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CT und MRT – was ist der Unterschied?

ArtikelLesezeit: 4:00 min.
Ärzte erklären Patient einen CT Scan

Bildnachweis: © istockphoto.com / TommL

CT, MRT, Röntgen – was sind die Unterschiede der verschiedenen Verfahren und wann kommt welches zum Einsatz? Wir klären auf.

Expertenbild

Der Experte zum Thema

Bernhard Schlüter

Exami­nierter Kranken­pfleger
ServiceCenter AOK-Clarimedis

Sogenannte bildgebenden Verfahren kommen zum Einsatz, wenn Ärzte einen Blick in unser Inneres werfen müssen. Sie sind damit ein wichtiges Mittel für die Diagnose. So lässt sich etwa feststellen, ob ein Knochen gebrochen ist oder ein Blutgerinnsel vorliegt.

Wir stellen die verschiedenen Verfahren vor, erklären, wie sie funktionieren, wann sie eingesetzt werden und wie hoch jeweils die Strahlenbelastung ist.

Die Computertomografie (CT)

So funktioniert es: Der Computertomograf arbeitet mit Röntgenstrahlung. Er nimmt viele Röntgenbilder aus verschiedenen Richtungen auf. Ein Computer berechnet daraus dann Schnittbilder des Körperinneren.

Der Patient liegt dabei auf einer Liege. Die Liege wird langsam durch einen Ring hindurchgeschoben, während ein Röntgenkopf in einem Ring um ihn herum rotiert. Es können sowohl nur eine kleine Körperregion (z. B. der Schädel) als auch der ganze Körper untersucht werden.

Vorteil: Die Röntgenaufnahmen dauern nur wenige Minuten. Bei vielen Krankheiten wird sie standardmäßig zur Diagnose eingesetzt.

Nachteil: Die Strahlenbelastung ist deutlich höher als bei einer normalen Röntgen-Aufnahme.

Anwendungsgebiete: Eine CT wird vor allem zur Darstellung von knöchernen Strukturen eingesetzt, beispielsweise für die Untersuchung von Brustkorb, Nasennebenhöhlen oder dem Schädel. Da die Ergebnisse so schnell vorliegen, hat er auch einen festen Platz in der Diagnostik von Schlaganfällen beziehungsweise dem Ausschluss einer Gehirnblutung.

Eine Ganzkörper-CT wird wegen der Strahlenbelastung nur selten gemacht. Sie hilft zum Beispiel bei der Erkennung von lebensgefährlichen inneren Verletzungen nach einem Verkehrsunfall.

Die Magnetresonanztomografie

So funktioniert es: Die Magnetresonanztomografie (auch Kernspintomografie) arbeitet mit starken Magnetfeldern, die sehr schnell an- und abgeschaltet werden. Dadurch kommen Wasserstoffatome im Körper zum Schwingen. So entstehen detaillierte Bilder des Körperinneren.

Der Patient liegt während der Untersuchung auf einer Liege, die dann in den Magnettunnel (die „Röhre“) hineingefahren wird. Dort muss er möglichst ruhig liegen bleiben.

Vorteil: Durch eine MRT entsteht keine Strahlenbelastung. Auch die Magnetfelder sind nach bisherigen Erkenntnissen unbedenklich.

Nachteil: Das An- und Abschalten der Magnetfelder verursacht ein lautes Klopfgeräusch. Deswegen werden die Patienten mit Kopfhörern versorgt.

Die Untersuchung kann bis zu 20 Minuten dauern. Für Menschen mit Klaustrophobie (Angst in engen Räumen) ist eine MRT-Untersuchung durch die Enge in der Röhre kaum möglich. Aus diesem Grund gibt es inzwischen bereits MRT-Geräte mit einer offeneren Bauweise.

Eine MRT kann unter Umständen nicht durchgeführt werden, wenn der Patient Implantate mit Metallanteil trägt.

Anwendungsgebiete: Mithilfe der MRT können besonders Weichteile und Organe kontrastreich und damit besser beurteilbar dargestellt werden. Haupteinsatzgebiete sind Gefäßdarstellungen, Entzündungsprozesse oder Durchblutungsprozesse im Gehirn. Auch in der Tumordiagnostik oder bei Bänder-, Korpel- und Meniskusverletzungen wird eine MRT eingesetzt.

CT und MRT mit Kontrastmittel

Um Organe oder Blutgefäße noch besser beurteilen zu können, kann manchmal ein Kontrastmittel nötig sein. Das Kontrastmittel wird entweder gespritzt oder geschluckt und etwa eine halbe Stunde nach der Untersuchung über den Urin wieder ausgeschieden. In der Regel ist es gut verträglich.

