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Erste Hilfe: Herz-Lungen-Wiederbelebung

ArtikelLesezeit: 2:00 min.
Erste Hilfe Schulung an einer lebensgroßen Puppe

Bildnachweis: © istockphoto.com / wellphoto

Zu dieser Erste-Hilfe-Maßnahme greifen Sie, wenn ein Betroffener nicht bei Bewusstsein ist und nicht mehr selbstständig atmet. Die Herz-Lungen-Wiederbelebung besteht aus der Herzdruckmassage und der Atemspende.

Expertenbild

Die Expertin zum Thema

Dr. Ursula Franken

Fachärztin für Innere Medizin
ServiceCenter AOK-Clarimedis

Wichtig: Setzen Sie zuallererst einen Notruf ab. Danach beginnen Sie sofort mit der Wiederbelebung!

Die wichtigste und erste Maßnahme ist die Herzdruckmassage. Erst im zweiten Schritt folgt die Atemspende. Viele Menschen trauen sich jedoch die Mund-zu-Mund Beatmung nicht zu – etwa aus Ekel oder aus Angst, etwas Falsch zu machen – und helfen dann im schlimmsten Fall gar nicht.

Für Laien reicht die Herzdruckmassage

Wenn Sie sich die Atemspende nicht zutrauen, machen Sie einfach nur die Herzdruckmassage. Denn sie sorgt dafür, dass das Blut weiter im Körper zirkuliert und Organe und Gehirn mit dem noch vorhandenen Sauerstoff versorgt werden. Der Sauerstoff reicht in der Regel noch mehrere Minuten, bis die Rettungskräfte eingetroffen sind. So empfiehlt etwa die Deutsche Herzstiftung Laien ausdrücklich, keine Mund-zu-Mund-Beatmung durchzuführen.

Übrigens, für Säuglinge oder kleine Kinder gelten bei der Wiederbelebung etwas andere Vorgehensweisen. Generell unterscheiden sich manche Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Kindern von denen für Erwachsene. Aber auch hier gilt: Nichts ist schlimmer, als gar nicht zu helfen.

Wie läuft die Wiederbelebung ab?

Schritt 1 – Herzdruckmassage

  • Legen Sie den Betroffenen auf eine harte Unterlage, zum Beispiel den Fußboden. 
  • Überprüfen Sie zuerst, ob die Luftwege frei sind oder ob beispielsweise Blut, Erbrochenes oder nicht festsitzende Prothesenteile beseitigt werden müssen. 
  • Knien Sie sich neben den Betroffenen und legen Sie Ihre Hände übereinander auf die Mitte seines Brustkorbs.
  • Nun drücken Sie regelmäßig auf den Brustkorb, sodass er sich mindestens fünf Zentimeter tief senkt. Die Frequenz sollte dabei etwas schneller als ein Mal pro Sekunde, Druck- und Entlastungsdauer sollten gleich lang sein und nicht unterbrochen werden.

Tipp: Den richtigen Rhythmus für die Herzdruckmassage hat zum Beispiel der Refrain des Songs „Stayin’ alive“ von den Bee Gees.

Wer sich eine Atemspende nicht zutraut, fährt einfach mit der Herzdruckmassage fort. Geübte Ersthelfer drücken 30 Mal und schließen dann die Atemspende an.

Schritt 2 – Atemspende

  • Heben Sie das Kinn des Betroffenen und neigen Sie seinen Kopf nach hinten.
  • Verschließen Sie mit dem Daumen seine Nase.
  • Öffnen Sie nun Ihren eigenen Mund und schließen ihn fest um den Mund des Betroffenen.
  • Beatmen Sie ihn nun von Mund zu Mund: Blasen Sie dabei die Luft über einen Zeitraum von einer Sekunde gleichmäßig in den Mund des Betroffenen.
  • Der Brustkorb sollte sich sichtbar heben.
  • Dann zum Luft holen den Kopf abwenden und erneut Luft spenden.

Herzdruckmassage und Atemspende erfolgen dann stets im Wechsel: 30 Mal Drücken bei der Herzdruckmassage + 2 Mal Beatmen bei der Atemspende!

Wenn möglich, wechseln Sie sich alle zwei Minuten mit anderen Helfern ab. Falls vorhanden, setzen Sie einen Laiendefibrillator ein.

Sobald die Atmung des Betroffenen wieder einsetzt, kann er in die stabile Seitenlage gebracht werden. Setzt die Atmung nicht ein, fahren Sie mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung fort, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Frau mit Headset am Computer.

AOK-Clarimedis

Medizinische Hilfe am Telefon.


Letzte Änderung: 28.08.2020