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Neurodermitis, Schuppenflechte und Co.: Hautkrankheiten unter der Lupe

ArtikelLesezeit: 3:00 min.
Junge Frau lehnt an einem Baum und kuschelt sich ein einen dicken Pullover.

Bildnachweis: © wdv / Jan Lauer

Ob Neurodermitis, Schuppenflechte, Nesselsucht oder Rosazea – Erkrankungen der Haut sind weit verbreitet. Dabei stellen besonders Rötungen, Schuppungen oder quälender Juckreiz eine große Belastung für die Betroffenen dar. Zum Glück gibt es sehr gute Behandlungsmöglichkeiten.

    Neurodermitis

    Die Haut ist entzündet, rot und schuppig. Alles juckt. Die Ursachen für Neurodermitis sind bis heute weitgehend unbekannt. Fachleute nehmen an, dass eine genetische Vorbelastung und bestimmte Umweltfaktoren dazu führen, dass das Immunsystem überempfindlich reagiert.

    Es gibt viele Behandlungsmöglichkeiten:

    • Basistherapie: Regelmäßiges Eincremen verbessert den Wasser- und Fettfilm der Haut. Zusätze wie Harnstoff oder D-Panthenol verstärken diese Wirkung. Bei einer akuten Verschlechterung verschreibt der Arzt oft auch eine kortisonhaltige Salbe.
    • Antihistaminika: Wenn die Haut heftig juckt, liegt das am körpereigenen Boten- und Entzündungsstoff Histamin. Antihistaminika drosseln seine Produktion, das Jucken lässt nach.
    • Immunmodulatoren: Immunmodulatoren wie Pimecrolimus und Tacromilus blockieren das von Immunzellen produzierte Enzym, das für die Entzündungsreaktion der Haut verantwortlich ist. Es gibt sie ebenfalls in Salbenform.
    • Spezifische Immuntherapie: Die Therapie kommt nur bei einer nachgewiesenen Allergie, die eine Verschlechterung des Hautzustandes bewirkt, infrage. Dabei werden über einen Zeitraum von drei Jahren jeden Monat molekular standardisierte Allergen-Präparate injiziert. So lernt das Immunsystem, diese Stoffe nicht mehr als Fremdkörper zu bekämpfen.

    Schuppenflechte (Psoriasis)

    Schuppenflechte macht sich meist durch scharf begrenzte, rötliche und leicht erhabene Flecken auf der Haut bemerkbar, die mit silberweißen Schuppen bedeckt sind. Als Ursache gilt eine Fehlregulierung des körpereigenen Abwehrsystems. Verschiedene Umweltfaktoren spielen bei der Entstehung der Krankheit ebenfalls eine Rolle.

    Es gibt verschiedene Therapien:

    • Cremes und Salben: Bei milder Psoriasis helfen Cremes und Salben, die als Wirkstoffe vor allem mit Vitamin D verwandte Stoffe oder Kortison enthalten. Vitamin D normalisiert das Wachstum und die Reifung der Zellen in der Oberhaut. Aber auch natürliche und synthetische Teerprodukte wie etwa das Dithranol können eingesetzt werden.
    • Medikamente: Bei schweren Verläufen ist eine Therapie mit verschiedenen Wirkstoffen als Tablette oder Spritze möglich. Diese Wirkstoffe sorgen dafür, dass die entzündliche Aktivität der Haut reduziert wird. Medikamente, die die Immunabwehr "runterregulieren", können auch sinnvoll sein.
    • UV-Bestrahlung (zum Beispiel Photo-Sole-Behandlung): Bei dieser Lichttherapie nimmt der Patient ein Bad in Sole-Wasser (salzhaltigem Wasser) und wird gleichzeitig mit UV-Licht bestrahlt.
    Frau mit Headset am Computer.

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    Medizinische Hilfe am Telefon.

    Nesselsucht (Urtikaria)

    Nesselsucht ist auch unter den Namen Quaddelsucht oder Urtikaria bekannt. Zunächst erscheinen blassrote bis rote Erhebungen auf der Haut. Diese werden schnell größer und bilden dann sogenannte Quaddeln. Der extreme Juckreiz ist das Hauptproblem.

    Auslöser für Nesselsucht sind Medikamente und Nahrungsmittel sowie Geschmacks-, Konservierungs- und Farbstoffe in Lebensmitteln. Durch den fremden Reiz schlägt das Immunsystem Alarm. Abwehrzellen setzen daraufhin den Botenstoff Histamin frei, um gegen den vermeintlichen Eindringling zu kämpfen. Das führt dazu, dass sich die Blutgefäße der Haut stark erweitern. Es kommt zu Wassereinlagerungen in der Lederhaut – die dann als die für Nesselsucht typischen Schwellungen sichtbar werden. Auch können bereits bestehende Allergien oder Infektionen eine Uticaria auslösen.

    Die Behandlung:

    • Selbstheilung: Meist verschwinden die Quaddeln ebenso schnell wie sie aufgetreten sind ganz von allein.
    • Medikation: Löst sich das Problem nicht eigenständig, verschreibt der Arzt Antihistaminika oder kurzfristig Cortison. Beide Wirkstoffe lindern sehr schnell den Juckreiz. Auch die Hautrötungen und Quaddeln verschwinden davon.
    • Vermeidung: Ist der Auslöser bekannt, muss dieser gemieden werden, damit die Quaddeln nicht wieder auftreten.

    Rosazea (Kupferrose)

    Bei Rosazea handelt es sich um eine Erkrankung der Talgdrüsen und Hautgefäße. Sie führt dazu, dass die feinen Blutgefäße im Gesicht erheblich erweitert sind. Die Haut wird dadurch stärker durchblutet und bekommt eine rote Farbe. Außerdem brennt oder sticht, manchmal juckt sie auch, im weiteren Verlauf können Knoten und Pusteln entstehen. Den Namen Rosazea hat die Hautkrankheit erhalten, da die Symptome – Gesichtsrötungen – dem Aufblühen von Rosengewächsen ähneln (rosaceus, lateinisch: rosenfarbig).

    Die genauen Ursachen für eine Kupferrose sind nicht bekannt. Man weiß aber, dass die Hautzellen Entzündungsbotenstoffe und andere Substanzen produzieren, die sich auf die Hautgefäße auswirken.

    Es gibt verschiedene Therapien:

    • Salben: Befindet sich die Krankheit im Anfangsstadium, verschreibt der Arzt zunächst entzündungshemmende Salben.
    • Massagen: Ist das Gesicht geschwollen, helfen oft sanfte Gesichtsmassagen oder Lymphdrainagen. Diese beschleunigen den Abfluss der Flüssigkeit.
    • Antibiotika: Im fortgeschrittenen Stadium erhält der Patient spezielle Antibiotika in sehr niedriger Dosis über einen Zeitraum von bis zu drei Monaten. Meist können die Hautsymptome auf diese Weise unter Kontrolle gebracht werden.

    Letzte Änderung: 18.02.2020