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Was tun bei Krankheiten und Notfällen in Coronazeiten?

Frage der WocheLesezeit: 1:30 min.
Ärztin und Patientin mit Mund-Nasen-Schutz.

Bildnachweis: © istockphoto.com / Drazen Zigic

Unsere Clarimedis-Experten nehmen jedes Jahr bis zu einer halben Million Anrufe entgegen. Häufig gestellte Gesundheitsfragen beantwortet das Expertenteam in unserer Rubrik „Frage der Woche“.

Diese Woche: Was tun bei Krankheiten und Notfällen in Coronazeiten?

Auch in Zeiten der Coronapandemie gibt es weiterhin Notfälle wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle. Doch aus Angst vor einer Covid-19-Infektion überspielen viele Betroffene die Anzeichen und scheuen sich, den Arzt oder Notarzt zu rufen. Das kann lebensgefährliche Folgen haben – denn wer Symptome eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls zeigt, muss dringend in Behandlung.

Aber auch bei scheinbar geringeren Beschwerden kann ein Arztbesuch sinnvoll sein – beispielsweise bei einer beginnenden Blasenentzündung oder akuten Zahnschmerzen. Sonst steigt das Risiko für Komplikationen. Außerdem sind gerade für Patienten mit chronischen Krankheiten regelmäßige Kontrolltermine wichtig.

Telefonische Nachfrage

Fragen Sie im Zweifel telefonisch bei Ihrer Hausarztpraxis nach. Ihr Arzt kann dann entscheiden, ob Sie in die Praxis kommen sollten, sich Ihr Anliegen telefonisch klären lässt oder ob es gegebenenfalls sinnvoll ist, Kontrolltermine zu verschieben.

Auch bei typischen Erkältungssymptomen oder einem Verdacht auf eine Covid-19-Infektion sollten Sie zunächst bei der Praxis anrufen. Bei leichten Atemwegsinfekten kann Ihr Arzt Sie auch telefonisch krankschreiben.

Wenn Sie bei sich oder bei anderen Anzeichen für einen medizinischen Notfall erkennen, zögern Sie nicht. Rufen Sie umgehend die 112 an. Leiten Sie gegebenenfalls Erste-Hilfe-Maßnahmen ein, wie zum Beispiel die stabile Seitenlage oder die Herz-Lungen-Wiederbelebung.

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So können Sie einen Schlaganfall erkennen: der FAST-Test

Der Test ist auffällig, wenn mindestens ein Punkt zutrifft. Rufen Sie dann die 112 an.

  • F wie Face (Gesicht): Bei einem Schlaganfall ist das Gesicht oft mitbetroffen. Bitten Sie den Betroffenen zu lächeln oder Grimassen zu machen, um eine Lähmung zu erkennen.
  • A wie Arms (Arme): Die Lähmung betrifft meist eine Körperhälfte. Bitten Sie die Person, im Liegen die Arme nacheinander nach vorne gestreckt anzuheben und einen Händedruck zu machen. Bei einem Schlaganfall können nicht beide Arme gleichmäßig gut gehoben werden und/oder der Händedruck fällt auf einer Seite schwächer aus.
  • S wie Speech (Sprache): Sprachstörungen sind ein weiteres Symptom für einen Schlaganfall. Bitten Sie den Betroffenen, einfache Sätze nachzusprechen und einen Gegenstand zu benennen. Hat die Person damit Probleme oder klingt die Stimme verwaschen, können dies Anzeichen für einen Schlaganfall sein.
  • T wie Time (Zeit): Rufen Sie schnellstmöglich die 112 an. Sagen Sie am Telefon, dass die Symptome eventuell auf einen Schlaganfall hindeuten. So kann der Betroffene direkt in die nächstgelegene Stroke-Unit (Stroke ist Englisch für Schlaganfall) gebracht werden.

So können Sie einen Herzinfarkt erkennen

Folgende Beschwerden können einzeln oder kombiniert auftreten:

  • Schmerzen im Brustkorb (vorwiegend hinterm Brustbein), die ausstrahlen können zum Hals, Unterkiefer, Schulterregion oder den linken (seltener rechten) Arm
  • Keine Schmerzen oder untypische Schmerzen (Oberbauch, Rücken) zum Beispiel bei Diabetikern, älteren Menschen und Frauen
  • Atemnot
  • (Todes)angst
  • Schwäche
  • Schweißausbrüche
  • Übelkeit und Erbrechen

Notruf 112 – Die 5 W-Fragen:

  • WO ist der Unfall geschehen oder ein Notfall eingetreten?
  • WAS hat sich ereignet?
  • WIE VIELE Verletzte/Erkrankte gibt es?
  • WELCHE Verletzungen/Erkrankungen konnten Sie entdecken?
  • WARTEN auf Rückfragen!

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Letzte Änderung: 03.12.2020