Wochenbettdepression – was nun?

InterviewLesezeit: 3:00 min.

Erschöpft, überfordert, weinerlich, lustlos – es gibt viele Symptome einer Wochenbettdepression. Sogar Selbstmordgedanken sind keine Seltenheit. Etwa jede zehnte Frau leidet nach der Geburt ihres Kindes unter einer so genannten postpartalen Depression. Diese muss im Gegensatz zum hormonell bedingten „Baby Blues“ dringend behandelt werden. Doch häufig wird die Krankheit gar nicht erkannt. Clarimedis-Expertin und Frauenärztin Dr. Anke Leesemann erklärt, wie es zu einer Wochenbettdepression kommt und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

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Die Expertin zum Thema

Dr. Anke Leesemann

Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
ServiceCenter AOK-Clarimedis

Welche Ursachen hat eine Wochenbettdepression?

Redaktion

Dabei können mehrere Faktoren eine Rolle spielen: Zum Beispiel eine gewisse Veranlagung für eine Depression sowie psychische Störungen innerhalb der Familie oder bei einem selbst. Am häufigsten treten postpartale Depressionen nach der ersten Geburt auf. Faktoren wie eine ungewollte Schwangerschaft oder Beziehungsprobleme können die Wahrscheinlichkeit noch erhöhen. Das Alter der Frau, Familienstand, Schulbildung, Beruf sowie Art und Weise der Geburt spielen hingegen keine Rolle. Es kann aber auch sein, dass keine der genannten Faktoren erkennbar sind und die Depression sozusagen aus heiterem Himmel kommt.

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Was unterscheidet die Wochenbettdepression vom „Baby Blues“?

Redaktion

Vom „Baby Blues“ oder den so genannten Heultagen ist etwa die Hälfte der frischgebackenen Mütter betroffen. Sie treten in der Regel in den ersten Tagen nach der Geburt auf und dauern oft nicht mehr als fünf Tage. Sie sind für die Frauen zwar belastend, müssen aber meist nicht behandelt werden. Die Wochenbettdepression hingegen kann in den ersten Tagen, aber auch noch Monate nach der Geburt auftreten, hält über Wochen an und ist behandlungsbedürftig.

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Welche Behandlungsmöglichkeiten der Wochenbettdepression gibt es?

Redaktion

Man sollte sich ohne Scheu an seinen Gynäkologen, die Hebamme oder einen Psychiater wenden und seine Beschwerden und Ängste mitteilen. Daraufhin erfolgt meist eine psychotherapeutische Behandlung – gegebenenfalls auch in Kombination mit Medikamenten. In der Regel ist dies eine ambulante Behandlung, in schweren Fällen aber auch stationär. Wichtig hierbei zu wissen ist: Es gibt Medikamente, mit denen durchaus weiter gestillt werden kann.

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Letzte Änderung: 06.02.2014