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Sonnenstich und Hitzschlag: Wenn Hitze gefährlich wird

ArtikelLesezeit: 3:00 min.
Strahlende Sonne an einem blauen Himmel

Bildnachweis: © stock.adobe.com / rangizzz

Sonne ist herrlich. Doch mit einem Sonnenstich oder gar Hitzschlag ist nicht zu spaßen. Erfahren Sie, weshalb ein Hitzschlag lebensgefährlich ist, warum Kinder besonders gefährdet sind und was Sie im Ernstfall tun müssen.

Expertenbild

Die Expertin zum Thema

Dr. Sabine Forsch

Fachärztin für Innere Medizin
ServiceCenter AOK-Clarimedis

Warum bekommt man einen Sonnenstich oder einen Hitzschlag?

Beides entsteht, wenn Sie zu lange in der Sonne sind oder in einer heißen Umgebung. Die Ursachen sind jedoch unterschiedlich: Bei einem Sonnenstich reizt die Hitze die Hirnhaut.

Bei einem Hitzschlag fällt die körpereigene Wärmeregulierung aus. Der Körper kann keinen Schweiß mehr produzieren. Daher kann er nicht mehr selbstständig abkühlen.

Der „klassische“ Hitzschlag bei großer äußerer Hitze trifft häufiger ältere oder geschwächte Menschen. Jüngere Personen sind hingegen eher vom „Anstrengungs“-Hitzschlag betroffen. Er tritt bei Anstrengung bei Hitze oder in geschlossenen, heißen Räumen auf. Etwa, weil Betroffene zum Beispiel Sport bei großer Hitze machen. Es gibt aber auch spezielle Berufsgruppen wie zum Beispiel Arbeiter im Bergbau oder in der metallverarbeitenden Industrie, die gefährdet sind.

Wie macht sich ein Sonnenstich bemerkbar?

Typische Symptome für einen Sonnenstich sind Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit. Oft beginnen die Beschwerden erst ein paar Stunden nachdem Sie in der Sonne waren.

Wie lange es dauert, bis die Beschwerden wieder weg sind, hängt davon ab, wie heftig der Sonnenstich ist. Meist geht es einem nach ein paar Stunden besser. Wer sich einen starken Sonnenstich eingefangen hat, kann bis zu zwei Tage damit kämpfen. In der Regel bleibt ein Sonnenstich ohne Folgeschäden.

Welche Symptome sind typisch für einen Hitzschlag?

Hohes Fieber, ein schmerzender Nacken und trockene Haut sind Anzeichen eines Hitzschlags. Auch Krämpfe und Lähmungen treten auf. Zusätzlich sind Symptome eines Sonnenstichs häufig: Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit. Wichtigste Unterscheidung zum Sonnenstich ist aber die trockene Haut, da der Betroffene nicht mehr schwitzen kann.

Oft treten die Symptome eines Hitzschlags sehr plötzlich auf. In anderen Fällen aber auch erst, wenn man bereits aus der Sonne raus ist, ähnlich wie bei einem Sonnenstich.

Ein Hitzschlag ist lebensbedrohlich. Deshalb immer einen Arzt verständigen.

Was unterscheidet einen Sonnenstich von einem Hitzschlag?

Wir haben typische Symptome gegenübergestellt:

SonnenstichHitzschlag
Hauptsächlich der Kopf ist betroffenDer gesamte Körper ist betroffen
Der Körper fühlt sich kühl an (normalerweise kein Fieber)Hohe Körpertemperatur (bis über 40 °C)
Hochroter KopfTrockene Haut ohne Schweiß, zu Beginn gerötet, später oft blass
Erschöpfung, in einzelnen Fällen werden Betroffene bewusstlosSchneller Herzschlag und schnelle, aber flache Atmung, flacher Puls (niedriger Blutdruck), Bewusstlosigkeit
Selten Ohrgeräusche oder TinnitusKrämpfe, Lähmungen, Organversagen
Kopfschmerzen und steifer Nacken
Übelkeit, Erbrechen

 

Hinweis: Diese Tabelle liefert lediglich Anhaltspunkte für Symptome und ersetzt keine ärztliche Diagnose.

Sind Kinder besonders gefährdet?

Ja, Babys und kleine Kinder sind besonders anfällig für einen Sonnenstich oder Hitzschlag. Sie reagieren empfindlicher gegenüber Hitze und Sonne, weil ihre Wärmeregulation noch nicht vollständig ausgereift ist. Zudem haben sie oft wenige Haare und eine vergleichsweise dünne Schädeldecke. So ist der Kopf schlechter vor der Hitze geschützt.

