Wechseljahre: Hormonbehandlung und pflanzliche Alternativen

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Arzneimittel in Tabletten- und Kapselform.

Bildnachweis: © wdv / Stefan Oberschelp

Wenn das Nachlassen der Hormonproduktion die Ursache für Klimakteriums-Beschwerden ist – warum dann nicht die fehlenden Hormone ersetzen? Was einfach klingt, kann böse Folgen haben.

Schätzungen zufolge nehmen in Deutschland 4,6 Millionen Frauen Hormone ein, um die unangenehmen Begleiterscheinungen der Wechseljahre zu mindern. Diese Behandlung erhöht allerdings das Risiko für Brustkrebs. Eine amerikanische Studie, die Langzeitfolgen einer Hormonersatztherapie untersuchen sollte, musste sogar vorzeitig abgebrochen werden, weil zu viele Frauen, die an der Studie teilnahmen, an Brustkrebs erkrankten.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Zudem steigt bei einer Hormonbehandlung das Risiko für Thrombosen und Gallenblasenerkrankungen. Ein weiteres Problem: Durch die Einnahme von Medikamenten werden die Beschwerden bei vielen Frauen lediglich verschoben. Setzen sie die Hormone ab, treten häufig auch die Symptome wieder auf.

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft empfiehlt Hormone daher nur noch bei sehr starken Beschwerden. Und dann sollten sie so gering wie möglich dosiert und nur für eine möglichst kurze Zeit eingenommen werden.

Frau joggt über eine Wiese mit hohem braunem Gras.

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Natürliche Alternativen

Aber zum Glück hat die Natur Alternativen parat: Gegen Schweißausbrüche, Nervosität und Schlafstörungen wirkt zum Beispiel die Traubensilberkerze, Mönchspfeffer hilft bei Brustspannen und reguliert sanft den Hormonhaushalt. Bei Angstzuständen und depressiven Verstimmungen hat sich Johanniskraut bewährt. Baldrian und Salbei dämpfen Nervosität und Reizbarkeit.

Doch auch pflanzliche Alternativen sind nicht ohne Risiko. Sie wirken zum Teil ähnlich wie Hormone – und haben dementsprechend vergleichbare Nebenwirkungen! So weist die Gesellschaft Deutscher Chemiker darauf hin, dass die Einnahme von Isoflavonen (sie kommen vor allem in Rotklee und Soja vor und sind eine natürliche Alternative zu Östrogenen) nicht unbedenklich ist, da es kein Wissen über Langzeitwirkungen gibt.

Letzte Änderung: 12.06.2012