Hypochondrie: Alles nur Einbildung?

ArtikelLesezeit: 3:00 min.
Foto: Mann sitzt am Tisch und reibt sich die schmerzenden Schläfen

Hypochonder leiden unter der ständigen Furcht, eine schlimme Krankheit zu haben. Von ihren Mitmenschen werden sie meist belächelt. Zu Unrecht, denn bei der Hypochondrie handelt es sich um ein ernstes psychisches Leiden.

Sind die anhaltenden Kopfschmerzen vielleicht durch einen Tumor verursacht? Und könnte das unangenehme Ziehen in der Brust nicht doch auf einen drohenden Herzinfarkt hinweisen? Hypochonder überwachen ihren Körper und seine Funktionen. Dabei deuten sie die Symptome falsch und vermuten hinter allem eine schwere Krankheit.

Frau mit Headset am Computer.

AOK-Clarimedis

Medizinische Hilfe am Telefon.

Einer Studie der Universität Mainz zufolge sind zwischen einem und sieben Prozent der Deutschen von diesen übertriebenen Gesundheitsbefürchtungen betroffen. Viele von ihnen haben einen regelrechten Ärztemarathon hinter sich. Denn auch wenn die Mediziner nichts finden, ist das für die Betroffenen kein Grund, beruhigt zu sein.

Von ihren Mitmenschen werden Hypochonder oft belächelt. Dabei ist die Angst vor Krankheiten eine ernst zu nehmende psychosomatische Störung. Und die eingebildeten Schmerzen beeinträchtigen das Leben der Betroffenen nachhaltig.

So erkennen Sie Hypochondrie

So erkennen Sie Hypochondrie

Die Weltgesundheitsorganisation betrachtet Hypochondrie als eigenständige Krankheit. Man spricht davon, wenn Betroffene

  • mindestens sechs Monate unter ständigen Beschwerden leiden – ohne organischen Befund
  • nur vorübergehend oder gar nicht akzeptieren, dass es keine körperlichen Gründe für ihre Beschwerden gibt
  • häufig den Arzt wechseln („Doctor-Hopping“)
  • von ihrer Krankheit im Alltag stark beeinträchtigt werden

Letzte Änderung: 27.06.2012