Dr. Google - Gesundheitsinfos aus dem Netz

InterviewLesezeit: 3:00 min.
Zwei Jungedliche mit einem Wörterbuch vor dem Computer.

Bildnachweis: © wdv / Katrin Denkewitz

Das Angebot an Gesundheitsinformationen im Internet ist riesig „Einen Arztbesuch ersetzt es aber nicht“, sagt Dr. Thomas Wollersheim von AOK Clarimedis.

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Der Experte zum Thema

Dr. Thomas Wollersheim

Facharzt für Innere Medizin
ServiceCenter AOK-Clarimedis

Herr Dr. Wollersheim, warum holen sich immer mehr Menschen im Internet ärztlichen Rat?

Unser Redakteur

vigo Redaktion

Der Trend geht zum informierten Patienten, der nicht orientierungslos durch das Gesundheitssystem stolpert. Damit hat sich auch das klassische Verhältnis zwischen Arzt und Patient verändert. Während der Doktor vor zehn oder zwanzig Jahren in seinem Handlungsbereich noch völlig unabhängig agierte, wird der Kranke heute zum Partner des Mediziners – gemeinsam treffen beide die Entscheidung für oder gegen eine Behandlungsmethode. Vor allem Jüngere machen sich rund um Gesundheit und Medizin im Internet schlau.

Dr. Thomas Wollersheim

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Wer „Kopfschmerzen" als Suchbegriff eingibt, findet aber auch die Diagnose Hirntumor.

Unser Redakteur

vigo Redaktion

Ja, allerdings ist das eine sehr seltene Ursache. Es wäre unangemessen, gleich in Panik zu geraten. Denn Kopfschmerzen entstehen auch ganz schlicht aus Flüssigkeits- oder Schlafmangel. Bei seiner Recherche stößt der Laie neben guten Datenquellen auf unseriöse Seiten mit fragwürdigen Absichten, auf denen noch dazu umstrittene Behandlungsmethoden beworben werden. Für Nicht-Mediziner wird es dann sehr schwierig, die Angaben richtig einzuschätzen.

Dr. Thomas Wollersheim

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Viele Fotos zeigen dort extrem ausgeprägte Krankheitssymptome...

Unser Redakteur

vigo Redaktion

Das sind meistens Maximalvarianten, die natürlich auch Ängste schüren können. In vielen Fällen verunsichern diese extremen Symptome unnötig. Auf der anderen Seite informiert diese Bildsprache aber auch über mögliche Risiken, die Erkrankungen, je nach Stärke der Verlaufsform, mit sich bringen können.

Dr. Thomas Wollersheim

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Wie schützt sich der Laie vor fragwürdigen Gesundheitsinformationen?

Unser Redakteur

vigo Redaktion

Schon das Bewusstsein darüber, dass es eine ganze Reihe kommerzieller Anbieter von Internetportalen gibt, die unter dem Deckmäntelchen allgemeiner Gesundheitsinformationen ihre Produkte anpreisen, schärft den Blick. Viel Werbung oder keine direkte Kontaktmöglichkeit zum Seitenbetreiber legt die Vermutung nahe, dass die Internetseite unseriös ist. Im weltweiten Internet kann jeder mit wenig Aufwand alles Mögliche ungeprüft publizieren. Im Zweifelsfall ist es also besser, telefonisch bei uns im ServiceCenter AOK Clarimedis anzurufen oder direkt zum Arzt zu gehen. Unbedenklich sind allerdings die Online-Informationen seriöser Institutionen.

Dr. Thomas Wollersheim

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Frau mit Headset am Computer.

AOK-Clarimedis

Medizinische Hilfe am Telefon.

Letzte Änderung: 21.12.2016