Lupus erythematodes

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Gesicht einer jungen Frau mit blauen Augen.

Bildnachweis: © wdv / Jan Lauer

Die seltene Autoimmunkrankheit Lupus erythematodes betrifft vor allem Frauen im jüngeren und mittleren Lebensalter. Aufmerksamkeit erlangte die Krankheit aktuell, weil die US-Schauspielerin und Sängerin Selena Gomez wegen Panikattacken und Depressionen – den Folgen ihrer Lupus-Erkrankung – ihre Welttournee abbrach. Heilbar ist die Krankheit, die in unterschiedlichen Formen auftritt, nicht. Sie lässt sich jedoch gut mit Medikamenten behandeln.

Der Name Lupus erythematodes leitet sich ab vom lateinischen Wort lupus, zu deutsch Wolf, und dem griechischen erythema, zu deutsch (Haut-)Rötung. Ein Symptom der Autoimmunerkrankung ist nämlich eine Rötung der Haut: Da sie sich auf Nasenrücken und Wangen schmetterlingsförmig ausbreitet, spricht man auch von Schmetterlingsflechte. Darüber hinaus können die Rötungen in Form von scheibenförmigen Flecken an anderen Körperstellen auftreten.

Experten unterscheiden neben einigen Unterformen zwei Arten von Lupus erythematodes: Betrifft die Krankheit Haut und Unterhautfettgewebe, handelt es sich um einen kutanen Lupus erythematodes, kurz CLE (lat. cutis = Haut). Sind weitere Organe betroffen, handelt es sich um systemischen Lupus erythematodes (SLE). Dabei kann die kutane Form auch in die systemische übergehen. Die SLE tritt häufiger auf als die CLE.

Symptome

Die Symptome sind vielfältig und können manchmal ebenso auf andere Krankheiten hindeuten. Darum ist die Diagnose von Lupus erythematodes nicht einfach. Auch leidet nicht jeder Patient unter allen Anzeichen, die die Autoimmunerkrankung kennzeichnen. Als solche sind bekannt: Hautrötungen, Müdigkeit, Gewichtsverlust, erhöhte Temperatur über längere Zeit, Schwellung der Lymphknoten, Schmerzen und/oder Schwellungen an Gelenken (sehr häufig), Gefäßentzündungen und -verschlüsse sowie Störungen im Blutbild. Darüber hinaus können Nieren, Rippenfell, Lunge und Herz Schädigungen durch die Krankheit aufweisen.

Frau mit Headset am Computer.

AOK-Clarimedis

Medizinische Hilfe am Telefon.

Ursachen

Bis heute sind die Ursachen für Lupus, bei der sich das Immunsystem gegen körpereigenes Gewebe richtet, nicht genau geklärt. Vermutlich liegt ihm eine genetische Veranlagung zugrunde. Manchmal kann SLE durch Medikamente ausgelöst werden und verschwindet dann nach Absetzung derselben wieder. Im Allgemeinen verläuft die Krankheit in Schüben, die sich mit der Zeit abschwächen können. Häufig werden sie durch Infektionen ausgelöst. Ungünstig wirken sich außerdem Sonneneinstrahlung, Rauchen und hoher Blutdruck aus. Deshalb sollten Betroffene sich nicht der Sonne aussetzen oder eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden.

Behandlung

Eine einheitliche Behandlung bei Lupus erythematodes gibt es nicht. Die Therapie richtet sich nach dem individuellen Krankheitsbild. Als Medikamente werden zum Beispiel Antirheumatika, „Krebsmedikamente“, Immunsuppressiva, Antikörper oder Kortison verabreicht.

Trotz der zahlreichen Beschwerden bei Patienten mit Lupus erythematodes gehen Experten davon aus, dass Betroffene lange gut damit leben können – vorausgesetzt die Krankheit wird richtig behandelt.

Letzte Änderung: 17.01.2019