Jugendliche in der Turnhalle, verschiedene Sportarten

Sportarten-Check: Wie hoch ist das Verletzungsrisiko?

Fast jede Sportart birgt ein gewisses Risiko. Doch welche Sportler sind am meisten gefährdet? Besonders verletzungsintensiv sind Ballsportarten mit hohem Körpereinsatz (vor allem Fußball und Handball) sowie Skifahren.

Im statistischen Ranking der Sportverletzungen stehen Zerrungen, Muskelfaser- und Bänderrisse sowie Prellungen, Schürf- und Platzwunden ganz oben. Die Verletzungen betreffen in etwa der Hälfte der Fälle die Beine und Füße, gefolgt von Armen und Händen sowie Kopf und Rumpf.

Sportarten im Check

  • SQUASH / BADMINTON

    Verletzungsrisiko: MITTEL – Viele Sprünge, ruckartige Stopp- und Drehbewegungen. Beim Squash befinden sich zudem Ball, Schläger und Gegner im gleichen Spielfeld.

    Verletzungen / Verschleißerscheinungen: Zerrungen, Muskelfaserrisse sowie Bänderschäden an Sprung- und Kniegelenken gehören zu den häufigsten Verletzungen. Zudem werden Schulter- und Handgelenke stark beansprucht. Beim Squash treten – im Gegensatz zum Badminton – häufig schlagbedingte Verletzungen auf, weil die Spieler nicht durch ein Netz getrennt sind.

  • KAMPFSPORTARTEN

    Verletzungsrisiko: MITTEL – Gegnerkontakt und unvorhersehbare Aktionen können zu Verletzungen führen.

    Verletzungen / Verschleißerscheinungen: Die Liste der Verletzungen, die man sich beim Boxen, Karate oder Judo zuziehen kann, ist lang. Sie entstehen jedoch meistens nur im 100-Prozent-Kampf. Mit dem entsprechenden Training und der richtigen Schutzausrüstung lässt sich das Risiko vermindern.

  • FUßBALL

    Verletzungsrisiko: HOCH – Dynamische Kontaktsportart mit vielen schnellen Richtungswechseln und kurzen Sprints. Zweikämpfe, Kopfballduelle oder Zusammenstöße mit anderen Spielern erhöhen das Verletzungsrisiko.

    Verletzungen / Verschleißerscheinungen: Die häufigsten Verletzungen sind Muskelzerrungen und -faserrisse sowie Schäden am Sprunggelenk (Bänderriss/Bänderdehnung). Auch das Kniegelenk ist besonders gefährdet, weil es ausgeprägte Drehbewegungen verkraften muss. Klassische Verletzungen sind der Meniskus- und Kreuzbandriss sowie Dehnungen oder Risse der Innen- und Außenbänder. Eine weitere Gefahr stellt der Gegnerkontakt dar.

  • HANDBALL

    Verletzungsrisiko: HOCH – Intensives Spiel mit viel Körperkontakt. Die meisten Verletzungen entstehen durch Zweikämpfe.

    Verletzungen / Verschleißerscheinungen: Der ganze Körper ist gefährdet. Verletzungen entstehen häufig durch Gegnerkontakte oder Stürze. Arme, Hände, Schultern, Knie und Sprunggelenke sind häufig betroffen. Folgen sind Verrenkungen, Verstauchungen, Bänder- und Sehnenrisse. Bekannt ist auch der "Werfer-Ellenbogen", bei dem es sich um eine akute oder chronische Reizerscheinung an den Muskelursprüngen handelt.

  • SKIFAHREN

    Verletzungsrisiko: HOCH – Selbstüberschätzung, fehlende Technik und mangelnde eigene Erfahrung oder bei anderen Skifahrern sind die größten Risiken.

    Verletzungen / Verschleißerscheinungen: Knieverletzungen am Innen- und / oder Kreuzband sind die häufigsten Skiunfallfolgen. Es folgen Oberarm- und Schulterverletzungen. Typisch ist der Skidaumen – ein Bandabriss im Daumengelenk. Er entsteht, wenn man sich bei einem Sturz falsch abstützt oder mit dem Stock hängen bleibt und der Daumen in den Schlaufen ruckartig nach hinten gezogen wird. Wichtig: Tragen Sie einen Helm, um Kopfverletzungen zu vermeiden.

  • LAUFEN

    Verletzungsrisiko: NIEDRIG – Gut kontrollierbare Bewegungen, kein Gegnerkontakt

    Verletzungen / Verschleißerscheinungen:

    Läufer können umknicken und sich dabei am Sprunggelenk verletzen. Verstauchungen, Verrenkungen, Bänderzerrungen oder -risse sind die Folge. Wer sich nicht ausreichend aufwärmt oder das Training übertreibt, riskiert Muskel- oder Sehnenreizungen sowie Gelenkprobleme.

  • SCHWIMMEN

    Verletzungsrisiko: NIEDRIG – Im Wasser kommt es kaum zu Verletzungen. Gefährlicher sind Kopfsprünge ins seichte Wasser oder das Ausrutschen auf nassen Fliesen.

