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Vorsorge für Männer: Alle Untersuchungen im Überblick

ArtikelLesezeit: 3:00 min.
Mann hält schwarzen Schnurrbart aus Papier vor sein Gesicht

Bildnachweis: © istockphoto.com / nito100

Gesundheitsvorsorge ist für Männer oft ein notwendiges Übel. Aber manche Krankheiten treffen nur oder häufiger Männer. Diese rechtzeitig zu entdecken, kann Leben retten. Also Männer, geht zur Vorsorge! Diese Untersuchungen gibt es.

Expertenbild

Der Experte zum Thema

Dr. Maik Irmisch

Facharzt für Innere Medizin
ServiceCenter AOK-Clarimedis

Männer gehen zu wenig zur Vorsorge

In Deutschland haben Männer – und natürlich Frauen – das Recht auf kostenlose Vorsorgeuntersuchungen ab einem bestimmten Alter. Allerdings nutzen viele Männer die Vorsorge nicht.

Laut einer aktuellen Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) sind mehr als die Hälfte aller Männer in den letzten zehn Jahren gar nicht oder nur sehr selten zu einer Krebsfrüherkennungsuntersuchung gegangen. Vor allem Männer bis 60 Jahren gehören zu den Vorsorge-Muffeln. Unter ihnen gehen gerade einmal 28 Prozent gelegentlich zur Krebsvorsorge, 40 Prozent gar nicht. Mit höherem Alter nimmt die Bereitschaft zur Vorsorge zu. Bei den über 80-Jährigen sind es nur noch 25 Prozent, die keine Früherkennung nutzen.

Sind Sie ein Vorsorgemuffel?

Frage 1 von 10:

Gehen Sie ungern zum Arzt?

Bitte beantworten Sie die Frage, um fortzufahren.

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Frage 2 von 10:

Haben Sie einen festen Hausarzt?

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Frage 3 von 10:

Wissen Sie, was der Check-up ist?

Bitte beantworten Sie die Frage, um fortzufahren.

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Frage 4 von 10:

Waren Sie schon mal beim Check-up?

Bitte beantworten Sie die Frage, um fortzufahren.

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Frage 5 von 10:

Kennen Sie Ihre Cholesterinwerte?

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Frage 6 von 10:

Wann gehen Sie zu einem Arzt?

Bitte beantworten Sie die Frage, um fortzufahren.

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Frage 7 von 10:

Was halten Sie von Früherkennungsuntersuchungen?

Bitte beantworten Sie die Frage, um fortzufahren.

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Frage 8 von 10:

Waren Sie schon einmal bei der Prostatakrebs-Vorsorge?

Bitte beantworten Sie die Frage, um fortzufahren.

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Frage 9 von 10:

Haben Sie Angst vor ärztlichen Untersuchungen?

Bitte beantworten Sie die Frage, um fortzufahren.

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Frage 10 von 10:

Organisiert in erster Linie Ihre Partnerin oder Ehefrau Ihre Arzttermine?

Bitte beantworten Sie die Frage, um fortzufahren.

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Vorbildlich!

0 bis 6 Punkte: Sie zählen nicht zur Spezies der typisch männlichen Vorsorgemuffel – und das ist gut so! Indem Sie regelmäßig die wichtigen Früherkennungsuntersuchungen in Anspruch nehmen, übernehmen Sie Verantwortung für Ihre Gesundheit. Machen Sie weiter so!

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Nachholbedarf

7 bis 12 Punkte: So richtig überzeugt vom Sinn und der Notwendigkeit einer medizinischen Vorsorge sind Sie nicht. Aber seien Sie mal ehrlich: Liegt es nicht vielleicht einfach daran, dass Sie Angst vor unangenehmen Untersuchungen oder Ergebnissen haben? Dies ist jedoch kein Grund, die wichtigen Früherkennungschecks nicht wahrzunehmen. Denn nur wer regelmäßig zur Vorsorge geht, übernimmt Verantwortung für seine Gesundheit. Informieren Sie sich also in Kürze bei Ihrem Arzt, welche Früherkennungsuntersuchungen für Sie relevant sind. Und nehmen Sie diese dann auch in Anspruch!

