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Die richtige Intimpflege

ArtikelLesezeit: 3:00 min.
Nackte Frau hält sich ein Handtuch vor den Intimbereich

Bildnachweis: © stock.adobe.com / Dmitry Lobanov

Weniger ist mehr – das gilt auch bei der Intimhygiene. Regelmäßiges Waschen schützt vor unangenehmem Geruch und Krankheiten. Spezielle Intimwaschlotionen und Scheidenspülungen sind aber nicht nötig.

Expertenbild

Die Expertin zum Thema

Dr. Anke Leesemann

Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
ServiceCenter AOK-Clarimedis

Auf was kommt es bei der Pflege des Intimbereichs an? Am wichtigsten ist es, dass Sie sich täglich waschen und die Unterwäsche wechseln. Zusätzlich gibt es aber noch ein paar Tipps für beide Geschlechter.

Tipps zur Intimpflege für Frauen

  • Benutzen Sie keine speziellen Intimwaschlotionen, Intimsprays oder Scheidenspülungen. In der Scheide herrscht ein Mikroklima, das Pilze und Bakterien abwehrt. Durch zu viel Hygiene kann es durcheinandergeraten und anfällig werden für Reizungen und Infektionen.
  • Es genügt, das äußere Genital einmal am Tag mit klarem Wasser zu waschen, auch während der Periode. Falls Sie dafür einen Waschlappen benutzen, sollten Sie ihn regelmäßig wechseln.
  • Wischen Sie immer von vorn nach hinten, damit die Bakterien aus dem Anus nicht in die Scheide gelangen – auch bei der Benutzung von Toilettenpapier.
  • Das Gesäß können Sie mit Duschgel waschen.
  • Wechseln Sie Binden und Tampons häufig, spätestens (zum Beispiel über Nacht) nach acht Stunden.
  • Tragen Sie am besten Unterwäsche aus Baumwolle und waschen Sie sie bei 60 Grad. Synthetische Stoffe sind wenig atmungsaktiv.
  • String-Tangas sind nicht zu empfehlen. Durch die Reibung können Bakterien aus der Analregion in die Scheide gelangen.

Tipps zur Intimpflege für Männer

  • Waschen Sie den Genital- und Analbereich täglich mit Wasser. Bei Bedarf können Sie hautschonende Seifen (pH-Wert 5,5) verwenden.
  • Ziehen Sie beim Waschen Ihre Vorhaut zurück, um das sogenannte Smegma zu entfernen. Bei dem weißlichen Belag handelt es sich um eine Ansammlung von Hauttalg und -schuppen, der unangenehm riechen kann und die Entwicklung von Keimen fördert.
  • Trocknen Sie sich nach dem Waschen gründlich ab, damit sich im feuchten Klima keine Krankheitserreger vermehren.
Frau mit Headset am Computer.

AOK-Clarimedis

Medizinische Hilfe am Telefon.

Kondome schützen vor Krankheiten

Den besten Schutz vor Geschlechtskrankheiten bieten Kondome. Doch eine gute Intimpflege beugt ebenfalls einer Ansteckung vor. Kondome senken die Wahrscheinlichkeit, dass beim Geschlechtsverkehr Krankheitserreger wie Pilze, Viren und Bakterien übertragen werden – zum Beispiel das HPV-Virus, das bei Frauen Gebärmutterhalskrebs verursachen kann. 

Ein weiterer positiver Effekt: Betreiben Sie regelmäßig Intimpflege, nehmen Sie Veränderungen und Krankheitssymptome schneller wahr und können sie rechtzeitig behandeln lassen. Wenn der Genitalbereich trotz Waschens unangenehm riecht, ist etwas nicht in Ordnung. Hinter diesem Intimgeruch kann eine Infektion stecken.

Auch Schmerzen, Ausfluss, Brennen, Juckreiz, Bläschen, Warzen, Schwellungen und Blutungen sind Symptome, die Sie ernst nehmen und mit einem Arzt besprechen sollten.

Intimrasur: Verletzungen vermeiden

Aus hygienischer Sicht spricht nichts gegen eine Intimrasur. Kritisch wird es, wenn Haut- und Haarwurzeln sich entzünden oder Sie sich kleine Verletzungen zufügen, die Sie vielleicht gar nicht spüren. Sie begünstigen Infektionen und die Ansteckung mit Krankheiten, da Erreger leichter eindringen können.

Mit diesen Tipps vermeiden Sie Verletzungen bei der Intimrasur:

  • Benutzen Sie eine frische Klinge.
  • Rasieren Sie in Wuchsrichtung.
  • Tragen Sie danach eine hautberuhigende Creme auf, zum Beispiel mit Panthenol und Zink.
  • Verzichten Sie auf Enthaarungscreme. Sie kann Reizungen oder Allergien hervorrufen.

Rasieren Sie sich am besten vor dem Schlafengehen und verzichten Sie auf Sex direkt nach der Rasur. So kann sich die Haut über Nacht erholen und Sie beugen Infektionen vor.

Letzte Änderung: 28.05.2024