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Auffrischungsimpfungen: Schutzschilde aktivieren

ArtikelLesezeit: 4:00 min.
Mädchen bekommt eine Impfung

Bildnachweis: © istockphoto.com / Drazen Zigic

Es gibt Krankheiten wie Masern oder Mumps, die gern als „Kinderkrankheiten“ verniedlicht werden. Dabei können sie schwere gesundheitliche Folgen haben. Vor dem Schulstart sollten Eltern deshalb unbedingt den Impfschutz überprüfen. Denn nur, wenn dieser regelmäßig erneuert wird, sind Kinder und Erwachsene wirklich gut gegen diese Krankheiten gewappnet.

Expertenbild

Die Expertin zum Thema

Dr. Renate Quarg

Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin
ServiceCenter AOK-Clarimedis

Impfen schützt. Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass die Kinderlähmung (Poliomyelitis) seit rund zwanzig Jahren aus Europa verschwunden ist. Dafür gesorgt haben sowohl Impfprogramme als auch bessere hygienische Verhältnisse.

Je mehr Menschen sich impfen lassen, umso geringer ist das Risiko, dass sich Krankheitserreger ungehindert verbreiten können. Das hilft auch Kindern und Erwachsenen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Dieser sogenannte Herdenschutz ist besonders in Einrichtungen wie Kita oder Schule wichtig.

Impfen ist in aller Regel eine sichere Sache. Es verhindert wirksam das Auftreten schwerer und gefährlicher Krankheiten. Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) empfiehlt deshalb eine frühzeitige und zeitgerecht abgeschlossene Grundimmunisierung gegen Krankheiten, die ein großes Gesundheitsrisiko bedeuten.

Impfschutz vor der Schule auffrischen

Viele Impfungen brauchen nach einigen Jahren eine Auffrischung. Kommt das Kind in die Schule, ist das eine gute Gelegenheit, den Impfpass zu checken.

Impfpass verloren oder nicht mehr auffindbar? Ärzte müssen entsprechende Unterlagen zehn Jahre aufbewahren und können Impfungen nachtragen oder einen neuen Impfpass ausstellen. Was Sie sonst noch tun können, erklären wir hier.

Diese Impfungen müssen um das sechste Lebensjahr herum aufgefrischt werden:

Diphtherie

Auffrischungsimpfung ab dem 6. Lebensjahr und später zwischen dem 10. und 17. Lebensjahr, danach alle 10 Jahre.

Die Diphtherie-Bakterien sind weltweit verbreitet und übertragen sich meist durch Tröpfcheninfektion beim Husten oder Sprechen. Die Erreger setzen sich auf den Schleimhäuten von Mund, Rachen und Kehlkopf fest und produzieren dabei ein Gift, das Diphtherietoxin. Das wird über das Blut im Körper verteilt und führt zu einer Schädigung vieler Organe, besonders von Herz und Nieren. Durch den Schleimhautbefall von Rachen und Kehlkopf besteht besonders bei Kindern die Gefahr zu ersticken.

Tetanus (Wundstarrkrampf)

Auffrischungsimpfung ab dem 6. Lebensjahr und später zwischen dem 10. und 17. Lebensjahr, danach alle 10 Jahre.

Die Tetanus-Bakterien sind weltweit im Erdreich verbreitet und können schon durch kleine Wunden oder Kratzer in den Körper gelangen. Mögliche Auswirkungen der Krankheit sind starke Muskelkrämpfe und Lähmungen der Atem- und Kehlkopfmuskulatur. Die Krankheit endet in 25 Prozent aller Fälle tödlich.

Keuchhusten (Pertussis)

Auffrischungsimpfung ab dem 6. Lebensjahr und später zwischen dem 10. und 17. Lebensjahr.

Keuchhusten äußert sich in schweren und über Wochen andauernden, quälenden Hustenanfällen. Bei Säuglingen ist die Erkrankung besonders gefährlich, weil sie bei ihnen zu Atemstillständen führen kann.

Masern

Wichtig: Bei Masern gilt eine Impfpflicht! Spätestens beim Eintritt in die Schule oder den Kindergarten muss nachgewiesen werden, dass ein Masernschutz vorliegt, bestehend aus zwei Impfungen, in der Regel mit einem MMR-Kombiimpfstoff. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sollten zweimal gegen Masern geimpft sein.

Masernviren sind hochansteckend. Sie können vor allem bei jüngeren Kindern, aber auch bei Erwachsenen zu schweren gesundheitlichen Schäden wie Lungen-, Mittelohr- oder Gehirnentzündung führen.

Je nach Region in Deutschland ist unter Umständen eine Schutzimpfung vor der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sinnvoll. Die Erkrankung wird durch Zecken übertragen. Vor allem in Süddeutschland und Teilen Ostdeutschlands wird eine Impfung empfohlen. Hier sehen Sie die aktuellen Risikogebiete.

Grundimmunisierung prüfen

Überprüfen Sie außerdem, ob die Grundimmunisierung Ihrer Kinder für folgende Krankheiten abgeschlossen ist:

  • Haemophilus influenzae Typ b (nur bis zum vollendeten 4. Lebensjahr empfohlen)
  • Kinderlähmung (Poliomyelitis)
  • Mumps
  • Röteln
  • Windpocken
  • Meningokokken C
  • Pneumokokken (bis auf wenige erkrankungsbedingte Ausnahmen nur bis zum Ende des 2. Lebensjahrs empfohlen)

Fehlt eine der Impfungen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Auch wenn die Erstimpfungen meist im Säuglingsalter erfolgen sollten, können sie in vielen Fällen auch noch zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

Welche Impfungen für Säuglinge und Kleinkinder wann vorgesehen sind, können Sie auch im Impfkalender der STIKO nachlesen.

Impfstoff und Spritze auf einem Impfpass.

Gut geimpft

Diese Kosten übernimmt die AOK.

Welche Nebenwirkungen können beim Impfen auftreten?

Die heutigen Impfstoffe sind in der Regel gut verträglich. Sie werden häufig als Mehrfachimpfungen verabreicht. Trotzdem können Impfungen auch Nebenwirkungen haben.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen:

  • Schmerzen oder Brennen an der Einstichstelle
  • Unwohlsein
  • Fieber
  • grippeartige Beschwerden
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall

Diese Begleiterscheinungen sind zwar unangenehm, in der Regel aber harmlos und verschwinden bald wieder. Echte, bleibende Impfschäden kommen extrem selten vor. Statistisch spricht viel mehr für die Impfung: Die Gefahren, die von der Ansteckung mit einer der genannten Krankheiten ausgehen, sind um ein Vielfaches größer als das Risiko eines Impfschadens.

Wer mehr wissen möchte ...

Hier finden Sie mehr Informationen zum Impfen, den aktuellen Impfkalender der STIKO sowie einen Überblick über die häufigsten Kinderkrankheiten. Ausführliche Informationen über einzelne Krankheiten, vor denen man sich impfen lassen sollte, bietet unter anderem das Robert Koch-Institut oder die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Letzte Änderung: 12.05.2022