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Vorsorgemuffel

13 bis 17 Punkte: Sie wussten es bestimmt schon selbst – Sie gehören zur Spezies der typisch männlichen Vorsorgemuffel! Kein Grund, stolz zu sein. Früherkennung ist schließlich nichts „für Kranke oder Schwache“, wie manche Männer vielleicht denken mögen. Im Gegenteil: Nur wer regelmäßig zur Vorsorge geht, zeigt, dass er stark genug ist, Verantwortung für seine Gesundheit zu übernehmen. Schon mal darüber nachgedacht, dass die deutlich kürzere Lebenserwartung von Männern gegenüber Frauen auch damit zusammenhängen könnte, dass Frauen öfter und regelmäßiger zur Vorsorge gehen? Bringen Sie sich nicht um wertvolle Lebenszeit – informieren Sie sich bei Ihrem Arzt, welche Früherkennungsuntersuchungen für Sie relevant sind. Und nehmen Sie diese dann auch in Anspruch!

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Diese Vorsorgeuntersuchungen gibt es für Männer

Ab welchem AlterVorsorgeuntersuchungWie oft
ab 18 JahrenGesundheitscheck beim Hausarzteinmalig
ab 35 JahrenGesundheitscheck beim Hausarztalle drei Jahre
ab 18 bzw. 35 JahrenHautkrebs-Screening beim Hausarztalle zwei Jahre (Die AOK RH/HH übernimmt die Kosten bereits ab 18 Jahren)
ab 45 JahrenFrüherkennung auf Prostatakrebseinmal jährlich
ab 50 JahrenFrüherkennung auf Darmkrebswahlweise zwei Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren oder jährlicher Test auf verborgenes Blut im Stuhl, ab 55 Jahren alle zwei Jahre ein Stuhltest alternativ zur Darmspiegelung
ab 65 JahrenFrüherkennung auf Aneurysmen der Bauchschlagadereinmalig

 

Gesundheitscheck beim Hausarzt: Check-up für die Gesundheit

Zum Hausarzt gehen die meisten Menschen, weil sie krank sind. Anders beim Gesundheitscheck. Hier geht es um eine Bestandsaufnahme der Gesundheit. Wie fit sind Sie? Gibt es Vorerkrankungen in der Familie oder ist Ihnen selbst etwas bei Ihrer Gesundheit aufgefallen?

Hier darf alles zur Sprache kommen, was Rückschlüsse auf Ihre Gesundheit gibt. Dafür führen Sie ein ausführliches Gespräch mit Ihrem Hausarzt. Zusätzlich werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Zu einer typischen Vorsorgeuntersuchung gehören:

  • Körperliche Untersuchung
  • Blutdruck messen
  • Blut- und Urinprobe
  • Einmaliger Test auf Hepatitis B und C

Diese Untersuchungen dienen dazu Diabetes, Herz-, Kreislauf- und Nierenerkrankungen, unentdeckte Infektionen oder andere Erkrankungen frühzeitig zu erkennen. Denn viele dieser Erkrankungen kommen häufig vor. So ist zum Beispiel von Diabetes jeder zehnte Deutsche betroffen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind hierzulande die häufigste Todesursache. Weil es auch schon in jungen Jahren zu chronischen Krankheiten wie Diabetes und Fettstoffwechselstörungen kommen kann, wird der Gesundheitscheck einmalig für junge Leute ab 18 Jahren angeboten. Ab 35 Jahren wird er dann regelmäßig alle drei Jahre empfohlen.

Hautkrebsvorsorge mit dem Hautkrebs-Screening

Weil sich viele Menschen schutzlos der Sonne aussetzen, ist Hautkrebs die häufigste Krebsart in Deutschland. Deshalb ist es wichtig, seine Haut immer wieder selbst zu kontrollieren sowie regelmäßig beim Haus- oder Hautarzt überprüfen zu lassen.