Viele der Kontrastmittel enthalten jedoch Jod. Geben Sie daher unbedingt dem Arzt vorher Bescheid, wenn Sie empfindlich oder allergisch auf Jod reagieren. Auch bei einer Schilddrüsenüberfunktion muss gegebenenfalls auf ein alternatives Mittel zurückgegriffen werden.

Röntgen

So funktioniert es: Die Röntgenstrahlen (elektromagnetische Wellen) durchdringen unseren Körper. Durch die Knochen, Organe und anderes Gewebe werden die Strahlen abgeschwächt. Ein Empfänger (Röntgendetektor) auf der anderen Seite des Körpers empfängt die Strahlen und setzt sie in einem Bild um. Knochen erscheinen auf dem Bild hell, weiches Gewebe wie Muskeln oder Organe erscheinen dunkel.

Vorteil: Die Untersuchung selbst dauert nur wenige Sekunden.

Nachteil: Für den Patienten entsteht eine Strahlenbelastung. Deshalb sollten unnötige Röntgenaufnahmen vermieden werden. Zum Schutz bekommen Patienten eine Bleischürze, mit der empfindliche Organe oder nicht relevante Körperregionen abgedeckt werden. Die Strahlenbelastung variiert je nach untersuchter Körperstelle. Zum Beispiel entsteht bei der Röntgenaufnahme des Fußes weniger Strahlenbelastung als etwa bei der Durchleuchtung des Oberkörpers.

Anwendungsgebiete: Eine Röntgenaufnahme wird vor allem bei der Untersuchung von Knochenbrüchen eingesetzt. Außerdem wird das Röntgen für eine typische Krebs-Vorsorgeuntersuchung eingesetzt – der Mammografie.

Ultraschall

So funktioniert es: Beim Ultraschall (auch Sonografie genannt) fährt der Arzt mit einem Schallkopf über die zu untersuchende Stelle. Ultraschall sind Schallwellen, die für den Menschen nicht mehr hörbar sind. Unsere Organe reflektieren diese Schallwellen. Der Schallkopf fängt die reflektierten Wellen auf und erzeugt so ein Bild am Monitor.

Damit sich keine störende Luft zwischen dem Schallkopf und der Haut befindet, wird die Stelle vorab mit einem Gel eingeschmiert.

Vorteil: Schmerzfreie Untersuchung, die schnell Ergebnisse liefert. Für den Patienten entsteht keine Strahlenbelastung. Nach jetzigem Stand der Wissenschaft sind die Schallwellen für den Menschen ungefährlich.

Nachteil: Luftgefüllte Strukturen und Knochen sind mit Ultraschall nicht darstellbar.

Anwendungsgebiete: Untersuchung zum Beispiel von der Schilddrüse bei der Abklärung von Knoten oder bei Schwangeren zur Untersuchung des Babys.

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Weitere bildgebende Verfahren:

Endoskopie

Bei einer endoskopischen Untersuchung führt der Arzt eine kleine Sonde mit einer Kamera ein – beispielsweise durch den Mund, die Nase, After oder über kleine Schnitte in der Haut. So kann er einen Blick in Organe, Körperhöhlen oder Gelenke werfen. Typische Anwendungen sind die Gelenk-, Magen- oder Darmspiegelung.

Knochendichtemessung

Bei der Knochendichtemessung werden ebenfalls Röntgenaufnahmen gemacht. Damit misst der Arzt die Knochendichte an Lendenwirbelsäule und Hüfte – zum Beispiel bei einem Verdacht auf Osteoporose (Knochenschwund).

Nuklearmedizin

Bei nuklearmedizinischen Verfahren wird dem Patienten eine schwach radioaktive Substanz gespritzt. Spezielle Kameras messen dann die Verteilung im Körper. So werden Stoffwechselvorgänge sichtbar. Die radioaktiven Stoffe zerfallen und werden vom Körper schnell wieder ausgeschieden.

Anwendungsgebiete sind zum Beispiel die Beurteilung der Schilddrüse, von Tumorerkrankungen oder die Diagnose von Erkrankungen im Gehirn, etwa Parkinson oder Alzheimer. Die Strahlenbelastung ist ungefähr so hoch wie beim Röntgen oder der Computertomografie.

Medizinisch notwendige Untersuchungen werden von der Krankenkasse übernommen. Viele Ärzte bieten die obigen Untersuchungen aber auch als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) an, die dann selbst bezahlt werden müssen. Das ist jedoch gar nicht immer sinnvoll. Informieren Sie sich vorab über Nutzen, Risiken und Kosten der einzelnen Leistungen unter igel-monitor.de.

Letzte Änderung: 06.04.2021