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Was tun bei Fieberkrämpfen?

ArtikelLesezeit: 2:00 min.
Mutter legt ihre Hand auf die Strin ihres Sohnes nachdem sie Fieber gemessen hat.

Bildnachweis: © istockphoto.com / ljubaphoto

Fieberkrämpfe sind für Eltern beängstigend – haben aber in der Regel keine bleibenden Auswirkungen auf das Kind. Wie Sie einen Fieberkrampf erkennen und was Sie tun sollten, haben wir für Sie zusammengefasst.

Expertenbild

Die Expertin zum Thema

Dr. Renate Quarg

Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin
ServiceCenter AOK-Clarimedis

Fieberkrämpfe sind bei Kindern keine Seltenheit. Etwa vier Prozent aller Kinder bekommen mindestens einmal in ihrem Leben einen Fieberkrampf. Am häufigsten tritt dies im Alter von sechs Monaten und fünf Jahren auf.

Wie äußert sich ein Fieberkrampf?

Bei einem Fieberkrampf handelt es sich um einen zerebralen Anfall. Das bedeutet, er geht vom Gehirn aus (cerebum ist lateinisch für Gehirn).

Diese Anzeichen sind typisch für einen Fieberkrampf:

  • Bewusstseinsverlust
  • das Kind wird steif und zeigt dann „schüttelnde“ (tonisch-klonische) Muskelkrämpfe
  • die Krämpfe können am ganzen Körper, aber auch nur in bestimmten Körperregionen auftreten
  • das Kind verdreht die Augen, hat erweiterte Pupillen oder einen starren Blick
  • blau verfärbte Lippen

Wie lange dauert ein Fieberkrampf?

Ein Fieberkrampf dauert meist nur wenigen Minuten und hört dann von selbst auf. In der Regel ist das Kind danach sehr schläfrig. Nach etwa 20 bis 30 Minuten kann es jedoch wieder ganz normal auf alles reagieren.

Der Krampfanfall sieht dramatisch aus. Normalerweise ist er aber harmlos und verursacht keine Schäden beim Kind. Problematisch sind erst Fieberkrämpfe, die länger als 20 Minuten andauern.

Weshalb treten Fieberkrämpfe auf?

Es ist bislang noch unklar, warum manche Kinder einen Fieberkrampf bekommen und andere nicht. Ein erhöhtes Risiko besteht, wenn so etwas bei nahen Verwandten (Eltern oder Geschwistern) schon vorgekommen ist.

Auslöser ist oft ein schneller Anstieg der Fiebertemperatur. Meist treten die Fieberkrämpfe bei Fieber über 38,9 °C auf, sie werden aber auch schon bei erhöhter Temperatur beobachtet. Besonders häufig kommen Fieberkrämpfe in Zusammenhang mit der Kinderkrankheit Dreitagefieber vor.

Familie von oben fotografiert, liegt auf einem Holzfußboden.

Antwort auf Eltern-Fragen

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Fieberkrampf: So reagieren Eltern richtig

Bei einem Fieberkrampf gilt:

  • bewahren Sie Ruhe
  • tritt der Fieberkrampf zum ersten Mal auf, rufen Sie den Rettungsdienst (112)
  • bleiben Sie beim Kind
  • legen Sie das Kind hin
  • polstern Sie vor allem den Kopf und gegebenenfalls auch den Körper mit Decken und Kissen
  • Kind nicht stark festhalten
  • räumen Sie Gegenstände weg, an denen sich das Kind verletzen könnte (zum Beispiel Spielzeug)
  • wenn möglich, schauen Sie auf die Uhr, um die Dauer des Fieberkrampfs zu bestimmen
  • geben Sie Ihrem Kind während eines Anfalls nichts zu essen oder trinken
  • stecken Sie Ihrem Kind nichts in den Mund

Manche Eltern haben den Impuls, ihr Kind während eines Krampfes mit kalten Lappen abzureiben oder es zu schütteln. All diese Maßnahmen führen leider nicht dazu, dass der Fieberkrampf schneller aufhört.

Ist der Anfall vorüber, drehen Sie Ihr Kind auf die Seite – so, dass Sie sein Gesicht sehen können. Achten Sie darauf, dass der Speichel aus dem Mund auslaufen kann.

Übrigens helfen fiebersenkende Mittel nicht unbedingt dabei, den nächsten Krampf zu verhindern. Rund ein Drittel der Kinder erleidet im nächsten halben bis ganzen Jahr einen weiteren Fieberkrampf.

Wann sollte der Rettungsdienst gerufen werden?

Rufen Sie die 112 an, wenn Ihr Kind zum ersten Mal einen Fieberkrampf bekommt. Der Notarzt kann dann andere Ursachen (wie Epilepsie) ausschließen oder das Kind ins nächstgelegene Krankenhaus bringen, wenn es notwendig sein sollte.

Auch bei Babys unter drei Monaten sollten Sie sicherheitshalber den Rettungsdienst rufen. Das gilt außerdem für komplizierte Fieberkrämpfe, die länger als 15 bis 20 Minuten andauern. Der Notarzt kann Ihrem Kind dann krampflösende Medikamente geben, damit der Fieberkrampf schnell aufhört.

Letzte Änderung: 20.10.2021