Tanzend jung bleiben

InterviewLesezeit: 3:00 min.
Paar im mittleren Altern schaut sich beim Tanzen lächelnd an.

Bildnachweis: © wdv / Frank Blümler

Tanzen ist das perfekte Training für Körper und Seele – und damit auch eine optimale Freizeitbeschäftigung für Senioren. Studien haben gezeigt, dass Tanzen das Gedächtnis stärker fordert als beispielsweise Kreuzworträtsel. Welche positiven Effekte das Tanzen außerdem auf ältere Menschen hat, erklärt Bärbel Traeder, Tanzleiterin im Bundesverband Seniorentanz, im vigo-Online-Interview.

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Die Expertin zum Thema

Bärbel Traeder

Tanzleiterin
Bundesverband Seniorentanz

Was ist das Besondere am Seniorentanz?

Redaktion

Beim Seniorentanz wird immer gemeinschaftlich nach festgelegten Tanzbeschreibungen getanzt. Ein Tanzleiter führt die Gruppe an. Es gibt keinen festen Partner, deshalb können auch alleinstehende Senioren mitmachen. Außerdem vermeiden wir Hüpfer und schnelle Drehungen.

Bärbel Traeder

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Gruppe von Menschen beim Walken oder Joggen in der Natur.

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Wie sieht eine typische Tanzstunde bei Ihnen aus?

Redaktion

Typisch sind eigentlich nur der Anfang und das Ende der Stunde. Da gibt es meist einen einfachen Kreistanz. Dazwischen bieten wir bekannte und neue Tänze in verschiedenen Formen an. Ansonsten sollen die Teilnehmer gefordert, aber nicht überfordert werden – und sie sollen Erfolgserlebnisse haben.

Bärbel Traeder

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Welche Tänze unterrichten Sie?

Redaktion

Seniorentanz ist sehr vielfältig, sowohl in seinen Formen als auch in der Musik. Wir unterrichten zum Beispiel flotte Blocktänze nach fetziger Musik, Kreistänze nach alten Schlagern, höfische Tänze auf ein Menuett oder auch mal etwas Meditatives.

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Welche positiven Effekte hat das Tanzen auf Senioren?

Redaktion

Tanzen ist gut für Körper und Seele. Einige Beispiele: Tanzen stärkt den Kreislauf, verbessert den Gleichgewichtssinn und verringert dadurch die Gefahr zu stürzen. Aufmerksamkeit, Reaktionsfähigkeit und Koordination werden quasi nebenbei trainiert. Und das Reagieren auf Tanzansagen, das Erlernen von Schrittfolgen und Figurennamen sind ein prima Training fürs Gehirn. Wichtig ist aber vor allem eins: Tanzen schüttet Glückshormone aus – die Teilnehmer gehen anschließend mit einem Lächeln nach Hause.

Bärbel Traeder

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Wer sollte im Alter das Tanzen ausprobieren?

Redaktion

Jeder kann mitmachen. Viele Gruppen existieren seit Jahren, so dass die Teilnehmer gemeinsam älter geworden sind. Aber auch Menschen ab 50 Jahren haben Freude am Seniorentanz. Für jeden findet sich eine geeignete Gruppe. Eine Tänzerin hat mal zu mir gesagt: „Es tut mir leid, dass ich das Tanzen nicht früher entdeckt habe.“

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Letzte Änderung: 17.11.2013