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Gesunder Meniskus – starkes Knie

ArtikelLesezeit: 4:00 min.
Jogger fasst sich an sein schmerzendes Knie

Bildnachweis: © istockphoto.com / Goads Agency

Knieschmerzen? Oft steckt bei Sportlern der Meniskus dahinter. Ist er geschädigt, kann er seine Aufgabe als Stoßdämpfer im Knie nicht mehr erfüllen. Eine mögliche Folge: Arthrose. Lesen Sie, wann operiert werden muss und wie Sie Ihren Meniskus gesund halten.

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Die Expertin zum Thema

Dr. Birgit Plifke

Fachärztin für Orthopädie und Chirurgie
ServiceCenter AOK-Clarimedis

In jedem Knie haben wir zwei Menisken – den Innen- und den Außenmeniskus. Es handelt sich um halbkreisförmige Scheiben aus Kollagen (in der Abbildung türkis eingefärbt). Sie liegen auf dem Gelenkknorpel auf und schützen ihn.

Die Menisken sorgen als zusätzlicher Puffer außerdem für eine optimale Druckverteilung zwischen Ober- und Unterschenkelknochen. Beim Beugen und Strecken verringern sie die Reibungsfläche im Gelenk zwischen Gelenkkopf und Gelenkpfanne.

Ursachen für Meniskusprobleme

Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Ursachen für Meniskusprobleme: Ein Riss entsteht während einer abrupten Bewegung oder wenn das Gewebe bereits vorgeschädigt ist (etwa bei älteren Personen). Ein Verschleiß entsteht meistens durch längere Über- oder Fehlbelastung.

Meniskusriss

Ein Meniskusriss entsteht typischerweise, wenn das gebeugte Knie ruckartig überdreht wird. Dies geschieht vor allem dann, wenn man dabei mit dem Fuß flach auf dem Boden steht und den Oberkörper dreht – zum Beispiel beim Abbremsen oder Richtungswechsel im Sport. Typische Sportarten dafür sind Fußball, Handball, Tennis oder Basketball.

Auch das umliegende Gewebe spielt eine Rolle. Wird das Knie zu wenig bewegt, wird das Gewebe spröde und der Meniskus kann schneller reißen. Das ist vor allem bei älteren Personen der Fall.

Ein akuter Meniskusriss äußert sich durch sofortige Schmerzen und Anschwellen des Knies. Kleinere Risse machen oft zunächst keine Beschwerden. Betroffene bemerken vielleicht lediglich eine Bewegungseinschränkung. Schmerzen treten erst sehr viel später, manchmal erst nach Wochen auf.

Verschleiß

Der Meniskusverschleiß kann bei Überbelastung auftreten, beispielsweise durch regelmäßiges Arbeiten in der Hocke oder im Knien. Übergewicht erhöht das Risiko für Über- und Fehlbelastungen zusätzlich.

Hinweise auf Abnutzung sind Schmerzen bei Drehbewegungen des Knies, beim Hinhocken oder Durchstrecken des Beins. Meist ist bei einem Verschleiß neben dem Meniskus auch der Knieknorpel betroffen. Schließlich kann das zu einer kompletten Arthrose des betroffenen Knies führen.

Die Unterscheidung zwischen Verschleiß und einem akuten Unfallschaden im Knie ist übrigens gar nicht so einfach. Oft liegt beides gleichzeitig vor. Risse treten nämlich eher auf, wenn der Meniskus bereits vorgeschädigt ist.

Diagnose

Bei länger anhaltenden Schmerzen oder bei Schwellungen im Knie, sollten Sie zum Arzt gehen. Er testet zunächst die Beweglichkeit des Knies und bei welchen Bewegungen Schmerzen auftreten.

Bei Verdacht auf einen Meniskusschaden bringt eine Magnetresonanztomografie (MRT) Klarheit über die Schwere der Verletzung und Behandlungsmöglichkeiten.

Meniskusprobleme: Wann ist eine OP notwendig?

Ob die Meniskusverletzung operiert werden muss, hängt von vielen Faktoren ab:

  • der Art der Verletzung: wie groß ist der Riss und an welcher Stelle befindet er sich?
  • Welche Beschwerden verursacht der Riss?
  • Wie alt ist der Patient und wie ist die Heilungsprognose nach dem Eingriff?

