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Symptom-Check: Ist es ein Schlaganfall?

ArtikelLesezeit: 3:00 min.
Mann stützt sich an einer Wand ab

Bildnachweis: © istockphoto.com / klebercordeiro

In vielen Fällen werden Anzeichen oder Vorboten eines Schlaganfalls nicht erkannt. Die rasche Diagnose ist jedoch für eine erfolgreiche Behandlung ausschlaggebend – und oftmals sogar lebensrettend.

Expertenbild

Die Expertin zum Thema

Dr. Silke Leesemann

Neurologin
ServiceCenter AOK-Clarimedis

Bei einem Schlaganfall ist von der ersten Sekunde an Eile geboten. Denn dabei kommt es zu Durchblutungsstörungen im Hirn. In der Folge sterben Gehirnzellen ab. Doch welche Anzeichen deuten auf einen Schlaganfall hin? Das ist abhängig davon, welcher Bereich im Gehirn betroffen ist.

Schlaganfall: Schnellcheck mit dem FAST-Test

Mit dem sogenannten FAST-Test können Sie innerhalb weniger Sekunden die Symptome eines Schlaganfalls erkennen. FAST steht dabei für „Face“ (Gesicht), „Arms“ (Arme), „Speech“ (Sprache) und „Time“ (Zeit).

Und so geht’s:

  • Face: Bitten Sie die Person zu lächeln. Ist das Gesicht einseitig verzogen? Das deutet auf eine Halbseitenlähmung hin.
  • Arms: Bitten Sie die Person, die Arme nach vorne zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu drehen. Bei einer Lähmung können nicht beide Arme gehoben werden, sinken oder drehen sich.
  • Speech: Lassen Sie die Person einen einfachen Satz nachsprechen. Ist sie dazu nicht in der Lage oder klingt die Stimme verwaschen, liegt vermutlich eine Sprachstörung vor.
  • Time: Wählen Sie unverzüglich die 112 und schildern Sie die Symptome.

Weitere Anzeichen für einen Schlaganfall im Detail

Die „typischen“ Symptome wie zum Beispiel die halbseitige Lähmung müssen nicht immer bei einem Schlaganfall auftreten. Es gibt noch eine Reihe weiterer Anzeichen, die auf einen Schlaganfall hinweisen können.

Sehstörungen

Der Betroffene sieht verschwommen, seine räumliche Wahrnehmung ist gestört. Es kann sogar zur plötzlichen Einschränkung des Gesichtsfelds oder zum Sehverlust führen. Die Folge sind zum Beispiel fehlendes Orientierungsvermögen, Stürze oder Unfälle. Auch Doppelbilder können ein Hinweis auf einen Schlaganfall sein.

Sprachstörungen

Weitere Anzeichen können eine stockende, abgehackte, verwaschene oder lallende Sprache sein. Der Betroffene verdreht zum Beispiel Wortsilben oder verwendet falsche Buchstaben. Auch Sprachverständnisstörungen können auf einen Hirninfarkt hinweisen. Sie äußern sich darin, dass der Betroffene nicht mehr versteht, was man ihm sagt.

Lähmung oder Taubheitsgefühl

Die Lähmungserscheinungen, die auf einen Schlaganfall hinweisen, treten meistens plötzlich auf. Sie betreffen in der Regel nur eine Körperseite, insbesondere Arme, Hände, Beine oder Gesicht. Auch Taubheitsgefühle auf nur einer Körperseite können Anzeichen für einen Schlaganfall sein.

Schwindel mit Gangunsicherheit

Der Schwindel tritt plötzlich auf und beeinträchtigt den Betroffenen in seiner Gangsicherheit. Er geht oft mit einem Verlust des Gleichgewichts und der Koordination einher.

Was tun im Notfall?

Treten eines oder mehrere der beschriebenen Symptome auf, ist es wichtig, schnell zu handeln. Wählen Sie sofort den Notruf unter 112! Auch wenn die Anzeichen nur vorübergehend sind und wieder verschwinden, ist eine medizinische Versorgung wichtig. Es kann sich in diesem Fall um einen leichten Schlaganfall handeln. Wird dieser aber nicht behandelt, kann oftmals später ein schwerer Schlaganfall folgen.

Stroke Unit: Schnelle Hilfe bei Schlaganfall

Sogenannte Stroke Units (englisch für Schlaganfall-Abteilung) sind spezialisiert auf die optimale Behandlung von Schlaganfall-Patienten. Es handelt sich dabei um Organisationseinheiten im Krankenhaus, die sich ausschließlich um die Erstversorgung von Schlaganfallpatienten kümmern.

In den deutschlandweit über 250 Kliniken mit einer Stroke Unit profitiert der Patient von einem interdisziplinären Team bestehend aus Neurologen, Kardiologen, Neuro- und Gefäßchirurgen sowie Radiologen. Ziel ist es, so schnell wie möglich eine qualitativ hochwertige und umfassende Versorgung zu gewährleisten.

Junge Frau in rotem Sporttop dehnt ein Theraband über dem Kopf.

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Suche nach der Ursache

Während die Atem-, Kreislauf- und Stoffwechselfunktionen des Patienten permanent überwacht werden, suchen die Ärzte nach der Ursache für den Schlaganfall. Ein Gehirnschlag, auch Apoplex genannt, kann verschiedene Ursachen haben. In etwa 80 bis 85 Prozent der Fälle liegt eine Verstopfung der Gefäße vor. Nur selten entsteht ein Schlaganfall dagegen durch das Platzen eines Hirngefäßes oder eine Sinusvenenthrombose. Steht die genaue Diagnose fest, wird die entsprechende Therapie umgehend eingeleitet.

Neben der akutstationären Behandlung gehen Stroke Units direkt dazu über, den Patienten möglichst früh zu mobilisieren. Deshalb beginnt bereits hier die Rehabilitation. In der Regel verlassen die Betroffenen bereits nach ein paar Tagen die Schlaganfall-Station. Sie werden dann entweder auf die Normalstation verlegt oder direkt in eine Rehabilitationseinrichtung überwiesen.

Große Heilungschancen

In Deutschland werden seit Mitte der 1990er-Jahre systematisch Stroke Units aufgebaut. Dieser Aufwand lohnt sich: Die Chance des Patienten, den Schlaganfall zu überleben und keine Behinderungen davonzutragen, erhöht sich durch die Behandlung in einer Stroke Unit um etwa 25 Prozent.

Doch wie finde ich eine Schlaganfall-Station in meiner Nähe? Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft stellt auf ihrer Internetseite eine Liste der zertifizierten Stroke Units in Deutschland zur Verfügung.

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Letzte Änderung: 08.06.2021