Warzen behandeln

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Apotheker zeigt einer Kundin ein Medikament.

Bildnachweis: © wdv / Bernhard Rüttger

Obwohl die meisten Warzenarten harmlos sind, stören sie die Betroffenen. Sie empfinden Warzen als unschön und möchten sie unbedingt entfernen lassen. Hautärzte rücken den unbeliebten Wucherungen mit verschiedenen Methoden zu Leibe: Sie setzen Pflaster und Lösungen ein, vereisen sie oder entfernen sie chirurgisch, wenn sie zu groß oder zu zahlreich sind. Dabei raten sie jedem ab, auf eigene Faust an den Hautwucherungen herumdoktern.

Warzen werden durch Viren übertragen – hauptsächlich durch verschiedene Untertypen der Humanen Papillomaviren – sind sie aber ansteckend: Kleine Risse in der Haut machen eine Schmierinfektion möglich, zum Beispiel im Schwimmbad. Diese Ansteckungsgefahr ist ebenfalls ein Grund, Warzen entfernen zu lassen.

Vor einer Behandlung diagnostiziert der Hautarzt zunächst, um welche Art von Warze(n) es sich handelt. Besonders bei Kindern wird er in vielen Fällen erst einmal auf eine Behandlung verzichten, da bei ihnen die Warzen häufig innerhalb von zwei Jahren von allein verschwinden. Das kommt übrigens nicht selten auch bei Erwachsenen vor.

Behandlungsmethoden

Warzenpflaster:

Eine Methode, Warzen zu beseitigen, sind Pflaster mit bestimmten Salben oder Lösungen, die auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden. Die Wirkstoffe darin lösen die obere Hornschicht auf, die dann leicht entfernt werden kann. Der Vorgang wird so oft wiederholt, bis die Warze Schicht für Schicht abgetragen wurde. Das kann einige Zeit dauern. Der Vorteil: Der Patient kann das Pflaster nach der ersten Sitzung meist schon selbst zu Hause erneuern. Allerdings kann es passieren, dass die Warzen wiederkommen, beispielsweise an einer benachbarten Stelle. Leider gilt das ebenso für anders behandelte Warzen. Lösungen, die auf Warzen getupft werden, und Warzenpflaster enthalten vor allem Salizyl- oder Milchsäure.

Mann schaut auf einen Computerbildschirm.

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Vereisen:

Eine weitere Methode ist die Vereisung von Warzen, die sogenannte Kryotherapie. Hierbei wird eine Flüssigkeit, die einen Anteil flüssigen Stickstoff enthält, aufgesprüht oder aufgebracht. Die Warzenzellen sterben ab und die Warze fällt ab – möglicherweise jedoch erst nach wiederholter Behandlung. Dermatologen setzen die Kryotherapie zum Beispiel gegen gewöhnliche Warzen ein. Sie ist ein bisschen schmerzhaft, dafür bleiben keine Narben zurück.

Virostatika und Zytostatika:

Um die Humanen Papillomaviren (HPV) zu stoppen, die zur Ausbreitung der Warzen führen, kann der Arzt Mittel anwenden, die die Viren vernichten sollen (Virostatika). Auch Salben, die die Zellvermehrung der Warzen verhindern, können eingesetzt werden (Zytostatika).

Operation:

Schließlich bleiben Operationen, die vor allem bei schmerzenden Warzen wie den Dornwarzen oder bei größeren Ansammlungen von Warzen das Mittel der Wahl sind. Dabei werden die Warzen unter örtlicher Betäubung herausgeschnitten.

Kürettage:

Wenn Feigwarzen nicht durch Salben verschwinden, kommt bei ihnen auch die Methode der Kürettage zum Einsatz. Dabei werden die Warzen mit einem scharfen Löffel herausgekratzt.

Salben zur Immunstärkung:

Um das Immunsystem im Kampf gegen die Warzen verursachenden Viren zu stärken werden lokal wirkende Salben angewandt, vor allem bei Feigwarzen.

Homöopathie:

Aus Sicht der Naturheilkunde sind Schöllkraut und Thuja (Lebensbaum) geeignete Mittel gegen Warzen.

Nicht selten werden die verschiedenen Methoden zur Warzenbehandlung auch kombiniert.

Letzte Änderung: 20.10.2016