Säuglinge und Kleinkinder erholen sich insgesamt langsamer von einem Hitzekollaps als Erwachsene. Sie bekommen außerdem leichter eine Hirnhautentzündung (Meningitis) als Folge des Sonnenstichs.

Welche Gruppen tragen außerdem ein höheres Risiko für Sonnenstich und Hitzschlag?

Besonders vor einem Sonnenstich schützen müssen sich Menschen mit Glatze und wenigen Haaren. Ältere und Vorerkrankte sind anfälliger für einen Hitzschlag.

Auch wer bestimmte Medikamente einnimmt, hat unter Umständen Probleme mit der Schweißregulation. Dazu zählen zum Beispiel bestimmte Antidepressiva, Neuroleptika, einige Parkinsonmittel oder auch wassertreibende Medikamente. Sprechen Sie in diesen Fällen Ihren Arzt an und fragen nach dem Risiko.

Frau mit Headset am Computer.

AOK-Clarimedis

Medizinische Hilfe am Telefon.

Was tun bei Sonnenstich und Hitzschlag? 5 Tipps

Mit einfachen Mitteln können Sie dafür sorgen, dass der Sonnenstich bald überstanden ist. Die Hinweise gelten für Kinder und Erwachsene. Bei einem Hitzschlag gilt: Notarzt rufen. Leisten Sie möglichst Erste Hilfe.

Folgende Maßnahmen helfen bei einem Sonnenstich oder Hitzschlag:

  1. Zuallererst: Raus aus der Sonne. Bringen Sie den Betroffenen an einen schattigen, besser noch kühlen, dunklen Ort.
  2. Kühlen Sie Kopf und Nacken, zum Beispiel mit angefeuchteten Tüchern. Damit können Sie eventuell auch den Rumpf des Betroffenen kühlen. Auch Eiswürfel oder „Kühlpacks“ sind geeignet. Legen Sie diese aber niemals direkt auf die Haut, sondern immer mit einer Lage Stoff dazwischen. Sonst besteht die Gefahr von Erfrierungen.
  3. Geben Sie dem Betroffenen ausreichend zu trinken und fächeln Sie Luft zu.
  4. Den Oberkörper höher lagern, gegebenenfalls Kissen oder Decken unterlegen. Ist der Betroffene bewusstlos, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage und wählen Sie den Notruf unter 112.
  5. Bleiben Sie bei dem Betroffenen und beruhigen Sie ihn. Halten Sie ihn wach und überprüfen Sie regelmäßig die Atmung.

Hausmittel gegen Sonnenstich

Kopf und Nacken können auch durch Umschläge mit kaltem Quark oder Joghurt gekühlt werden. Das kühlt und beruhigt darüber hinaus die sonnengerötete Haut. Wenn der Betroffene stark geschwitzt hat, kann ein Glas Wasser oder kalter Tee mit einem Teelöffel Salz verrührt und schluckweise getrunken werden. Das hilft gegen den Flüssigkeitsmangel und bringt den Salzhaushalt des Körpers wieder ins Gleichgewicht.

Auf keinen Fall sollten bei Fieber fiebersenkende Medikamente wie zum Beispiel Paracetamol oder Ibuprofen eingenommen werden.

Wann sollte ich zum Arzt?

Bei einem Hitzschlag besteht Lebensgefahr. Deshalb sofort einen Arzt verständigen, also die 112 anrufen. Ein Sonnenstich ist deutlich weniger gefährlich. Einen Arzt brauchen Sie, wenn die Person bewusstlos wird. Ärztlicher Rat ist auch sinnvoll bei sehr starken Beschwerden oder wenn diese sich verschlimmern. Säuglinge, Kinder und Menschen mit Vorerkrankungen sollten vorsichtshalber immer von einem Arzt durchgecheckt werden.

Wie kann ich einem Sonnenstich oder Hitzschlag verbeugen?

  • Mittagssonne meiden
  • Im Schatten aufhalten
  • Insbesondere Kopf und Nacken vor Sonne schützen
  • Lockere, leichte Kleidung tragen
  • Viel trinken – am besten Wasser, Kräutertee oder Saftschorlen
  • Nicht überanstrengen, wenn es heiß ist

Letzte Änderung: 24.06.2021