Ursachen und Risikofaktoren

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Eine Frau schaut melancholisch in die Kamera

Bildnachweis: © wdv / Olaf Georg Hermann

Ein Gläschen Wein trinkt fast jeder gerne – vor allem, wenn es etwas zu feiern gibt. Warum der Alkoholkonsum bei manchen Menschen mehr ausartet als bei anderen und sie abhängig werden, ist bis heute nicht endgültig geklärt. Fest steht: Bei der Entstehung einer Alkoholsucht spielen mehrere Faktoren eine Rolle, etwa die genetische Veranlagung sowie das soziale und kulturelle Umfeld.

Genetische Disposition

So zeigen Untersuchungen, dass bei Kindern alkoholkranker Eltern eine bis zu sechsfach erhöhte Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie selbst alkoholsüchtig werden. Andere Studien kommen zu dem Ergebnis, dass Söhne alkoholkranker Väter sogar ein um 25 Prozent erhöhtes Risiko haben. Bei Frauen scheint die Vererbbarkeit eine kleinere Rolle zu spielen. Dafür tendieren Frauen mit einem alkoholkranken Elternteil stärker zu einem alkoholabhängigen Partner als andere und können später in eine sogenannte Co-Abhängigkeit geraten.

Junges Paar steht an einem Stehtisch auf dem Getränke stehen.

Sucht vorbeugen

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Faktor Persönlichkeit

Ob Menschen süchtig werden, hängt aber nicht nur von ihren Genen, sondern auch von ihrer Persönlichkeit ab. Ein Mensch hat im Laufe seines Lebens immer wieder familiäre oder berufliche Probleme zu bewältigen. Doch jeder geht damit anders um. Einige bereden sich mit dem Partner oder mit Freunden und suchen auf verschiedenen Wegen nach Lösungen. Andere wiederum versuchen, diese Probleme zu verdrängen. Im schlimmsten Fall mit Alkohol.

Gefährdet sind vor allem Menschen mit Angst- und Panikstörungen. Alkohol ist für sie die „ideale“ Droge, weil er beruhigend, dämpfend und angstlösend auf das Nervensystem wirkt. Menschen mit sozialen Phobien (Kontaktstörungen) sind einer Studie zufolge besonders anfällig: Bis zu 20 Prozent von ihnen leiden unter einem schädlichen Alkoholkonsum. Der Alkohol hilft kurzfristig, ihre krankhaften Hemmungen, Ängste, Unsicherheiten und Minderwertigkeitsgefühle zu beiseitezuschieben.

Die Wirkung des Alkohols

Doch was macht der Alkohol eigentlich in unserem Körper? Seine berauschende Wirkung ist auf die spezifische Zusammensetzung der Alkoholmoleküle zurückzuführen. Treffen diese auf Nervenzellen, setzen sie sich zunächst auf deren Fetthülle. Das führt dazu, dass die Zellen vermehrt den Botenstoff Dopamin ausschütten. Dieser verursacht Glücksgefühle und hat eine entspannende Wirkung. Trinkt man allerdings weiter, zeigt das Nervensystem noch andere, nicht mehr so angenehme Reaktionen: zum Beispiel Verwirrtheit, Sprachstörungen, Schwindel, Selbstüberschätzung und Aggression.

Letzte Änderung: 06.12.2016