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Desinfektionsmittel zu Hause – wann sind sie sinnvoll?

ArtikelLesezeit: 2:00 min.
Frau desinfiziert sich die Hände

Bildnachweis: © istockphoto.com / valentinrussanov

Desinfektionsmittel soll Bakterien, Viren und Pilze abtöten. Viele Erreger sind allerdings für uns harmlos und sogar nützlich. Schützen wollen wir uns nur vor denen, die uns krank machen.

Expertenbild

Die Expertin zum Thema

Dr. Sabine Forsch

Fachärztin für Innere Medizin
ServiceCenter AOK-Clarimedis

Gerade seit der Corona-Pandemie gibt es immer häufiger desinfizierende Handgels, Reinigungstücher oder Reinigungssprays zu kaufen. Experten gehen jedoch davon aus, dass viele dieser Desinfektionssmittel und -gels im Handel zudem zu niedrig dosiert sind, um die Keime wirklich abzutöten.

Corona-Viren sind ohnehin empfindlich gegen Seife. Denn die Viren sind von einer Fettschicht umgegeben, die Seife, Waschmittel und Co. auflösen. Zu Hause reicht daher Händewaschen mit Seife (mindestens 20 Sekunden) und Putzen mit einem Allzweckreiniger aus, um Keime unschädlich zu machen.

Wenn Sie dennoch ein Desinfektionsmittel nutzen wollen, das etwa gegen Corona- oder Noroviren wirkt, achten Sie darauf, dass es mindestens „begrenzt viruzid“, besser noch „viruzid“ ist.

Vor allem Kinder brauchen den Kontakt zu Viren und Bakterien, um ihr Immunsystem auszubilden. Ein übermäßiger Gebrauch von Desinfektionsmitteln zu Hause hat dann möglicherweise den gegenteiligen Effekt.

Diese Risiken birgt Desinfektionsmittel:

  • Gerade wenn es aus Spraydosen kommt, können die kleinen Partikel bis in die Lunge wandern und unsere Schleimhäute angreifen
  • Es kann die Haut angreifen, sodass schädliche Bakterien leichter eindringen können
  • Es kann Allergien begünstigen
  • Es kann dazu führen, dass Bakterien resistenter gegen Antibiotika werden, dann wirken diese immer weniger
  • Es belastet die Umwelt
Frau mit Headset am Computer.

AOK-Clarimedis

Medizinische Hilfe am Telefon.

Wann ist der Einsatz von Desinfektionsmittel zu Hause sinnvoll?

  • Wenn ein Familienmitglied an einer infektiösen Krankheit leidet, beispielsweise unter dem Norovirus, das eine Magen-Darm-Grippe verursacht. Das gilt insbesondere dann, wenn eine räumliche Trennung nicht möglich ist.
  • Wenn das Ansteckungsrisiko eines Familienmitglieds besonders hoch ist – weil es zum Beispiel durch eine Krankheit, Immunschwäche oder Chemotherapie in der Abwehr geschwächt ist.
  • Behörden wie das Gesundheitsamt können das Putzen mit Desinfektionsmittel anordnen – dann müssen Sie dem Folge leisten. In diesen Fällen sollten sogenannte Kontaktflächen desinfiziert werden. Dazu zählen zum Beispiel Türklinken, das Waschbecken oder die Toilette.

Im Zweifel fragen Sie bei Ihrem Hausarzt um Rat, ob ein Desinfektionsmittel sinnvoll und ratsam ist.

Für Arztpraxen, Krankenhäuser und andere medizinische Einrichtungen gelten spezielle Hygieneregeln. Denn dort ist die Keimbelastung oft besonders hoch.

Letzte Änderung: 30.04.2021