Hashimoto-Thyreoiditis

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Ärztin tastet den Hals einer jungen Frau ab.

Bildnachweis: © wdv / Olaf Georg Hermann

Hashimoto-Thyreoiditis – so bezeichnen Mediziner eine Form von chronischer Schilddrüsenentzündung. Sie ist gleichzeitig der häufigste Grund für eine Unterfunktion der Schilddrüse. Da es sich um eine Autoimmunkrankheit handelt, wird sie auch Autoimmunthyreoiditis genannt. Fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind davon betroffen, darunter deutlich mehr Frauen als Männer.

Ursachen

Der japanische Arzt Hakaru Hashimoto beschrieb 1912 zum ersten Mal die Krankheit. Ihre Ursache wurde jedoch bis heute nicht gefunden. Da die Hashimoto-Thyreoiditis gehäuft innerhalb einer Familie auftritt, spielen vermutlich genetische Faktoren eine Rolle. Ebenso scheinen zuvor aufgetretene Virusinfektionen ihren Ausbruch zu begünstigen. Wie bei allen Autoimmunerkrankungen richten sich Antikörper und Abwehrzellen des Immunsystems fälschlicherweise gegen körpereigenes Gewebe, in diesem Fall das der Schilddrüse. Oft liegt bei den Betroffenen noch eine weitere Autoimmunkrankheit vor, beispielsweise Diabetes Mellitus Typ 1 oder eine Typ-A-Gastritis.

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Symptome

Die Erstdiagnose wird meist zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr gestellt. Da viele Frauen um die 50 betroffen sind, werden die Symptome nicht selten mit Wechseljahrsbeschwerden verwechselt. Die Hashimoto-Thyreoiditis beginnt in der Regel zunächst mit einer Schilddrüsenüberfunktion, bevor sie sich ins Gegenteil verkehrt. Die Symptome sind dann unter anderem: Nervosität, Zittern, Schwitzen, Herzrhythmusstörungen, Gewichtsverlust und ein unregelmäßiger Menstruationszyklus. Tritt später die Schilddrüsenunterfunktion ein, klagen die Patienten dagegen über Kälteempfindlichkeit, Engegefühl im Hals, Heiserkeit, Antriebslosigkeit, Gewichtszunahme, Verstopfung, Schwellungen an den Lidern, Armen und Beinen sowie ebenfalls Unregelmäßigkeiten im Zyklus.

Diagnose

Diagnostiziert wird die Hashimoto-Thyreoiditis über die Bestimmung der Schilddrüsenhormone im Blut und eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse.

Behandlung

Heilbar ist die Krankheit nicht, sie lässt sich aber mit Schilddrüsenhormonen gut behandeln. Die Betroffenen führen ihrem Körper einfach die fehlenden Hormone in Form von Tabletten zu – eine Therapie, die die meisten sehr gut vertragen.

Letzte Änderung: 23.01.2017