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Mandeln entfernen – wann eine Operation sinnvoll ist

ArtikelLesezeit: 3:00 min.
Ärzte in OP-Kleidung ziehen sich die sterilen Handschuhe an.

Bildnachweis: © istockphoto.com / Jochen Sand

Manchmal erfüllen die Mandeln nicht mehr ihre Schutzfunktion, sondern sind zum Krankheitsherd geworden. Eine Mandelentfernung, medizinisch Tonsillektomie genannt, sollten Sie jedoch gründlich abwägen.

Tonsillen übernehmen in unserem Körper wichtige Aufgaben. Sie sollten ihre Mandeln daher nur entfernen lassen, wenn es wirklich notwendig ist. Das kann der Fall sein, wenn die Mandeln vergrößert sind oder sich häufig entzünden.

Vergrößerte Mandeln

Bei Vorschulkindern schwellen die Gaumenmandeln deutlich an. Das ist normal und nicht weiter bedenklich. Wenn sich die Mandeln jedoch so stark vergrößern, dass sie Ihr Kind beim Atmen behindern, ist ein medizinscher Eingriff sinnvoll.

Allerdings sind vor allem in den ersten Lebensjahren die Mandeln wichtige Organe der Immunabwehr. Mit einer Teilentfernung der Mandeln (Tonsillotomie) kann die normale Funktion der Mandeln erhalten bleiben, zudem ist der Eingriff für das Kind schmerz- und risikoarm.

Häufige Entzündungen

Bei sechs oder mehr mit Antibiotika behandelten Mandelentzündungen ist eine Mandelentfernung sinnvoll. Gerade die chronische Mandelentzündung kann zu einer Entzündung der Gelenke, der Nieren oder des Herzens führen oder andere Beschwerden verursachen.

Tipps für die Zeit nach der Operation

Nach der Entfernung der Mandeln ist es gut, wenn Sie mindestens zwei Wochen lang jede körperliche Anstrengung vermeiden. So verhindern Sie Nachblutungen. Genauso wichtig ist es, alles zu unterlassen, was das Blut in den Kopf steigen lässt, zum Beispiel kopfüber die Haare zu waschen oder heiß zu baden.

Ärztin tastet den Hals einer jungen Frau ab.

Tonsillotomie

Teilentfernung vergrößerter Mandeln

Den Schmerz lindern

Schmerzen im Halsbereich sind in den ersten Tagen nach der Mandeloperation normal. Hier hilft Ihnen alles, was kühlt – egal, ob von innen oder von außen. Eine so genannte „Eiskrawatte“ (mit Eisstückchen gekühlter Nackenumschlag) tut ebenso gut wie der Genuss von Speiseeis und kalten Getränken. Auch schmerzlindernde Medikamente helfen. Hier sind Zäpfchen empfehlenswert, weil sie nicht geschluckt werden müssen.

Die richtige Nahrung

Das Essen in der ersten Zeit nach der OP ist am besten flüssig oder weich sein, ideal geeignet sind Kartoffelpüree, Suppe oder Pudding. Obstsäfte und scharfe Gewürze dagegen reizen Ihre offene Wunde im Hals.

Letzte Änderung: 29.01.2020