Stimmungsaufhellendes Johanniskraut

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Johanniskrautblüte

Bildnachweis: © wdv / Frank Weinert

Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum) gilt als wichtigstes pflanzliches Antidepressivum. Die Heilpflanze kann die Stimmung aufhellen, Angstzustände lösen und nervöse Unruhe lindern. Ihr Öl wirkt darüber hinaus entzündungshemmend und beruhigt trockene, schuppige Haut. Doch Vorsicht: Johanniskraut führt oft zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Erfahren Sie im vigo-Online-Heilpflanzen-Lexikon mehr über das Heilkraut.

Das Echte Johanniskraut kann bis zu einem Meter hoch werden, ist in Europa, Westasien und Nordafrika heimisch und wächst häufig an Wegrändern sowie in lichten Wäldern. Arzneilich genutzt wird die gesamte Pflanze, mit Ausnahme der Wurzel.

Im Volksmund wird Johanniskraut auch als „Herrgottsblut“ bezeichnet. Der Grund: Werden die Blüten zerrieben, sondern sie eine rötliche Flüssigkeit ab, die die Hände „blutig“ aussehen lässt. Dabei sind die Blüten der „Arzneipflanze des Jahres 2015“ gold-gelb. Die rote Farbe kommt von den Öldrüsen, mit denen Blüten wie Blätter versehen sind. Sie enthalten die wichtigen Wirkstoffe Hypericin, Pseudohypericin und ähnliche Substanzen, Flavonoide und Bioflavone sowie Spathulenol.

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Anwendungsgebiete des Johanniskrauts

Bereits in der Antike wurde Johanniskraut als Heilpflanze verwendet, etwa als Medizin bei Verbrennungen. Heute wird es hauptsächlich innerlich zur Behandlung von leichten bis mittelschweren Depressionen, gegen Nervosität, Schlaflosigkeit und Angstzustände eingesetzt. Äußerlich werden Präparate aus Johanniskraut vorwiegend zur Wundheilung aufgetragen. Ihr sogenanntes Rotöl hilft gegen Muskelschmerzen, Zerrungen, Stichwuden und andere Verletzungsfolgen.

Bei der Einnahme wichtig zu wissen ist, dass Johanniskraut die Wirkung anderer Arzneimittel abschwächt – darunter auch die Wirkung der Antibabypille. Aufgrund dieser und weiterer Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, ist das Heilkraut seit 2003 apothekenpflichtig. Davon ausgenommen sind unter anderem Tees und ölige Zubereitungen. Außerdem kann das enthaltene Hypericin die Haut lichtempfindlicher machen und zu sonnenbrandähnlichen Reaktionen führen. Auch Schwangere und Stillende sollten auf die Einnahme von Johanniskraut verzichten. Es macht also Sinn, sich vor der Einnahme des Heilkrauts immer von einem Arzt oder Apotheker beraten zu lassen.

Letzte Änderung: 11.10.2015