Risikosport Fußball?

InterviewLesezeit: 2:30 min.

Grenzenloser Jubel, aber auch schmerzverzerrte Gesichter – das alles werden wir bald wieder bei der Fußball-Europameisterschaft zu sehen kriegen. Da kommt die Frage auf: Wie groß sind beim Kicken eigentlich die gesundheitlichen Risiken? Eine Antwort auf diese Frage gibt Prof. Dr. Daniel Memmert, Leiter des Instituts für Kognitions- und Sportspielforschung an der Deutschen Sporthochschule Köln.

Expertenbild

Der Experte zum Thema

Univ.-Prof. Dr. Daniel Memmert

Geschäftsführender Institutsleiter
Deutsche Sporthochschule Köln, Institut für Trainingswissenschaft und Sportinformatik

In Deutschland spielen knapp sieben Millionen Menschen Fußball. Von welchen gesundheitlichen Vorteilen des Sports profitieren sie?

Redaktion

Fußball hat viele positive Aspekte: Das Herz-Kreislauf-System wird trainiert, Ausdauer, Koordination, Schnelligkeit und Kraft werden verbessert – um nur ein paar Vorteile zu nennen. Hinzu kommt der kognitive Effekt: Technik und Taktik sind hervorragend für den Kopf. Das ist besonders für Kinder wichtig. Studien haben ergeben, dass die Konzentrationsfähigkeit durch Ballsport gefördert wird. Darüber hinaus hat jede Ballsportart einen Aufforderungscharakter: Kinder bewegen sich automatisch, ohne drüber nachzudenken und haben jede Menge Spaß.

Univ.-Prof. Dr. Daniel Memmert

Expertenbild
Junge Frau joggt im Wald.

„Laufend in Form“

Das AOK-Programm gibt den Kick.

Was sind denn die anderen Seiten des Fußballs? Wann kann es zu Problemen kommen?

Redaktion

Jede Sportart wird belastend, wenn dem Körper mehr zugemutet wird als er leisten kann. Ein weiterer Aspekt ist der psychologische Druck: Es gibt Spieler, die besser sind, deshalb wird man selbst nicht aufgestellt. Auch damit muss man umgehen lernen.

Univ.-Prof. Dr. Daniel Memmert

Expertenbild

Wie lautet Ihr Fazit: Fußball spielen – ja oder nein?

Redaktion

Auf jeden Fall gibt es hier ein klares Ja. Neben den gesundheitlichen Aspekten – die übrigens jede Altersstufe betreffen – prägen gerade Kinder, die Mannschaftssportarten ausüben, zusätzlich soziale Fähigkeiten aus. Sie lernen zu gewinnen und zu verlieren, finden Freunde, und das Selbstbewusstsein wird gestärkt. Fußball ist – neben anderen Ballsportarten auch – ein optimaler Start in den Sport und ein wichtiger Grundstock dafür, ein Leben lang Sport zu treiben.

Univ.-Prof. Dr. Daniel Memmert

Expertenbild

Letzte Änderung: 18.05.2014