Bevor Sie sich für oder gegen eine Operation entscheiden, kann es sinnvoll sein, eine ärztliche Zweitmeinung einzuholen.

Ärzte besprechen sich bei der Visite.

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Kleine Meniskusrisse können meist konservativ behandelt werden, das heißt mit Kühlung und Schonung. Die Beschwerden sollten dann in der Regel nach 4 bis 6 Wochen nachlassen.

Vor allem bei jüngeren Patienten wird versucht, große Risse schnellstmöglich zu nähen. So soll verhindert werden, dass der Meniskus weiter geschädigt wird. Allerdings braucht das Gewebe in diesem Fall mehrere Monate, um wieder zu heilen.

Nicht immer lässt sich der Meniskus nähen – zum Beispiel bei älteren Patienten oder wenn das umliegende Gewebe bereits zu geschädigt ist. Dann werden die beschädigten Stellen abgeschnitten und der Meniskusknorpel geglättet. Die Ärzte entfernen dabei möglichst wenig Gewebe. So wird versucht, die Funktion des Meniskus als Stoßdämpfer weitestgehend zu erhalten. Das Knie kann mehrere Tage nach der OP schon wieder belastet werden. Je nachdem, wie viel Gewebe entfernt werden musste, behält das Knie aber eine Schwachstelle und es kann sich schneller eine Arthrose entwickeln.

Eine Knie-OP nimmt der Arzt ambulant vor. Es handelt sich um einen minimal-invasiven Eingriff mittels Gelenkspiegelung (Arthroskopie). Dabei werden Kamera und Operations-Instrumente durch kleine Löcher bis ins Gelenk geführt.

Wenn die Bewegungsfähigkeit des Knies eingeschränkt ist, kann im Anschluss eine Physiotherapie folgen, um die Beweglichkeit wiederherzustellen und das Gelenk zu festigen.

Wurde durch Verschleiß bereits Knorpelgewebe des Meniskus abgebaut, dann kann auch eine Operation meist nicht mehr viel helfen. In diesem Fall sollten die umgebenden Muskeln gezielt trainiert werden, um das Knie zu stabilisieren und zu entlasten.

Vorbeugen mit Knorpelpflege

Mangelnde Versorgung des Knorpelgewebes begünstigt Risse und einen vorzeitigen Verschleiß des Meniskus. Leidet der Knorpel an „Unterernährung“, ist er anfällig für Verletzungen. Eine Mangelversorgung entsteht bei zu wenig Bewegung.

Nur ein kleiner Teil des Meniskus ist an den Blutkreislauf angeschlossen. Große Teile sowie der Gelenkknorpel müssen Nährstoffe aus der Gelenkflüssigkeit – auch Gelenkschmiere genannt – aufnehmen. Diese wird von der Gefäßinnenhaut, die zahlreiche Blutgefäße enthält, in die Gelenkhöhle abgegeben.

Belastung presst den Knorpel zusammen. Lässt der Druck nach, können die Nährstoffe aufgesogen werden. Das bedeutet: Wenn das Knie nicht durch Bewegung immer wieder be- und entlastet wird, dann kann auch der Knieknorpel nicht geschmeidig und gesund bleiben.

Gut fürs Knie ist Ausdauersport, wie beispielsweise Walken oder auch Joggen. Wer übergewichtig ist, sollte mit dem Joggen vorsichtig sein. Bei Schmerzen lieber aufs Schwimmen oder Radfahren umsteigen. Sinnvoll ist auch, die Muskulatur rund ums Knie zu stärken, damit die Belastung nicht vollständig auf das Gelenk einwirkt. Wir haben hierfür Übungen zusammengestellt.

Gesunde Ernährung, gesunder Meniskus?

Auch wenn die Werbung dies nahelegt: Man kann geschädigte Knorpelstruktur nicht durch Nahrungsergänzungsmittel wieder aufbauen.

Eine ausgewogene Ernährung mit genug Vitaminen und Ballaststoffen bringt in der Regel alle wichtigen Nährstoffe mit sich. Wichtig ist außerdem, Übergewicht abzubauen. Denn jedes Kilogramm zu viel belastet die Gelenke zusätzlich.

Letzte Änderung: 18.03.2021