zehenspitzen die Richtung.

Wegweiser für Leber, Lunge und Co.

Nach der chinesischen Medizin stehen die Meridiane für Organfunktionen, wie zum Beispiel von Magen, Milz und Lunge. Die Energie muss auf diesen Leitbahnen stets ungestört fließen. Neben dem Qi haben Yin und Yang in der chinesischen Medizin eine große Bedeutung. Geraten diese aus dem Gleichgewicht, ist der Energiefluss blockiert, und das schadet den jeweiligen Organen. Die Folge: Der Mensch wird krank.

An Hunderten von Akupunktur-Punkten können die Nadeln den Energiefluss wieder ankurbeln, indem man sie an der richtigen Stelle in die Haut sticht. Daher kommt auch der lateinische Begriff Akupunktur: von acus = Nadel und pungere = stechen. Läuft das Körper-Qi wieder rund, können die Organe laut TCM gesunden.

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Schmerz, lass nach!

Klein wie ein Streichholz, aber mit enormer Wirkung: Akupunkturnadeln reizen also nicht nur bestimmte Punkte auf der Haut, sondern gleich ganze Organe. Gleichzeitig sprechen die Piekser die Nervenbahnen an und lassen sogenannte morphinartige Substanzen fließen, zum Beispiel Endorphine. So können sogar heftige Schmerzen gemildert werden.

In einer Sitzung bekommt der Patient bis zu 16 Nadeln gesetzt. Sie bleiben etwa 30 Minuten an ihrer Stelle. Die komplette Therapie geht in der Regel über 10 bis 15 Sitzungen. Erste Erfolge können sich schnell einstellen; nach 4 bis 5 Behandlungen bemerken viele Patienten eine Wirkung.

Keine Angst, die kleinen Einstiche tun nicht weh. Im Gegenteil: Patienten spüren oft, wie sich die Muskeln bei der Behandlung entspannen. Das verspricht besonders dann Linderung, wenn der Bewegungsapparat erkrankt ist. Zusätzlich kann Akupunktur die Durchblutung fördern und das Immunsystem stärken.

Wann wirkt Akupunktur?

Letzte Änderung: 06.05.2015