    Verletzungen / Verschleißerscheinungen: Wer beim Brustschwimmen stark ins Hohlkreuz geht, riskiert Beschwerden im unteren Rücken. Der Kopf sollte bei dieser Schwimmtechnik beim Ausatmen unter Wasser bleiben. Wird der Hals ständig in die Höhe gereckt, verkrampft nämlich der Nacken. Durch den Beinschlag beim Brustschwimmen kann es zu Verschleißerscheinungen an Menisken und Bändern der Knie-Innenseite kommen. Schulterprobleme können sich durch Fehlbelastungen und falsche Bewegungsabläufe vor allem beim Kraul-, Delfin- und Rückenschwimmen verschlimmern.

  • GERÄTETRAINING

    Verletzungsrisiko: NIEDRIG – Im Vordergrund stehen eher Folgen von andauernden Fehlbelastungen, kaum akute Verletzungen.

    Verletzungen / Verschleißerscheinungen: Folgen einer Fehl- oder Überbelastung können Muskelzerrungen und -faserrisse sein. Wer sich an die Anweisungen hält und im Zweifelsfall erneut beim Trainer nachfragt, kann das Risiko minimieren.

  • YOGA

    Verletzungsrisiko: NIEDRIG – Ruhige Bewegungen, oft im Liegen oder Sitzen.

    Verletzungen / Verschleißerscheinungen: In Ausnahmefällen oder bei Anfängern, die sich überfordern, kann es zu Muskelverspannungen oder zu leichten Verletzungen wie etwa Zerrungen kommen.

  • RADFAHREN

    Verletzungsrisiko: MITTEL – Kaum Gefahr durch Verschleiß und Überbelastung des Körpers. Unfälle stellen das größte Risiko dar.

    Verletzungen / Verschleißerscheinungen: Die häufigsten Verletzungen treten durch Unfälle auf, wenn der Radfahrer beispielsweise mit einem Hindernis zusammenstößt oder das Gleichgewicht verliert. Folgen können Prellungen, Hautabschürfungen oder Knochenbrüche sein. Wichtig: Tragen Sie einen Helm und bringen Sie Ihr Fahrrad regelmäßig zur Wartung.

  • TENNIS

    Verletzungsrisiko: MITTEL – Viele Richtungswechsel belasten Muskeln und Gelenke. Hinzu kommen Überlastungsschäden durch die falsche Technik.

    Verletzungen / Verschleißerscheinungen: Zerrungen und Muskelfaserrisse sowie Schäden im Sprung- und Kniegelenk durch Umknicken können entstehen. Eine falsche Schlagtechnik kann zu einer Überlastung des Ellenbogenbereichs führen, dem sogenannten Tennisellenbogen. Viele Tennisspieler klagen zudem über Schulterbeschwerden.

  • VOLLEYBALL

    Verletzungsrisiko: MITTEL – Schwierige Kontrolle über den Ball, der hohe Geschwindigkeiten erreicht. Hinzu kommen viele Sprünge.

    Verletzungen / Verschleißerscheinungen: Durch Umknicken kann es zu Verrenkungen, Verstauchungen oder Bänderrissen im Sprunggelenk kommen. Zudem sind Hände und Finger beim Pritschen, Blocken und Verteidigen besonders gefährdet. Folgen sind unter anderem Blutergüsse, Prellungen sowie Bänder- und Sehnenrisse.

  • INLINE-SKATEN

    Verletzungsrisiko: MITTEL – Fließende Bewegungen schonen die Gelenke (gilt nur für das Fitness-Skaten, nicht aber für sogenannte Aggressive-Skater).

    Verletzungen / Verschleißerscheinungen: Vor allem aus zu hohen Geschwindigkeiten, Übermut und daraus resultierenden Stürzen können Verletzungen wie etwa Hautabschürfungen, Prellungen, Kopfverletzungen oder Unterarmbrüche entstehen. Deshalb sind Helme und Protektoren an Handgelenken, Ellenbogen und Knien besonders wichtig. Anfängern mit falscher Fahrtechnik drohen zudem muskuläre Verspannungen.

  • BASKETBALL

    Verletzungsrisiko: MITTEL – Massive Beschleunigungen in alle Richtungen, dazu eine Vielzahl verschiedener Sprünge

    Verletzungen / Verschleißerscheinungen: Beim Basketball kann es zu vielen Verletzungen kommen – mit oder ohne Gegnerkontakt. Am meisten gefährdet ist das Sprunggelenk: Verrenkungen, Verstauchungen oder Bänderrisse können Folgen eines Umknickens sein. Zudem sind die Finger betroffen, zum Beispiel beim Rebound oder Block.

  • REITEN

    Verletzungsrisiko: NIEDRIG – Meist sind Verletzungen die Folge von Stürzen.

    Verletzungen / Verschleißerscheinungen: Vor allem Schulter- oder Schlüsselbeinverletzungen (darunter auch Frakturen) können die Folgen eines Sturzes vom Pferd sein. Verletzungen der unteren Extremitäten sind bei Reitern eher selten.

Letzte Änderung: 14.03.2017



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