Eisenmangel und seine Ursachen

ArtikelLesezeit: 3:00 min.
Eine Frau greift sich an die schmerzende Stirn.

Bildnachweis: © wdv / Günther Bauer

Ein gesunder menschlicher Körper enthält rund zwei bis vier Gramm Eisen – das entspricht in etwa der Menge eines kleinen Nagels. Bei manchen Menschen ist dieser Speicher jedoch leer, sie leiden unter Eisenmangel.

Unser Körper benötigt Eisen zum Beispiel, um Hämoglobin zu produzieren. Dieses Molekül wird auch als „roter Blutfarbstoff“ bezeichnet, da es dem Blut seine Farbe verleiht. Hämoglobin ist für den Sauerstofftransport im Blut zuständig und somit für die ausreichende Versorgung all unserer Organe und Muskeln. Eisen ist aber auch wichtig für ein starkes Immunsystem und einen wachen Geist, denn es spielt eine wichtige Rolle bei den Zellfunktionen sowie dem gesamten Energiestoffwechsel.

Junge Frau hält einen Apfel in der Hand.

Fragen zur Ernährung?

AOK-Experten beraten Sie im Forum.

Ursachen für Eisenmangel

Da unser Körper das Eisen nicht selber bilden kann, ist er auf Nachschub von außen angewiesen. Erwachsene sollten täglich zwischen zehn und zwölf Milligramm des Spurenelements zu sich nehmen. Bei einer vollwertigen Ernährung ist Eisenmangel sehr unwahrscheinlich. Dennoch sind rund 25 Prozent der Weltbevölkerung von der Mangelerkrankung betroffen. Die Ursachen dafür sind vielfältig:

  • Blutverlust
    In den meisten Fällen ist Blutverlust der Grund für Eisenmangel. Die weibliche Menstruationsblutung kann ihn hervorrufen, aber ebenso operativ bedingte Blutverluste. Auch chronische Blutungen, zum Beispiel im Magen oder Darm, begünstigen einen Eisenmangel. Zu den besonderen Risikogruppen gehören Dialysepatienten.
  • Geringe Eisenzufuhr
    Die Aufnahme von Eisen erfolgt in erster Linie durch die Nahrung. Fleisch und Fisch sind gute Eisenlieferanten. Deshalb betrifft die Mangelerkrankung auch häufig Vegetarier und Veganer.
  • Gestörte Aufnahme
    Bei einigen Menschen kann der Magen-Darm-Trakt das Eisen nicht aufnehmen. Die Ursachen hierfür sind häufig eine genetisch bedingte verringerte Aufnahmequote des zugeführten Eisens in der Darmschleimhaut, Zöliakie oder ein dauerhafter Durchfall.
  • Gesteigerter Eisenbedarf
    In bestimmten Lebensphasen ist unser Eisenbedarf erhöht: So benötigen Heranwachsende, menstruierende Frauen, Schwangere, Stillende und Sportler eine zusätzliche Portion des Spurenelements.

Doch wie erkenne ich, dass mir Eisen fehlt? Die typischen äußerlichen Anzeichen für Eisenmangel sind eine blasse Gesichtsfarbe, brüchige Haare und Fingernägel, die außerdem zu Rillenbildung neigen sowie eingerissene Mundwinkel. Die Betroffenen leiden häufig unter Müdigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen und sind besonders anfällig für Infekte.

Letzte Änderung: 19.12.2017