Beim Hautkrebs-Screening wird die Haut am ganzen Körper ohne Apparate untersucht. Dazu gehören auch Körperstellen wie die Kopfhaut, die Fußsohlen, Zehenzwischenräume oder der Schambereich. Entdeckt der Arzt auffällige Leberflecke oder Hautveränderungen, kann er die betroffenen Stellen zusätzlich mit einer Auflichtmikroskopie untersuchen. Dabei vergrößert der Arzt mit einer speziellen Lupe verdächtige Hautbefunde.

Gesetzlich Krankenversicherte ab 35 Jahren können das Hautkrebs-Screening alle zwei Jahre kostenlos nutzen. Versicherte der AOK Rheinland/Hamburg sogar bereits ab 18 Jahren.

Nur für Männer: Prostatakrebsvorsorge

Die Prostata gehört zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes und wird auch Vorsteherdrüse genannt. Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern. Daher ist die Vorsorgeuntersuchung so wichtig. Aber auch andere Krankheiten der Prostata, der Harnorgane oder äußeren Genitalien können bei diesem Check entdeckt werden.

Dafür untersucht der Hausarzt oder Urologe die äußeren Genitalien und tastet die Prostata über den Po mit einem Finger ab. Kein Grund, sich davor zu scheuen. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten und schon nach kurzer Zeit haben Männer Gewissheit, dass mit ihrer Prostata alles in Ordnung ist.

Wird doch eine Auffälligkeit wie eine Verhärtung gefunden, dann werden weitere Untersuchungen durchgeführt. Die Prostatavorsorge wird Männern ab 45 Jahren einmal jährlich empfohlen.

Frau mit Headset am Computer.

AOK-Clarimedis

Medizinische Hilfe am Telefon.

Darmkrebsfrüherkennung

Die Darmkrebsvorsorge ist eine Früherkennungsuntersuchung, die Männern und Frauen empfohlen wird. Früh erkannt, ist Darmkrebs nämlich gut behandelbar. Männer können sich schon ab 50 Jahren checken lassen. Dafür können Sie entweder Ihren Stuhl regelmäßig untersuchen oder eine Darmspiegelung durchführen lassen.

Der Stuhltest wird zu Hause angewendet und im Labor auf verstecktes Blut analysiert. Dies kann ein Anzeichen für Darmerkrankungen sein. Wird beim Test etwas entdeckt, dann wird im Anschluss eine Darmspiegelung empfohlen.

Bei der Darmspiegelung schaut sich der Arzt den Darm von innen an. Der Vorteil: Kleine Wucherungen (Darmpolypen) können direkt entfernt werden. Die Untersuchung ist risikoarm und weitestgehend schmerzfrei.

Übrigens: Ab 50 Jahren werden Sie regelmäßig von Ihrer Krankenkasse zur Darmkrebsvorsorge per Post eingeladen. Sie können dann wahlweise zwei Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren oder jährlich einen Test auf verborgenes Blut im Stuhl durchführen. Ab 55 Jahren können Sie alle zwei Jahre ein Stuhltest alternativ zur Darmspiegelung durchführen.

Nur für Männer: Früherkennung eines Bauchaortenaneurysma

Ein Aneurysma der Bauchaorta ist eine sackartige Erweiterung der Hauptschlagader (Aorta) im Bauchraum. Diese Veränderung kann lebensbedrohlich sein: weitet sich das Aneurysma aus, droht es zu reißen. Betroffen sind vor allem Männer ab 65 Jahren.

Die meisten Aneurysmen bleiben unbemerkt. Deswegen wird Männern die einmalige Früherkennungsuntersuchung ab 65 Jahren empfohlen. Die Untersuchung ist schmerzlos und wird mit per Ultraschall durchgeführt. Wird dabei ein Aneurysma entdeckt, folgen regelmäßige Kontrollen.

Das können Männer selbst tun: Hoden abtasten

Hodenkrebs ist eine seltene Tumorerkrankung – aber bei jungen Männern zwischen 20 und 45 Jahren die häufigste Krebsart. Einmal im Monat sollten Männer ihren Hoden deshalb selbst abtasten. Wie das funktioniert, sehen Sie im Video.

Letzte Änderung: 12.11.2021