Abonnieren Sie den vigo-Newsletter. Wir halten Sie zu allen interessanten Gesundheitsthemen auf dem Laufenden!

Wechseljahre: Hormonbehandlung und pflanzliche Alternativen

ArtikelLesezeit: 3:00 min.
Arzneimittel in Tabletten- und Kapselform.

Bildnachweis: © wdv / Stefan Oberschelp

Wenn das Nachlassen der Hormonproduktion die Ursache für Klimakteriums-Beschwerden ist – warum dann nicht die fehlenden Hormone ersetzen? Hierfür ist eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung sinnvoll.

Schätzungen zufolge nehmen in Deutschland etwa 4,6 Millionen Frauen Hormone ein, um die unangenehmen Begleiterscheinungen der Wechseljahre zu mindern. Diese Behandlung erhöht allerdings das Risiko für Brustkrebs, wenn sie länger als fünf Jahre andauert. Insgesamt reduziert die Hormoneinnahme aber die Gesamtsterblichkeit bei Frauen, die ansonsten herzkreislaufgesund sind. Ein Therapiebeginn sollte innerhalb von fünf bis zehn Jahren nach der Menopause erfolgen.

Bei einer Hormonbehandlung steigt auch das Risiko für Thrombosen oder Schlaganfälle. Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft empfiehlt Hormone daher nur bei relevanten Beschwerden. Dann sollten sie so gering wie möglich dosiert und nur für eine möglichst kurze Zeit eingenommen werden. Nach Absprache mit den Ärzten kann jährlich versucht werden, die Hormone wieder wegzulassen.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Bei einer Hormonbehandlung steigt auch das Risiko für Thrombosen Schlaganfälle.

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft empfiehlt Hormone daher nur bei relevanten Beschwerden. Dann sollten sie so gering wie möglich dosiert und nur für eine möglichst kurze Zeit eingenommen werden. Nach Absprache mit den Ärzten kann jährlich versucht werden, die Hormone wieder wegzulassen.

Frau joggt über eine Wiese mit hohem braunem Gras.

„Lebe Balance“

Das AOK-Angebot für Ihr inneres Gleichgewicht.

Natürliche Alternativen

Bei milden Beschwerden gibt es einige pflanzliche Alternativen. Gegen Schweißausbrüche, Nervosität und Schlafstörungen wirkt zum Beispiel die Traubensilberkerze. Mönchspfeffer hilft bei Brustspannen und reguliert sanft den Hormonhaushalt. Bei Angstzuständen und depressiven Verstimmungen hat sich Johanniskraut bewährt. Baldrian und Salbei dämpfen Nervosität und Reizbarkeit.

Doch auch pflanzliche Alternativen sind nicht ohne Risiko. Sie wirken zum Teil ähnlich wie Hormone – und haben dementsprechend vergleichbare Nebenwirkungen! So weist die Gesellschaft Deutscher Chemiker darauf hin, dass die Einnahme von Isoflavonen (sie kommen vor allem in Rotklee und Soja vor und sind eine natürliche Alternative zu Östrogenen) nicht unbedenklich ist, da es kein Wissen über Langzeitwirkungen gibt.

Letzte Änderung: 16.10.2020