Was ist eine Gürtelrose?

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Foto: Frau untersucht die Haut an ihrer Schulter

Gürtelrose (Herpes zoster) ist die späte Folge einer Windpocken-Infektion. Denn Windpocken-Viren verbleiben lebenslang im Körper und können vor allem bei älteren oder abwehrgeschwächten Menschen den schmerzhaften Hautausschlag hervorrufen. Die Gefahr, sich direkt bei einem Patienten mit Gürtelrose anzustecken, ist dagegen gering. Sie besteht nur für Menschen, die noch nie Windpocken hatten, und mit dem Inhalt der Bläschen in Berührung kommen, die zum Krankheitsbild gehören.

Ursachen

Wer einmal Windpocken hatte, trägt lebenslang Varizella-zoster-Viren in sich. Fast alle Erwachsenen sind Träger dieser Erreger, denn eine Impfung gegen Windpocken wird erst seit 2004 empfohlen. Die Viren halten sich in den Nervenwurzeln des Rückenmarks und in den Hirnnerven auf. Man spricht hier von einer persistierenden Infektion. Das bedeutet, dass die im Körper verbliebenen Viren wieder aktiv werden und eine weitere Krankheit auslösen können. Allerdings entstehen im Fall der Varizella-zoster-Viren keine Windpocken mehr, sondern es bildet sich eine Gürtelrose (Herpes zoster). Die Symptome dieser Erkrankung sind Rötungen und Bläschen auf der Haut sowie brennende Schmerzen.

Betroffen sind besonders ältere Menschen, da ihr Immunsystem schneller geschwächt ist. Eine Gürtelrose kann aber auch bei jungen, ansonsten gesunden Menschen auftreten. Stress und Krankheiten, die auf einer schwachen Körperabwehr beruhen oder das Immunsystem schwächen, begünstigen das Entstehen einer Gürtelrose.

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Ansteckung

Windpocken werden durch Tröpfcheninfektion, also beispielsweise durch Niesen oder Husten, übertragen. Daher sind sie sehr ansteckend. Aus diesem Grund tragen fast alle Erwachsenen Varizella-zoster-Viren in sich. Sie können sich demnach nicht mehr bei einem Patienten mit Gürtelrose anstecken.

Menschen, die noch nie Windpocken hatten, können sich bei Betroffenen nur mit den Gürtelrose-Viren infizieren, wenn sie in direkten Kontakt mit dem Inhalt der für die Krankheit typischen Hautbläschen in Kontakt kommen. Die Übertragung geschieht also durch eine Schmierinfektion. Wer sich auf diesem Weg ansteckt, erkrankt zuerst an Windpocken und erst später möglicherweise an einer Gürtelrose.


Letzte Änderung: 04.09.2017