Mandeln entfernen – wann eine Operation sinnvoll ist

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Ärzte in OP-Kleidung ziehen sich die sterilen Handschuhe an.

Bildnachweis: © istockphoto.com / Jochen Sand

Manchmal erfüllen die Mandeln nicht mehr ihre Schutzfunktion, sondern sind zum Krankheitsherd geworden. Eine Mandelentfernung, medizinisch Tonsillektomie genannt, sollten Sie dennoch gründlich abwägen.

Tonsillen übernehmen in unserem Körper wichtige Aufgaben und sollten nur entfernt werden, wenn es wirklich notwendig ist – sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen. Das kann der Fall sein, wenn die Mandeln vergrößert sind oder sich häufig entzünden.

Vergrößerte Mandeln

Bei Vorschulkindern schwellen die Gaumenmandeln deutlich an. Das ist normal und nicht weiter bedenklich. Wenn sich die Mandeln jedoch so stark vergrößern, dass sie Ihr Kind beim Atmen behindern, ist ein medizinscher Eingriff sinnvoll.

Häufige Entzündungen

Bei sechs oder mehr mit Antibiotika behandelten Mandelentzündungen ist eine Mandelentfernung sinnvoll. Gerade die chronische Mandelentzündung kann zu einer Entzündung der Gelenke, der Nieren oder des Herzens führen oder andere Beschwerden verursachen.

Tipps für die Zeit nach der Operation

Mindestens für zwei Wochen nach der Entfernung der Mandeln sollten Sie jede körperliche Anstrengung vermeiden. Das verhindert Nachblutungen. Genauso wichtig ist es, alles zu unterlassen, was das Blut in den Kopf steigen lässt, zum Beispiel kopfüber die Haare zu waschen oder heiß zu baden.

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Den Schmerz lindern

Schmerzen im Halsbereich sind in den ersten Tagen nach der Mandeloperation normal. Hier hilft alles, was kühlt – egal, ob von innen oder von außen. Eine so genannte „Eiskrawatte“ (mit Eisstückchen gekühlter Nackenumschlag) tut ebenso gut wie der Genuss von Speiseeis und kalten Getränken. Auch schmerzlindernde Medikamente helfen. Hier sind Zäpfchen empfehlenswert, weil sie nicht geschluckt werden müssen.

Die richtige Nahrung

Das Essen sollte in der ersten Zeit nach der OP flüssig oder weich sein, ideal geeignet sind Kartoffelpüree, Suppe oder Pudding. Obstsäfte und scharfe Gewürze dagegen reizen die offene Wunde im Hals.

Letzte Änderung: 10.10.2019