Medikamentenabhängigkeit – die schleichende Sucht nach Tabletten

ArtikelLesezeit: 3:00 min.
Foto: Frauen im Gespräch

Eine Medikamentenabhängigkeit entwickelt sich meist schleichend, doch die Folgen der Tablettensucht sind nicht zu unterschätzen. Etwa zwei Millionen Deutsche sind abhängig von Arzneimitteln. Wie es zu der Sucht kommt, wie man sie erkennt und welche Therapien es gibt.

Wie entsteht eine Medikamentenabhängigkeit?

Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Angst – Medikamente können bei diesen Problemen helfen. Merken die Betroffenen, dass die Mittel wirken und ihr Leben erleichtern, identifizieren sie die Medikamente oft als „Problemlöser“, ohne die das Leben scheinbar nicht mehr zu bewältigen ist. So ist der Weg in die Abhängigkeit oft programmiert.

Was sind die häufigsten Medikamentenabhängigkeiten?

Die verbreitetsten Formen der Medikamentenabhängigkeit sind die Schmerzmittel- sowie die Schlaf- und Beruhigungsmittelsucht.

Wie erkenne ich eine Medikamentenabhängigkeit?

Befürchten Sie, dass Sie selbst von einer Tablettensucht betroffen sind? Das sind typische Anzeichen:

  • Ihr Leben dreht sich hauptsächlich um die Medikamente und um die Frage, wie Sie sie beschaffen können.
  • Sie nehmen die Medikamente über einen längeren Zeitraum ein als verordnet und steigern die Dosis eigenmächtig.
  • Sie leiden unter Schläfrigkeit.
Verschiedene Tabletten in einer Reihe.

Medikamente

Die AOK informiert Sie umfassend.

Welche Gefahren birgt eine Medikamentenabhängigkeit?

Werden Tabletten dauerhaft eingenommen, kommt es zu einem Gewöhnungseffekt: Man benötigt höhere Dosen, um eine Wirkung zu erkennen. Im Laufe der Zeit kann es zu körperlichen Problemen wie Nierenschäden kommen. Die psychische Abhängigkeit kann zu Depressionen führen. Das Absetzen der Tabletten ist oft schwierig: innere Unruhe, Herzklopfen und Schweißausbrüche erschweren den Weg aus der Abhängigkeit.

Wo finde ich Hilfe bei Medikamentenabhängigkeit?

Um sich aus der Medikamentenabhängigkeit zu befreien, wird in der Regel unter ärztlicher Aufsicht eine schrittweise Senkung der Dosis durchgeführt. Betroffene sollten sich dafür an einen Arzt ihres Vertrauens oder einen Psychiater wenden. Eine Psychotherapie oder Selbsthilfegruppe kann den Weg aus der Sucht zusätzlich erleichtern. Suchtberatungsstellen können den Betroffenen zusätzlich unterstützen.

Letzte Änderung: 25.01.2017