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Medikamente richtig einnehmen

ArtikelLesezeit: 3:00 min.
Verschiedene Fläschchen mit Medizin.

Bildnachweis: © istockphoto.com / Bruce Ramsay

Beim Gebrauch von Medikamenten ist einiges zu beachten. So kann zum Beispiel neben der richtigen Dosierung auch der Zeitpunkt der Einnahme wichtig sein. Wir haben die wichtigsten Punkte für Sie zusammengefasst.

Expertenbild

Die Expertin zum Thema

Birgit Kämmerer-Mroß

Apothekerin
ServiceCenter AOK-Clarimedis

Die beste Arznei hilft nur, wenn sie korrekt eingenommen wird. Ansonsten können Wechsel- und/oder Nebenwirkungen oder verringerte Wirkung die Folge sein. Deshalb ist es wichtig zu wissen, worauf es bei der Einnahme von Medikamenten besonders ankommt.

Vor oder nach dem Essen?

Auf leeren Magen eingenommen wirken manche Arzneimittel schneller. Bei anderen Arzneimitteln wiederum kann die Nahrung die empfindliche Magenschleimhaut vor möglichen Schäden durch das Medikament schützen. Sie sind somit besser verträglich.

Bestimmte Tabletten sollen erst im Darm freigesetzt werden. Sie haben einen speziellen Überzug, der das Medikament vor dem Zerfall im Magen schützen soll. Damit diese Arzneimittel richtig wirken können, ist die Einnahme entsprechend der Anweisung besonders wichtig.

Daher stehen auf dem Beipackzettel in der Regel Angaben zum richtigen Zeitpunkt der Einnahme. Das bedeuten die Hinweise:

  • vor dem Essen: etwa eine halbe Stunde vor der Mahlzeit
  • zum Essen: zur Mitte der Mahlzeit
  • nach dem Essen: zwischen Mahlzeit und Einnahme sollte ein Abstand von 30 bis 60 Minuten liegen
  • nüchtern: entweder 1 Stunde vor oder aber 2 Stunden nach dem Essen
  • unabhängig von einer Mahlzeit: Einnahme muss zu keinem festen Zeitpunkt vorgenommen werden

Beachten Sie aber auch die speziellen Dosierungs- oder Einnahmeempfehlungen durch den Arzt.

Über Wechselwirkungen informieren

Es gibt Wirkstoffe, die sich gegenseitig verstärken oder abschwächen. Fragen Sie daher Ihren Arzt nach Wechselwirkungen, wenn Sie mehrere unterschiedliche Medikamente einnehmen müssen – oder Sie ein zusätzliches, neues Medikament verschrieben bekommen.

Wichtig: Auch rezeptfreie und pflanzliche Arzneimittel können Nebenwirkungen haben und die Wirkung anderer Medikamente beeinflussen. Sagen Sie Ihrem Arzt daher, wenn Sie auch solche Mittel nehmen.

Gerade für Menschen, die über den Tag verteilt mehrere Medikamente einnehmen müssen, sind Tablettenboxen hilfreich. So verlieren Sie nicht den Überblick und sehen, ob Sie alle notwendigen Tabletten für den Tag eingenommen haben. Sie sind jedoch nur für Medikamente geeignet, für die keine bestimmen Lagerungshinweise gelten (etwa die Aufbewahrung im Kühlschrank oder lichtgeschützt).

Lebensmittel und Medikamente – das sollten Sie vermeiden

Sogar Nahrungsmittel können Einfluss auf die Wirkung von Arzneimitteln haben. Welche das sind und was es zu beachten gibt, zeigt Ihnen unsere Bildergalerie.

Einnahme unbedingt durchhalten

Immer wieder beenden Patienten die Einnahme von Medikamenten abrupt, sobald es ihnen besser geht. Die Dauer der Einnahme ist jedoch ein wichtiger Faktor für den Behandlungserfolg. Im schlimmsten Fall kann ein verfrühter Abbruch sogar schädlich für den Patienten sein.

Daher dürfen Medikamente nie eigenmächtig abgesetzt werden. Wer Probleme mit der Medikamenten-Einnahme hat, sollte mit seinem Arzt oder Apotheker darüber sprechen. Manchmal wird eine andere Darreichungsform (zum Beispiel als Saft oder Tropfen) besser vertragen oder der Wirkstoff kann in einer anderen Zusammensetzung gegeben werden.

Viele verschiedene Tabletten in verschiedenen Farben auf einem Haufen.

Medikamente suchen

Der Arzneimittelnavigator hilft.

Tabletten richtig teilen

Nicht immer müssen Tabletten als Ganzes eingenommen werden. Zum Teil sieht die Dosierungsanweisung nur eine halbe Tablette vor. Auch können Kinder und ältere Menschen die Tabletten in kleineren Stücken meistens besser einnehmen. Es dürfen jedoch nur solche Tabletten geteilt werden, die dafür vorgesehen sind. Sie haben meistens eine sogenannte Bruchrille oder Bruchkerbe und einen entsprechenden Hinweis im Beipackzettel.

Das exakte Zerteilen der Pillen fällt trotz Bruchkerbe oft schwer. In der Apotheke gibt es daher kleine, aber zuverlässige Helfer: sogenannte Tablettenteiler. Der Apotheker zeigt Ihnen gerne die Handhabung und berät Sie, welche Tabletten geteilt werden dürfen und welche nicht.

Medikamente richtig lagern

Arzneimittel sind nicht dauerhaft haltbar. Auf der Packung steht das Datum, bis zu dem der Hersteller die Wirksamkeit des Präparates garantiert. Das gilt für die verschlossene, nicht angebrochene und entsprechend gelagerte Packung. Das Datum sollte nicht überschritten werden.

Bis zu diesem Zeitpunkt lagert man die meisten Medikamente am besten trocken, lichtgeschützt und unterhalb von 25 Grad Celsius. Daher sind Küche und Bad keine geeigneten Räume zur Aufbewahrung von Medikamenten. Doch es gibt auch Ausnahmen wie beispielsweise Insulin, das gekühlt gelagert werden muss.

Flüssige Arzneimittel wie Augentropfen oder Hustensäfte sind nach dem Öffnen nur noch beschränkt haltbar. Daher sollten Sie stets auf der Packung vermerken, wann das Präparat angebrochen wurde. Am besten sind Medikamente übrigens in einem für Kinder unzugänglichen Arzneischränkchen aufgehoben.

Letzte Änderung: 15.06.2021